MotoGP - Rossi, Marquez & Co: Rituale der MotoGP-Stars

Zwischen Gewohnheit und Aberglaube

Die Anspannung und der Druck an einem Rennwochenende ist für Valentino Rossi und Co. extrem hoch. Diese Rituale helfen den Piloten, Ruhe zu bewahren.
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Motorsport-Magazin.com - Angeblich macht Routine glücklich. Während eines MotoGP-Wochenendes können die Piloten diese Routine mehr als gut gebrauchen. Ist der Kampf auf der Strecke und der Druck auf den Schultern anstrengend genug, ist es gut, wenn in der Box alles nach demselben und altbewährten Muster abläuft. Motorsport-Magazin.com hat sich die Riten und Gewohnheiten der MotoGP-Piloten angesehen:

Valentino Rossi

Valentino Rossi ist der mit Sicherheit abergläubischste Fahrer im gesamten MotoGP-Feld. Niemand hat so viele Rituale wie der Doktor. So sieht er sich, komme was da wolle, an jedem Wochenende den Start des Moto3-Rennens an. Im Gegensatz zu seinen anderen Gewohnheiten ist das Beobachten der Startphase sogar ziemlich nützlich für Rossi. Da er wenige Stunden nach Moto3-Rennstart ebenfalls auf die Strecke muss, kann der Doktor die Ampelphasen vorher verinnerlichen. Ein Vorteil, wenn es später am Tag ernst wird.

Der Ritual-Marathon Rossis geht in seiner eigenen Box weiter. Egal, ob er im Freien Training oder für das Rennen aufs Bike steigt, jeder Handgriff sitzt dabei. Die Yamaha M1 steht bereit, doch bevor der Doktor aufsteigt, bleibt er einige Meter vor seinem Motorrad stehen und xxx. Danach kniet er vor seinem Bike, um die rechte Fußraste der M1 für einen kurzen Moment festzuhalten. Erst dann ist Rossi bereit, aufzusteigen und in Richtung Pitlane-Ausgang zu verschwinden. Auf dem Weg dahin folgt sein letztes Ritual: Rossi stellt sich aufrecht auf sein Motorrad und zieht ein letztes Mal seine Lederkombi zu Recht, bevor er das Ende der Pitlane erreicht und auf die Strecke geht. All diese Kleinigkeiten dürfen für den Doktor bei keinem Outing fehlen. Mehr Aberglaube geht nicht.

Aberglaube: Ohne seine Rituale geht Valentino Rossi nicht auf die Strecke - Foto: Yamaha

Marc Marquez

Im Gegensatz zu Rossi bescheinigt sein Team Marc Marquez keinerlei Aberglauben. "Wir haben eher Gewohnheiten, statt Ritualen und Aberglauben", erklärt Carlos Linan, der in Marquez' Team die rechte Hand von Crewchief Santi Hernandez ist. "Marc steigt immer von der linken Seite auf sein Motorrad, sonst macht er wenig gleich", so Linan.

Ganz der Wahrheit entspricht diese Aussage jedoch nicht. Wer Marquez unmittelbar vor Rennstart genau beobachtet, dem fällt auf, dass der Weltmeister sein Gewicht vom linken auf den rechten und dann wieder auf den linken Fuß verlagert. Außerdem hat Marquez gegen die Aussage seines Teams doch ein festes Ritual, das er an jedem Rennwochenende einhält. Während der Trainingssessions trägt der Weltmeister grundsätzlich blaue Unterwäsche. Erst, wenn es am Sonntag zum Rennen ernst wird, wechselt Marquez auf Rot.

Marc Marquez steigt immer auf dieselbe Art und Weise auf seine Honda - Foto: Milagro

Dani Pedrosa

Auf der anderen Seite der Honda-Box sind die Riten und Gewohnheiten noch rarer gesäht als auf Marquez' Seite der Garage. Dani Pedrosa ist laut seinem eigenen Team noch weniger an Aberglauben und Riten interessiert, als sein Teamkollege Marquez. Lediglich kleine Gewohnheiten, die sich nach elf Jahren im MotoGP-Zirkus einfach einschleichen, haben Pedrosa und seine Crew. Beispielsweise liegen Helm und Handschuhe immer in derselben Art und Weise bereit, bevor Pedrosa in die Box kommt. Die restlichen Gewohnheiten legen eher sein Team an den Tag. Pedrosas ehemaliger Mechaniker Cristophe Leonce verriet: "Ich bin immer derjenige, der sein Bike aus der Garage schiebt." Ein weiterer Mechaniker Pedrosas, Jose Manuel Allende, fügt an: "Es ist zur Gewohnheit geworden, dass ich eines seiner Abreiß-Visiere abnehme, das machen wir immer so." Mit Aberglauben haben diese Handgriffe aber nichts zu tun, beteuert das Team. Viel mehr hat sich das Team über die Jahre einfach eingespielt.

Routine: Dani Pedrosa und sein Team sind eingespielt - Foto: Repsol Honda

Andrea Iannone

Auch wenn es schwer zu glauben ist, aber 'Maniac' Andrea Iannone ist ein gläubiger Mann. Das stellt der Italiener vor jedem Run auf der Strecke unter Beweis. Nachdem er die Box verlassen hat und auf die Pitlane fährt, stellt er sich auf die Fußrasten seines Bikes und bekreuzigt sich. Damit berührt er mit den Fingern der rechten Hand erst seine Stirn, dann die Brust und zum Schluss die linke und die rechte Schulter. Iannone, und auch jeder andere Betende, bekennt sich damit zu Jesus Christus und der Heiligen Dreifaltigkeit. Des Weiteren dient das Zeichen dazu, sich selbst zu segnen. Iannone erhofft sich damit offenkundig göttlichen Schutz für die Rennstrecke.


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