Gibt Max Biaggi demnächst sein Comeback im MotoGP-Paddock? Weltmeister Jorge Lorenzo soll den vierfachen 250cc-Champion als Fahrer-Coach verpflichten wollen, wie die Sport-Webseite des italienischen TV-Senders Mediaset berichtet.

Lorenzo und Biaggi pflegen schon seit längerem ein gutes Verhältnis zueinander. So saß das Duo etwa nach Lorenzos Sturz im Chaos-Rennen von Misano am Abend stundenlang gemeinsam in einem Restaurant um sich zu beratschlagen.

Die neuen Anforderungen an die Piloten durch Einheitselektronik und die Michelin-Reifen treiben auch vermehrt Champions in die Hände von Fahrer-Coaches. Valentino Rossi arbeitet seit kurzem mit dem dreifachen Weltmeister Luca Cadalora zusammen, um sich von ihm Tipps für die Verbesserung seines eigenen Stils zu holen.

Lorenzo/Biaggi vs. Rossi/Cadalora?

Genau diese Aufgabe könnte nun Biaggi bei Lorenzo übernehmen, wenn man den Gerüchten Glauben schenkt. Biaggi selbst hat zwar seit 2005 kein MotoGP-Rennen mehr bestritten, war bis 2012 allerdings Stammpilot in der Superbike-WM und bestritt erst im Vorjahr vier WSBK-Rennen via Wildcard-Einsatz für Aprilia.

Max Biaggi und Valentino Rossi lieferten sich viele Auseinandersetzungen -
Max Biaggi und Valentino Rossi lieferten sich viele Auseinandersetzungen -Foto: Milagro

Die Verpflichtung Biaggis würde einiges an Brisanz bieten, denn Teamkollege Rossi würde bei Yamaha einen alten Erzfeind in seine unmittelbare Nähe bekommen. Oft sitzen Fahrer-Coaches mit ihren Schützlingen an der Box, womit die alten Streithähne Rossi und Biaggi bei Yamaha nur wenige Meter voneinander agieren würden.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com: Wenn sich Valentino Rossi einen Coach angelt, sollte Jorge Lorenzo das auch tun. Zu viele Faktoren wurden im Winter verändert, da können selbst mehrfache Weltmeister jeden fachkundigen Rat gut gebrauchen. Aus sportlicher Sicht macht Biaggi an Lorenzos Seite absolut Sinn. Aus psychologischer Sicht kann er auch nicht schaden, denn was Biaggi und Lorenzo eint, ist der gemeinsame Feind Valentino Rossi. Ob Yamaha dem "Roman Emperor" aber freien Boxenzutritt gewähren würde, darf bezweifelt werden. Außer man holt die alte Trennwand wieder aus der Abstellkammer, doch Yamaha beteuerte stets, dass es dazu nie wieder kommen wird. (Michael Höller)