MotoGP - Marquez' Samstags-Bilanz: Kein Vergleich zu 2016

Pole zählt nicht, Rennen schon

Das bisherige Österreich-Wochenende von Marc Marquez steht in keinerlei Vergleich zu dem des Vorjahres. Die bisherige Bilanz:
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Motorsport-Magazin.com - Polesetter im Ducati-Land Österreich: Marc Marquez hat es geschafft auf dem Red Bull Ring eine Honda auf die Pole Position zu stellen. Im letzten und ersten Jahr der Strecke zurück im MotoGP-Rennkalender gelang das nur Ducati-Mann Andrea Iannone. Marquez selbst qualifizierte sich im Vorjahr nur auf Platz fünf. Ein Grund mehr für den Spanier, sich über die fünfte Pole des Jahres zu freuen. Und so wie es aussieht, ist sogar noch mehr drin.

"Ein Podium wäre schon schön, aber wie es aussieht, können wir sogar um den Sieg kämpfen", erklärt Marquez in der Pressekonferenz am Samstagnachmittag. Etwas, wovon der Honda-Pilot im letzten Jahr nur träumen konnte. "Letztes Jahr hatten wir schon Probleme damit, in die Top-5 zu kommen", erinnert er. Solche Schwierigkeiten liegen jetzt hinter Marquez und seinem Team.

Vorjahres-Bilanz

Während der Repsol Honda-Pilot am Freitag noch etwas brauchte, um auf Touren zu kommen, konnte er seine Leistungen am Samstag gegenüber denen aus dem Vorjahr stark steigern. 2016 fuhr er am Freitag in beiden Trainings-Session nur auf den sechsten Rang, in diesem Jahr schaffte er es immerhin im ersten Freien Training, sich um einen Platz zu verbessern. Im FP2 hielt er sein Ergebnis aus dem Vorjahr.

Ein Podium wäre schon schön, aber wie es aussieht, können wir sogar um den Sieg kämpfen.
Marc Marquez

Viel besser sieht hingegen die Samstags-Bilanz aus. Statt einem neunten Platz im FP3, einem vierten im FP4 und einem schmalen fünften Rang im Qualifying fuhr Marquez in allen Sessions des diesjährigen Samstags auf die eins. Eine starke Leistung, mit der im Vorjahr absolut nicht zu rechnen war.

Vorwärts-Schritte, Rückwärts-Schritte

Doch woran liegt es, dass Marquez auf einmal so viel stärker ist? Die Gründe dafür sind vielfältig, wenn man dem Honda-Werkspiloten glauben darf. "Im Moment fühle ich mich viel besser als letztes Jahr. Ich habe einen guten Rhythmus ", sagt er nach dem Qualifying. Noch dazu kommt ein gutes Basis-Setup, das Marquez und sein Team erarbeitet haben und bestens funktionierende Michelin-Pneus.

Der wichtigste Punkt in Sachen Verbesserung ist jedoch die neue RC213V selbst. Die veränderte Balance der Honda-Maschine im Vergleich zum Vorgänger-Modell ermöglicht es Marquez, auf dem Red Bull Ring den Ton anzugeben. "Das Bike funktioniert besser als 2016. Im letzten Jahr haben wir viel mehr verloren, als wir ohne Winglets und mit einer komplett anderen Balance gefahren sind", gibt der WM-Führende ehrlich zu, muss im selben Atemzug aber auch gestehen, dass die Neuerung nicht nur positive Aspekte mit sich bringt. "Ich verliere dafür in anderen Bereichen", erklärt er ebenfalls.

Aber Marquez wäre nicht Marquez, wenn er diesen Umstand nicht eher als Herausforderung statt als Hindernis sehen würde. "Ich versuche, mich anzupassen", so der Honda-Pilot. "Wir haben dafür Pluspunkte in anderen Bereichen und das ist wichtig." Und zwar so viele, dass es statt des fünften Platzes aus dem letzten Jahr nun direkt für die Pole Position gereicht hat.

Marquez und seinem Team ist bei so viel positiver Bilanz natürlich bewusst, was für Arbeit sie am bisherigen Wochenende, aber vor allem am Samstag, beleistet haben. Dennoch, auf den Vorschuss-Lorbeeren ausruhen genügt nicht. Es gibt immerhin eine Weltmeisterschaft zu gewinnen. Oder zumindest erst einmal den nächsten Sieg einzufahren. "Wir wissen, dass es darauf ankommt, unseren Job morgen so gut es geht zu beenden. Am Sonntag ist das Rennen und da müssen wir konkurrenzfähig sein", gibt sich Marquez trotz verdienter Pole Position nicht komplett siegessicher.


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