MotoGP

MotoGP - Track-Limit-Chaos: Fahrer fordern Klarstellung

In Misano eskalierte die Debatte um Track-Limits. Die Fahrer vermissen die nötige Stringenz in den Entscheidungen der Stewards.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - 1570 wurden von den Fahrern aller Klassen am Rennwochenende in Misano die Track-Limits missachtet. Das führte zu gestrichenen Zeiten in Trainings und Qualifyings oder auch Zeitstrafen beziehungsweise Long-Lap-Penaltys in den Rennen. Manche Fahrer kamen aber trotz offensichtlicher Missachtung der Streckenbegrenzungen ohne Strafen davon.

Prominentestes Beispiel war Augusto Fernandez, der sich drei Kurven vor Ende des Moto2-Rennens an Fabio di Giannantonio vorbeidrückte. Kurz zuvor hatte aber die Track-Limits deutlich missachtet und sich so einen Vorteil verschafft. Der Vorfall wurde zwar untersucht, die Stewards entschieden sich aber gegen eine Strafe. Fernandez behielt seinen Sieg. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat di Giannantonios SpeedUp-Team allerdings Berufung gegen das Urteil eingelegt, nun müssen die MotoGP Appeal Stewards darüber entscheiden.

Bestraft werden im Rennen meist nur Piloten, die wiederholt die Track-Limits überfahren. Zunächst wird diesen eine Nachricht auf das Dashboard geschickt, die sogenannte 'Track Limits Warning'. Begehen die Fahrer weiterhin Verstöße, kommt es zu einer Bestrafung. Diese ist normalerweise mit dem Durchfahren der Long-Lap-Penalty geregelt. Ist dies nicht mehr möglich, wird eine Zeitstrafe aufgerechnet.

Lorenzo Dalla Porta bekam im Moto3-Rennen eine Zeitstrafe - Foto: Tobias Linke

Fernandez hatte sich im Rennen zunächst in puncto Track-Limits nichts zu Schulden kommen lassen, war deshalb nicht im Visier der Stewards. Und doch hatte er sich in der letzten Runde ganz klar einen unerlaubten Vorteil erarbeitet, der unbestraft bliebt. Vielen Piloten fehlt für dieses Vorgehen der Stewards das Verständnis.

Marc Marquez: Müssen darüber sprechen

"Wir werden dieses Thema auf jeden Fall in der Safety Commission ansprechen", erklärte Superstar Marc Marquez. In diesen Treffen können die Fahrer ja Verbesserungsvorschläge einbringen, die die Verantwortlichen dann versuchen, umzusetzen. "Der grüne Streifen, den Fernandez benutzt hat, gehört nicht mehr zur Strecke, also ist diese Entscheidung für mich nicht fair. Ich habe schon während dem Moto2-Rennen Alberto und Santi (Teamchef Puig und Crewchief Hernandez, Anm.) gefragt, was passieren würde, wenn ich an dieser Stelle in der letzten Runde den grünen Bereich nutzen würde, weil ich wusste, dass die Yamahas dort sehr schnell sind. Sie haben gesagt, dass ich eine Strafe bekommen würde. Dann hat es aber in der Moto2 jemand gemacht und wurde nicht bestraft. Meiner Meinung nach hat man damit ein Fenster geöffnet, dass besser verschlossen geblieben wäre."

Auch Alex Marquez, dem Fernandez durch dieses Manöver in der Weltmeisterschaft um weitere fünf Zähler näher gerückt ist, fordert Klarheit: "Sie können jetzt eine Regel einführen, dass man es in der letzten Runde nicht machen darf, aber das wäre auch nicht fair, denn wenn ein Fahrer es bereits getan hat, sollten es andere auch dürfen. Wie auch immer: Sie müssen uns sagen, wie die Regeln nun genau sind."


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