MotoGP

Valentino Rossi: Habe große Angst vor dem MotoGP-Karriereende

Valentino Rossi macht sich Sorgen um seine Zukunft nach der aktiven Karriere. Er befürchtet, in ein langweiliges Leben abzugleiten.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Wie sehr Valentino Rossi den Motorradsport liebt, ist ihm in jedem Moment seines Lebens anzumerken. Sein Enthusiasmus für zwei Räder ist förmlich spürbar und der Grund, warum er auch mit 38 Jahren noch nicht genug von seiner Karriere als aktiver Rennfahrer hat. Doch auch für Rossi wird irgendwann die Zeit kommen, den Helm an den Nagel zu hängen. Vielleicht ist es schon am Ende der Saison 2018 so weit. Rossi hat für das kommende Jahr noch einen Vertrag mit Yamaha, im Frühsommer will er sich entscheiden, ob es sein letztes in der MotoGP sein soll.

Noch brennt in Rossi aber das Feuer. "Der zehnte Weltmeistertitel ist natürlich das große Ziel", hat Rossi seinen großen Traum noch nicht aufgegeben. "Es wird natürlich schwierig, aber nicht unmöglich. Die weiteren Ziele sind dann, einzelne Grands Prix zu gewinnen, auf das Podium zu kommen und einfach gute Rennen zu fahren. Das Wichtigste ist, dass ich Spaß habe. Das habe ich in meinen mehr als 20 Jahren als Rennfahrer gelernt, dass das Gefühl nach einem Sieg die allergrößte Motivation ist. Es geht nicht um Rekorde oder irgendetwas anders. Das ist alles nicht wichtig."

Valentino Rossi: Fürchte, dass mir langweilig wird

Egal wie lange Rossi noch in der Königsklasse des Motorradsports fährt, Gedanken über die Zeit danach macht er sich bereits jetzt. Freude auf die Rennfahrerrente klingt anders. "Ich habe große Angst vor dem Karriereende. Ich liebe mein Leben, so wie es jetzt ist und darin dreht sich eigentlich alles um MotoGP. Wenn ich das nicht mehr habe, muss ich etwas anderes für mich finden. Ich fürchte aber, dass mir sehr langweilig wird", zeigt sich Rossi im Interview mit 'BT Sports' durchaus besorgt.

Ich liebe mein Leben, so wie es jetzt ist und darin dreht sich eigentlich alles um MotoGP.
Valentino Rossi

Auch die Tatsache, dass er der Motorrad-Weltmeisterschat als Teambesitzer des Sky-VR46-Rennstalls in der Moto3 und Moto2 weiterhin erhalten bleiben wird, ist für Rossi nur ein schwacher Trost. "Die VR46-Academy ist ein kleiner Ersatz, aber es ist nicht dasselbe. Dieses Projekt macht mir allerdings viel Spaß. Ich genieße es mehr, als ich am Anfang erwartet hätte. Das wird wohl meine Zukunft nach dem Karriereende sein. Es ist jetzt teilweise schon so, dass ich mich am Sonntag beim Ansehen der Moto2 und Moto3 so reinsteigere, dass ich schon vor meinem eigenen Rennen komplett am Ende bin", lacht Rossi.

Valentino Rossi liebt die MotoGP - Foto: Yamaha

Immer wieder gibt es auch Gerüchte, Rossi soll als Teambesitzer in die MotoGP einsteigen und dort das Kundenteam von Yamaha bilden. Eigentlich sind die zwölf Teamplätze an die aktuellen Werksrennställe von Honda, Yamaha, Ducati, Suzuki, KTM und Aprilia sowie die Kundenteams von Tech3, LCR, Marc VDS, Pramac, Aspar und Avintia fix vergeben. Für MotoGP-Superstar Rossi würde Promoter Dorna aber sicherlich sehr gerne eine Ausnahme machen.

Valentino Rossi denkt noch nicht an MotoGP-Team

Konkrete Gedanken zu einem MotoGP-Team macht sich Rossi aber aktuell noch nicht: "Das wäre eine Möglichkeit, wenn ich selbst nicht mehr fahre. Im Moment finde ich es aber sehr gut, dass wir die Teams in Moto2 und Moto3 haben. So können wir den jungen Fahrern helfen. Die MotoGP ist dann wieder eine ganz andere Welt." Für Valentino Rossi offensichtlich eine, ohne die er nur schwer leben kann.


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