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Rossis Qualifyings 2016 top - Rossi: Seine Wandlung zum Qualifying-Monster

Aus Valentino Rossi wurde mit 37 Jahren wieder ein Top-Qualifier. Dafür wird VR46 an den Sonntagen von Pech und Fehlern heimgesucht.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Irgendetwas ist bei Valentino Rossi in dieser Saison anders. Ja! Denn plötzlich ist der einstige Sonntagsfahrer eher ein Mann für die Samstage der MotoGP-Wochenenden. "Es sieht so aus, als wäre 2016 genau das Gegenteil von 2015 für mich", stimmte Valentino Rossi im Vorfeld des Tschechien GP in Brünn zu. "Ich bin in den Qualifyings nun deutlich konkurrenzfähiger und stehe oft in der ersten Reihe. Dafür habe ich leider in den Rennen mehr Probleme."

Rossi im Qualifying doppelt so gut wie 2015

Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Qualifying ist Rossi in dieser Saison doppelt so gut wie im Vorjahr. Nach den ersten zehn Rennen 2015 lautete seine durchschnittliche Startposition in den ersten zehn Rennen 6,2 - in den ersten zehn Rennen der laufenden Saison startete er hingegen im Durschnitt von Platz 3,1.

Vergleich erste 10 Rennen 2015 und 2016:

KategorieRossi 2015Rossi 2016
Startposition (Durchschnitt)6,203,10
Pos. Bei Zieleinlauf (Durchschnitt)2,203,14
Ausfälle (total)03
Positionsgewinne (total)+40+3
WM-Punkte195124

Ganze 40 Positionen konnte Rossi im Vorjahr alleine in den ersten zehn Rennen gut machen. Damit schaffte er es in all diesen Rennen auf das Podest, obwohl er nur ein einziges Mal (Pole in Assen) in der ersten Startreihe stand. 2016 hingegen war Rossi schon sieben Mal in der ersten Reihe zu finden, konnte sich aber ausgerechnet nur in den drei Rennen (Katar, Le Mans und Barcelona) verbessern, in denen er eben nicht in Reihe eins stand.

In Argentinien und Jerez hielt er seine Startposition (2 bzw. 1), zuletzt ging es am Sachsenring von P3 auf Rang 8 und am Red Bull Ring von P2 auf den vierten Platz. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 verschlechterte sich Rossi im Rennen in Bezug auf seine Startposition einzig und allein beim Event in Misano.

Defekte und eigene Fehler konterkarieren Rossis Qualifying-Stärke - Foto: Milagro

Defekt und Ausrutscher als Spielverderber

Schwerer wiegen in dieser Saison aber Rossis Nullnummern. Ausrutscher in Austin und Assen sowie der Motorschaden in Mugello vernichteten dreimal ein gutes Ergebnis aus der ersten Startreihe. Im Vergleich zum ausfallsfreien Vorjahr fehlen Rossi 71 Punkte in der Weltmeisterschaft. Das ist beinahe das Äquivalent zu Rossis entgangenen Punkten wegen Ausfällen. Je 25 Punkte für Mugello und Assen sowie 10 Zähler für den auf Rang 6 erfolgten Crash in Austin und Rossi hätte beinahe seinen Vorjahreswert erreicht. Damit wäre er auch in der WM vorne.

Diesen Punkten trauerte Rossi in Brünn nach: "Es ist tausendfach schade, dass wir durch Fehler und auch etwas Pech diesen Rückstand haben. Das Potenzial wäre da, aber derzeit liegen wir in der WM einfach zu weit zurück. Es gibt zwar noch acht Rennen, aber mittlerweile muss man sieben Fahrer auf dem Zettel haben, die um Siege oder zumindest das Podest kämpfen können."


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