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MotoGP

Probleme für Marquez und Pedrosa noch nicht gelöst - Erklärt: Deshalb war Honda in Argentinien so stark

Honda räumte in Argentinien mächtig ab: Pole und Sieg für Marc Marquez, Platz drei im Rennen für Dani Pedrosa. Alles in Butter ist deshalb aber noch lange nicht
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die Dominanz Hondas an diesem Wochenende in Argentinien war so nicht zu erwarten. Marc Marquez führte mit Ausnahme des wenig aussagekräftigen FP1 auf extrem schmutziger Strecke alle Trainings an, holte sich die Pole Position und am Sonntag den souveränen Rennsieg mit einer Machtdemonstration nach dem Boxenstopp. Auch Dani Pedrosa präsentierte sich das ganze Wochenende über stark und landete am Sonntag als Dritter auf dem Podium. Natürlich hatte er Glück, dass sich Maverick Vinales sowie die Ducati-Werkspiloten in der Schlussphase aus dem Rennen verabschiedeten, dafür war Pedrosa aber aufgrund der Kollision zwischen Iannone und Marquez in Kurve eins des Grand Prix schon weit zurückgefallen - ausgleichende Gerechtigkeit also.

Marquez, Pedrosa, Miller: Honda geschlossen stark

Nebenbei waren auch die Hondas in den Privatteams von LCR und Marc VDS schnell unterwegs. Vor allem Jack Miller zeigte groß auf, war in den Trainingssessions immer vorne mit dabei und fuhr bis zu seinem Sturz im Rennen ausgezeichnet. Er crashte auf Rang sechs liegend, nachdem er kurz zuvor Jorge Lorenzo überholt hatte. Also Grund zur Freude für Honda, egal wohin man blickt. Oder etwa doch nicht? Ganz so einfach wie sich das die Fans von Marquez, Pedrosa oder Miller wünschen würden, ist die Sache nämlich nicht.

Am Kurvenausgang gerät Honda in Bedrängnis - Foto: Milagro

Der Hauptgrund für die große Steigerung Hondas im Vergleich zum Saisonauftakt in Katar dürfte nämlich nicht eine wesentliche Verbesserung am Motorrad, sondern viel mehr das für die RC213V optimale Streckenlayout in Termas de Rio Hondo sein. Der Kurs in Argentinien zählt zu den schnellsten und vor allem flüssigsten des gesamten MotoGP-Rennkalenders, nur in Mugello und auf Phillip Island ist die Durchschnittsgeschwindigkeit höher. In Termas de Rio Hondo geht es also hauptsächlich darum, das Tempo gut durch Kurven mitzunehmen - in den vergangenen Jahren eher ein Bereich, in dem Yamaha die Nase vorne hatte.

Honda hat hier aber aufgeholt, das große Problem liegt nun beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven. Der aggressive Motor in Verbindung mit der simplen Einheitselektronik sorgt dort für Schwierigkeiten. Am vergangenen Wochenende in Argentinien musste Honda nur eine wirklich harte Beschleunigungszone überstehen und zwar die aus den Kurven zwei, drei und vier heraus auf die über einen Kilometer lange Gegengerade. Und genau hier blutete Honda nach wie vor.

Yamaha, Ducati, Suzuki - alle haben Beschleunigungsvorteile gegen Honda - Foto: Repsol

Marquez fuhr die schnellste Runde des Rennens und war in den Sektoren eins und vier klar stärkster Mann, in Sektor drei lag er nur unbedeutende Tausendstelsekunden hinter Iannone zurück. Die zuvor erwähnte Beschleunigungszone auf die lange Gegengerade schlägt sich aber im zweiten Sektor nieder und hier verlor Marquez mehr als zwei Zehntelsekunden auf Dovizioso, Iannone und Rossi sowie immer noch gute eine Zehntel auf Suzuki-Pilot Vinales. Pedrosa lag noch einmal deutlich über eine Zehntel hinter Marquez.

Ausgewählte persönliche Bestzeiten in Sektor 2

FahrerMotorradZeit
Andrea DoviziosoDucati23.723
Andrea IannoneDucati23.735
Valentino RossiYamaha23.783
Michele PirroDucati23.868
Maverick VinalesSuzuki23.869
Hector BarberaDucati23.968
Marc MarquezHonda23.986
Dani PedrosaHonda24.108

"Wir waren hier wohl hauptsächlich stark, weil die Strecke dem Motorrad und meinem Fahrstil entgegen kommt. Es gibt hier eben nur eine richtige Beschleunigungszone", erkannte Marquez die Situation schnell. "Dort haben wir eh wieder zwei Zehntelsekunden verloren. Das muss besser werden."

Wir waren hier wohl hauptsächlich stark, weil die Strecke dem Motorrad und meinem Fahrstil entgegen kommt. Es gibt hier eben nur eine richtige Beschleunigungszone.
Marc Marquez

Pedrosa, der mit seinem Rennen trotz Platz drei gar nicht zufrieden war, teilte die Einschätzung seines Teamkollegen zu 100 Prozent: "Unser gutes Ergebnis ist nicht wegen einem Fortschritt zustande gekommen, sondern weil uns das Layout einfach erlaubt hat, hier näher an der Konkurrenz dran zu sein. Wir müssen immer noch an unserem Motorrad arbeiten, um beim Beschleunigen weniger zu verlieren, sonst können wir mit der Spitze nicht mithalten."

Pedrosas Warnung scheint berechtigt, warten doch mit Austin, Jerez und Le Mans nun drei Strecken auf die MotoGP, die ein völlig anderes Layout als Termas de Rio Hondo aufweisen. Stop and Go statt Tempojagd also. Wenn Honda auch in den nächsten drei Rennen ganz vorne mitmischt, darf man wohl von einem Ende der Krise sprechen.


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