MotoGP

MotoGP: Jorge Lorenzo so schlecht wie nie zuvor

Jorge Lorenzo schlittert auf Phillip Island noch tiefer in die Krise. Mit seinem Tempo hätte er nur knapp das Moto2-Rennen gewonnen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Jorge Lorenzo hat auf Phillip Island einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der dreifache MotoGP-Champion belegte im Grand Prix von Australien zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Rennen der Königsklasse den letzten Platz ohne zuvor gestürzt zu sein. Diesmal war selbst Hafizh Syahrin, gegen den er in Aragon noch das Duell um den vorletzten Rang knapp gewonnen hatte, keine Chance.

Die verheerenden Zahlen zu Lorenzos MotoGP-Performance auf Phillip Island: 1:06 Minuten Rückstand auf die Siegerzeit. Im Durchschnitt der 27 Runden verlor er somit auf Marc Marquez 2,446 Sekunden pro Umlauf. Seine schnellste Runde war sogar um exakt 2,6 Sekunden langsamer als jene von Marquez.

Sein Rückstand auf den Vorletzten, Hafizh Syahrin, betrug 21,077 Sekunden - das ist mehr als der Zehntplatzierte Aleix Espargaro am Ende hinter der Siegerzeit lag. Sogar einen Vergleich mit der Moto2 gewann Lorenzo in dem desaströsen Rennen nur knapp: Sieger Brad Binder war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 171,5 km/h nur um 0,7 km/h langsamer als Lorenzo. Die schnellste Moto2-Rennrunde, gedreht von Tom Lüthi, war nur um 0,687 Sekunden langsamer als Lorenzos Bestwert im Rennen.

Aber auch die Leistung von Johann Zarco lässt Jorge Lorenzo alt aussehen. Der Franzose saß auf Phillip Island zum ersten Mal auf einer Honda und übernahm das Vorjahresmodell von Taka Nakagami. Dennoch war Zarco in jeder einzelnen Session schneller als Lorenzo und brummte ihm im Rennen einen Abstand von fast 40 Sekunden auf.

MotoGP-Gerüchteküche: Was passiert mit Zarco und Lorenzo?: (18:55 Min.)

Auch in Sepang und Valencia wird Zarco bei LCR Honda im Einsatz sein. Gerüchte, dass es sich bei diesen Rennen um eine Art Probelauf handeln würde um Zarco als möglichen Ablösekandidaten von Lorenzo zu testen, werden von allen Seiten dementiert. Klar ist aber, dass Lorenzo für den Weltkonzern Honda derzeit eine absolute Blamage darstellt. Konsequenzen von oberster Stelle, auch wenn eine derartige Lösung Millionen kosten würde, darf man daher wohl nicht mehr ausschließen.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter