MotoGP

MotoGP-Desaster für KTM in Brünn: Espargaro verletzt, Smith out

KTM erlebte in Brünn ein MotoGP-Waterloo. Pol Espargaro verletzte sich, Bradley Smith ging früh zu Boden. Das hat auch Auswirkungen auf das Heimrennen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die Pechsträhne bei KTM hält auch nach der MotoGP-Sommerpause an. Verlor man vor drei Wochen am Sachsenring Testfahrer Mika Kallio verletzt, musste man in Brünn im Warmup eine Verletzung von Pol Espargaro zur Kenntnis nehmen. Zu allem Überdruss war auch noch Bradley Smith in eine Kollision verwickelt, die sein Rennen in der dritten Kurve beendete.

"Das war ein Desaster. Vermutlich war heute der schlimmste Tag seit dem Start unseres Projekts", musste Teamchef Mike Leitner am Sonntag nach dem Tschechien-GP gestehen. "Das einzig positive war, dass sich Bradley bei seinem Crash nicht auch noch verletzt hat."

Wie es um Pol Espargaro genau steht, konnte Leitner unmittelbar nach dem Zieleinlauf noch nicht sagen. Nach seinem Abflug im Warmup war er zunächst ins Medical Center, anschließend der Helikopter in ein Krankenhaus überstellt worden. "Er hatte im Schulterbereich sehr starke Schmerzen", erklärte Leitner.

"Es könnte ein Schlüsselbeinbruch sein, wobei wir noch keine hundertprozentige Bestätigung durch die Ärzte haben. Er wird nun wohl zum finalen Check nach Spanien fliegen", führte der KTM-Teamchef aus. Die Verletzung kommt zum schlechtesten Zeitpunkt.

Statt drei KTM nur eine in Spielberg

Ursprünglich wollte KTM beim Heimrennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg am kommenden Sonntag mit drei Fahrern an den Start gehen. Doch sowohl für Kallio als auch für Espargaro scheint ein Start zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Binnen vier Tagen Ersatz für Espagraro zu finden, wird kaum möglich sein.

"Zu 99 Prozent werden wir für Pol keinen anderen Fahrer in Spielberg einsetzen", bestätigte Leitner. "Natürlich hätten wir lieber zwei Motorräder am Start, aber Leute, die diese Bikes fahren können, findet man nicht gerade an jeder Ecke." Angesprochen auf einen möglichen Einsatz von Jonas Folger, entgegnete Leitner nur: "Er hat aufgehört, Rennen zu fahren."

Rückschlag für die Entwicklung

Auch an der Technik-Front sind die Ausfälle von Kallio und Espargaro ein Desaster, denn beim Test am Montag in Brünn muss Smith nun den Alleinunterhalter geben. Dabei brachte KTM eigentlich endlich den überarbeiteten neuen Motor nach Brünn, der bereits in den Trainings eingesetzt wurde, auf den Smith im Rennen dann aber doch verzichtete.

Da man in Spielberg auch nur ein Motorrad an den Start bringen wird, verzichtet man auch dort auf das neue Aggregat, wie Leitner erklärte: "Mit nur einem Fahrer können wir uns beim Heimrennen keine derartigen Experimente leisten." Auch der weitere Testplan abseits der MotoGP-Rennwochenenden ist unklar, da Kallio aufgrund seiner Knieverletzung noch länger nicht einsatzfähig sein wird.

"Wir müssen uns nun Optionen mit anderen Testfahrern ansehen. Wir haben daher noch keine weiteren Testfahrten fixiert", so Leitner. Für KTM war Brünn die erste Nullnummer seit dem Saisonauftakt in Katar. Immerhin büßte man in der Konstrukteurs-Wertung auf Verfolger Aprilia nur einen Zähler ein und liegt noch solide zwölf Punkte vor den Italienern.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter