MotoGP

Er darf so ein Manöver nicht machen - Agostini: Valentino hat die Kontrolle verloren

Valentino Rossi und Giacomo Agostini verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. Nach der Kollision von Sepang äußerte aber auch 'Ago' Kritik an seinem Kumpel.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Von seinen Fans erhält Valentino Rossi nach wie vor viel Unterstützung, in der Fachwelt wird aber überwiegend Kritik gegen ihn geäußert. Zwar wird allgemein anerkannt, dass Marc Marquez Rossi vor der Kollision massiv provoziert hatte, das sei aber noch lange keine Rechtfertigung für das Manöver des Doktors in Kurve 14. Auf die Seite der Kritiker schlägt sich jetzt überraschend auch Giacomo Agostini. Der einzige Pilot, der mehr Titel in der Königsklasse holte als Rossi, pflegt eigentlich ein überaus gutes Verhältnis mit seinem Landsmann. Nach Sepang wollte er ihn aber nicht verteidigen.

Er war sehr nervös, weil es für ihn eben um den WM-Titel geht. Das kann ich verstehen, aber so ein Manöver darf er sich dennoch nicht leisten.
Giacomo Agostini

"Valentino hat die Nerven verloren", meint Agostini im Gespräch mit 'As.' "Er war sehr nervös, weil es für ihn eben um den WM-Titel geht. Das kann ich verstehen, aber so ein Manöver darf er sich dennoch nicht leisten. Jeder hat gesehen was er gemacht hat. Er ist fast stehen geblieben, hat Marc angesehen und ihm gezeigt, dass er sich verpissen soll."

Agostini, selbst 15-facher Weltmeister, zeigte sich von der ungewohnt emotionalen Reaktion Rossis in diesem Zweikampf überrascht. "Er ist eigentlich ein großer Champion, der immer weiß, wie man die Kontrolle behält, aber dieses Mal hat er sie einfach verloren", glaubt Agostini. Tatsächlich hatte sich Rossi in der Vergangenheit oft in brenzlige Situationen begeben oder wurde in solche gebracht, behielt dabei aber immer kühlen Kopf und ging praktisch immer als Sieger hervor. Das änderte sich am Sonntag.

Rossi und Agostini kennen und respektieren sich seit vielen Jahren - Foto: Yamaha

Rossis Verbaltattacke unnötig

Rossi erlitt in Sepang einen herben Rückschlag im Titelkampf, den er sich aber selbst ankreiden müsse, findet Agostini: "Valentino hätte diese ganze Kontroverse am Donnerstag nicht anfangen sollen. So etwas muss vor zwei extrem wichtigen Rennen, in denen es um den Titel geht, nicht sein. Er hätte seine Meinung ein anderes Mal kundtun sollen, am besten am Sonntagnachmittag nach dem Rennen in Valencia." Das kann er nach wie vor. Die Chancen, das als Weltmeister zu tun, sind seit Sonntag aber deutlich gesunken.


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