MotoGP

MotoGP Misano 2017: Reaktionen zum Marquez-Sieg

Marc Marquez schnappt Danilo Petrucci den Sieg vor heimischen Publikum weg. Das sagen die MotoGP-Pilot zum Rennen in Misano:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

1. Marc Marquez (Repsol Honda): "Im Regen weiß man nie, was passiert. Ich habe das ganze Rennen versucht, mich selbst zu kontrollieren. Ich hätte schneller sein können, aber habe versucht, mich zusammenzureißen. Als ich in der letzten Runde gesehen habe, dass es möglich ist zu siegen, habe ich es einfach versucht. Diese fünf Punkte könnten im Laufe der WM noch wichtig werden. Es ist ein wichtiger Sieg für mich."

2. Danilo Petrucci (Pramac Ducati): "Meine Gefühle sind gemischt. Ich realisiere im Moment noch nicht, dass ich auf dem Podium stehe. Ich habe das ganze Rennen davon geträumt und die Runden waren richtig schwierig. Ich wusste: Wenn ich Marc vorbeilasse, kann ich ihn nicht halten. Dann bin ich aber fast gestürzt und musste ihn durchlassen. Danach wollte ich nur noch Platz zwei ins Trockene bringen. Mehr konnte ich heute nicht tun."

3. Andrea Dovizioso (Ducati): "Ich habe mich auf dem Motorrad nicht so gut gefühlt, deshalb bin ich nicht volles Risiko gegangen. Ich wollte sichergehen, dass wir das Podium bekommen, denn ich bin hier noch nie aufs Podium gefahren. Wir sind immer noch im WM-Kampf und haben gleich viele Punkte wie Marc. Ich bin zufrieden."

4. Maverick Vinales (Yamaha): "Ich bin zufrieden mit dem Resultat. Mehr war heute nicht möglich. Wir haben 100 Prozent aus dem Motorrad rausgeholt. Jetzt müssen wir einfach so weitermachen, denn die Leistung hier war ein großer Fortschritt zu unserer Performance im Regen am Sachsenring. Wir brauchen aber noch mehr Traktion, mehr Grip. In Aragon muss ich jetzt auf jeden Fall ordentlich pushen, um die 16 Punkte Rückstand in der Weltmeisterschaft zu verringern."

5. Michele Pirro (Ducati): "Der Sturz im Qualifying am Samstag hat mein Rennen leider ziemlich negative beeinflusst, weil ich eine schlechte Startposition hatte. Heute wollte ich in den ersten Runden kein zu großes Risiko eingehen, also habe ich etwas langsam begonnen. Ab Rennhälfte war ich dann mit einer guten Pace unterwegs und habe Positionen gutgemacht, bin sogar nah an Vinales herangekommen. Ich hatte aber Probleme, seine Pace mitzugehen und habe deshalb nicht zu viel riskiert. Ich wollte das Rennen beenden."

6. Jack Miller (Marc VDS Honda): "Bei Rennbeginn habe ich das Gefühl gehabt, dass ich die Pace von Vinales und Crutchlow hätte. Gegen Ende des Rennens ist meine Pace aber abgerutscht. Ich habe die Motoreinstellung wohl zu spät geändert und konnte dann den Hinterreifen nicht mehr schonen. Außen war er noch gut, aber ich habe Drive verloren. Deshalb war es nicht möglich, Pirro in den letzten Runden hinter mir zu halten. Das war mein bestes Rennwochenende der zweiten Saisonhälfte. Wir haben ein paar gute Punkte gesammelt. Ich freue mich auf Aragon."

7. Alex Rins (Suzuki): "Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Im Trockenen hatten wir das ganze Wochenende über Probleme, aber im Regen haben wir einen guten Job gemacht. Das Team hat ein super Setup vorbereitet, obwohl wir mit dem Warm Up vor dem Rennen nur 20 Minuten auf nasser Fahrbahn hatten. Nach dem Start war ich Letzter, was durch all die Gischt der Fahrer vor mir sehr unangenehm war. Ich konnte dennoch Stück um Stück Boden gutmachen und bis auf Rang acht vordringen."

8. Scott Redding (Pramac Ducati): "Es war ein hartes Wochenende. Ich hatte im Training und Qualifying nie ein gutes Gefühl. In Anbetracht der Umstände bin ich also sehr glücklich. Meine Pace im Rennen war gut und ich habe keine Fehler gemacht. Diese Resultat wird mir viel Selbstvertrauen für Aragon geben."

9. Jonas Folger (Tech3 Yamaha): "Wir hatten ein paar Probleme mit dem Edge Grip und wollten das lösen, indem wir mehr Gewicht nach hinten verlagern und mit weicheren Federn fahren. Letztlich war das aber ein Fehler, denn ich konnte nicht mehr so gut einlenken. In Folge dessen hatte ich am Kurvenausgang mehr Wheelspin. Wir sind ins Ziel gekommen und haben ein paar Punkte mitgenommen. Unterm Strich ist das aber enttäuschend. Wir haben mehr erwartet, wir waren schneller als Johann im Warm Up. Im Rennen ist ihm dann ein Schritt nach vorne gelungen, während es bei uns einen Schritt nach hinten ging. Das sollte nicht passieren."

Jonas Folger war gar nicht zufrieden mit dem Rennen - Foto: Ronny Lekl

10. Bradley Smith (KTM): "Man konnte heute erwarten, dass man in die Punkte fährt, wenn man sitzenbleibt. Deshalb habe ich vom Start weg versucht, klug zu fahren. Zu Beginn war es durch die Gischt und das stehende Wasser sehr schwierig, aber als die Strecke zu trocknen begonnen hat, habe ich mich immer besser gefühlt. Am Ende Zehnter zu werden und so mein erstes Top-Ten-Finish für KTM zu holen, ist natürlich großartig. Ich bin wirklich froh, dass ich heute im Rennen einmal alles umsetzen konnte. Ich denke, dass wir jetzt auf dem richtigen Weg sind."

11. Pol Espargaro (KTM): "Ich habe heute alles gegeben. Im Trockenen waren wir gut mit dabei, aber im Nassen haben wir in den 20 Minuten Warm Up einfach nicht genug Daten sammeln können für das Rennen. Die Bedingungen waren zwar im Warm Up und Rennen sehr ähnlich, aber diese Strecke bietet im Nassen einfach generell nicht viel Grip am Hinterrad. Hoffentlich kann ich mich im nächsten Regenrennen etwas besser schlagen."

12. Alvaro Bautista (Aspar Ducati): "Heute konnte ich nicht mehr machen, als das Rennen beenden. Am Morgen hatten wir Probleme mit dem Grip. Wir haben Lösungsansätze für das Rennen ausprobiert, um zu sehen, ob wir uns verbessern. Aber die Probleme sind geblieben. Es hat sich angefühlt, als würden wir auf Eis fahren. Es gab keinen Grip und wenn ich in die Kurve gegangen bin, wusste ich nicht, ob ich wieder rauskomme. Ich hatte kein Gefühl für die Reifen. Ich musste versuchen, das Rennen zu überstehen. Das habe ich geschafft."

13. Cal Crutchlow (LCR Honda): "Ich wollte heute nicht zu früh zu viel riskieren. Am Ende bin ich so hoch geflogen wie schon lange nicht mehr. Es war mein Fehler. Ich wollte Jack und ein paar andere Fahrer hinter mir haben, aber sobald ich ihn überholt habe bin ich gestürzt. Ich war der Meinung, dass ich die Lücke zur Spitze schließen kann, habe dann aber wohl zu hart gepusht und bin gestürzt. Zumindest konnte ich weiterfahren und noch ein paar Punkte holen."

14. Dani Pedrosa (Repsol Honda): "Es war ein sehr schwieriges Rennen für mich. Leider habe ich überhaupt keine Temperatur in die Reifen gebracht. Für mich war es, als würde ich auf Eis fahren. Wir haben alles versucht, konnten das Problem aber nicht lösen. Ich war extrem langsam und trotzdem in jeder Kurve in Sturzgefahr. Erst ganz am Ende, als nur noch wenig Wasser auf der Strecke war, konnte ich die Temperatur etwas erhöhen und meine Rundenzeit gleich um fast vier Sekunden senken. Es ist sehr schade, dass wir so viele Punkte verloren haben."

15. Johann Zarco (Tech3 Yamaha): " Es war ein schwieriges Rennen für alle. Zu Beginn hatte ich ein gutes Gefühl, aber das Elektronik-Setting, das wir gewählt haben, war zu viel. Ich musste sehr damit spielen, um die Beschleunigung unter Kontrolle zu bekommen. Als die Strecke dann abtrocknete, hatte ich ein besseres Gefühl, aber nicht so wie erwartet. Es war wichtig, fokussiert zu bleiben. Gegen Rennende konnte ich dann nicht zulegen. Ich hatte einige große Momente, konnte aber mit Redding mitfahren. In der letzten Runde hatte ich dann keinen Sprit mehr. So etwas sollte nicht passieren, aber ich mache Fehler, auch die Ingenieure und Mechaniker können Fehler machen."

16. Loris Baz (Avintia): "Mein Gefühl für das Hinterrad war im Rennen von der ersten Runde an nicht gut, dafür hatte ich viel Vertrauen in die Front. Also habe ich ordentlich gepusht um ein paar Positionen gutzumachen. Es gibt Rennen, die fährt man mit dem Kopf und Rennen, die fährt man mit dem Herz. Heute war eines, in dem man Risiko nehmen konnte. Ich habe ständig aufgeholt, dann war ich aber zu hart auf der Bremse und bin über das Vorderrad gestürzt. Ich konnte weiterfahren und wollte noch Punkte holen, bin dann aber noch einmal gestürzt."

17. Karel Abraham (Aspar Ducati): "Das war das schnellste Rennen der Saison für mich. Ich hatte ein gutes Qualifying, aber wir hatten das ganze Wochenende über Probleme. Heute lief es sehr schlecht. Ich hatte einen kleinen Crash am Morgen und im Rennen bin ich in derselben Kurve gestürzt. Das ist schade, denn ich war in einer Gruppe von Fahrern, die sich gegenseitig oft überholt haben. Ich habe das Gefühl gehabt, als hätte mich in der Kurve jemand ein bisschen geschubst. Aber bei so wenig Grip ist es einfach, zu stürzen. Ich hatte das Gefühl, als hätte mich jemand von hinten getreten und habe das Bike dann sofort verloren."

DNF Tito Rabat (Marc VDS Honda): "Zu Rennbeginn hatte ich keinen Grip mit dem Hinterreifen und ich weiß nicht, warum. Das hat die ersten Runden jedenfalls ziemlich erschwert auf einer sehr nassen Strecke. Danach konnte ich meinen Rhythmus finden und die Jungs vor mir angreifen, wodurch ich dann in der Position für Punkte war. Zu meinem Unfall: In Kurve sechs habe ich das Gas nur leicht aufgemacht und das Hinterrad ist mir weggerutscht. Es ist enttäuschend für mich und das Team, ich wollte das Rennen unter diesen schwierigen Bedingungen unbedingt beenden."

Tito Rabat schied in Misano aus - Foto: Marc VDS

DNF Andrea Iannone (Suzuki): "Ich hatte im Rennen leider ein Problem mit meinem Arm. Ich habe mich entschlossen, den Regenanzug zu tragen, aber er war zu eng und hat mir die Blutzufuhr in den Arm abgeschnürt. Deshalb habe ich schon nach zwei oder drei Runden ein Pumpen im Arm gespürt und konnte nicht mehr ordentlich fahren. Das ist wirklich schade, denn das Motorrad hat gut funktioniert und hatte großes Potenzial. Diese Verhältnisse heute hätten wir nützen können."

DNF Sam Lowes (Aprilia): "Ich kann mit dem Rennen nicht zufrieden sein, aber auf der Strecke waren wir konkurrenzfähig. Ich habe gekämpft, überholt, gehalten und hatte eine gute Pace. Das Bike hat auf der nassen Strecke toll funktioniert. Als nicht mehr so viel Wasser auf der Strecke war, hat mir die Front nicht mehr dasselbe Gefühl gegeben. Ich habe versucht, langsamer zu machen, aber ich konnte nicht verhindern, dass ich stürze."

DNF Aleix Espargaro (Aprilia): "Die Bedingungen heute waren sehr schwierig. Im Warm Up habe ich mich nicht wohlgefühlt, wir haben aber ein paar wichtige Veränderungen gemacht, weshalb der erste Teil des Rennens ziemlich gut verlief. Danach habe ich bis zu meinem Sturz Probleme mit dem Vorderrad bekommen. Es ist schade, denn wir haben jetzt seit einigen Rennen nicht mehr unser eigentliches Potenzial gezeigt. Ich bin enttäuscht, aber meinen Kampfgeist habe ich nicht verloren."

DNF Hector Barbera (Avintia): "Der Sturz heute ist wirklich ärgerlich, denn wir hatten heute eine große Chance auf ein gutes Resultat. Alles in allem war das Wochenende dennoch positiv, denn ich bin besser als sonst in das Rennen gestartet und war nach ein paar Runden nah an der Front dran. Ich konnte sogar die Lücke zu Vinales und Miller schließen, habe dabei aber wohl zu stark gepusht und bin gestürzt. Es war ein Highsider und ich hatte Glück, dass ich mich nicht verletzt habe."

DNF Jorge Lorenzo (Ducati): "Mein Sturz war sehr ärgerlich! Das Motorrad hat so gut funktioniert und ich bin eigentlich ziemlich ruhig gefahren, war nicht sehr riskant unterwegs. Ich wollte gut mit den Reifen haushalten. Leider habe ich die Konzentration verloren, als ich etwas an der Elektronik umstellen wollte. Dann habe ich die Hinterradbremse etwas anders als sonst betätigt und das war genug, um einen Highsider zu produzieren. Das ist sehr enttäuschend, denn ich glaube, dass ich das Rennen mit einem ordentlichen Vorsprung gewinnen hätte können. Aber so ist der Sport eben, so etwas kann passieren."


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