Valentino Rossi, Jorge Lorenzo, Marc Marquez - drei Fahrer konnten in dieser Saison bereits ein MotoGP-Rennen gewinnen. Auch am Sachsenring führt wohl kaum ein Weg an diesem Trio vorbei. Motorsport-Magazin.com nimmt die Ausgangslage vor dem Grand Prix von Deutschland unter die Lupe.

Das Momentum

Vier Rennen in Folge büßte Valentino Rossi Punkte auf seinen Teamkollegen Jorge Lorenzo ein. Doch dann kam Assen. Rossi holte die Pole Position, ließ Lorenzo auf Rang drei uralt aussehen und setzte sich in der finalen Kurvenkombination des Rennens in einem hart geführten Duell gegen Marquez durch. "Ich habe mir diese Szene mittlerweile unzählige Male angesehen. Sowohl direkt nach dem Rennen, als auch nach einigen Tagen zuhause", erzählte Rossi im Vorfeld des Rennens am Sachsenring grinsend. Rossi führt seit dem ersten Rennen die WM-Wertung an und wird auch als Gesamtführender in die Sommerpause gehen, wenn er es am Sonntag auf das Podium schafft. Der Sprung unter die Top-3 gelang ihm 2015 in bislang jedem Rennen.

Vorteil Rossi

Das Gesetz der Serie

Blickt man auf die nackten Zahlen, so hat Marquez die wohl besten Chancen auf den Sieg am Sonntag. Seit fünf Jahren ist der Spanier auf dem Sachsenring ungeschlagen. 17 Sekunden Vorsprung beim 125cc-Sieg 2010, gewonnene Moto2-Duelle gegen Stefan Bradl 2011 und Mika Kallio 2012 und zuletzt zwei Siege in der MotoGP. Nur in seinen ersten beiden Versuchen auf dem Sachsenring verpasste Marquez den Sieg. "Der Sachsenring ist eine gute Strecke für mich, aber mir ist bewusst, dass es schwieriger wird als letztes Jahr", sagte der Weltmeister, der mit fünf bereits gleich viele Sachsenring-Siege auf dem Konto hat wie Valentino Rossi.

2014 landete Marquez den fünften Streich in Folge beim Deutschland GP -
2014 landete Marquez den fünften Streich in Folge beim Deutschland GP -Foto: Milagro

Das krasse Gegenteil dieser Statistik ist Lorenzo. In zwölf Versuchen auf dem Sachsenring gewann er noch nie. "Neben Austin ist das die einzige Strecke, auf der ich noch nie siegreich war. Aber im Vorjahr wurde ich Dritter und konnte die Honda-Pace halten, obwohl ich mit weit schlechteren Ergebnissen aus den Rennen davor hier her kam", lässt sich Lorenzo nicht entmutigen.

Vorteil Marquez

Das Motorrad

7:1 steht es nach Saisonsiegen, womit Yamaha gegenüber Honda klar die Oberhand hat. Bei Marc Marquez' Motorrad fand man den Stein der Weisen erst durch die Chassis-Umstellung auf das letztjährige Modell: "Ich kann das Motorrad wieder besser fühlen und das gibt mit in allen Lagen mehr Vertrauen. Hier an diesem Wochenende muss ich genau in diesem Stile weiterarbeiten." Zumindest bei der Elektronik kann Honda nun aber nicht mehr arbeiten, denn seit dem letzten Rennen ist die ECU eingefroren und darf nicht mehr entwickelt werden.

"Für uns ist das perfekt, denn wenn wir ein Einfrieren der Elektronikentwicklung bedeutet, dass sich damit auch die Resultate so zeigen, wie in der ersten Saisonhälfte, dann sind wir obenauf", scherzte Lorenzo, der aber wusste: "So einfach ist diese Rechnung aber nicht." Denn auch der vierfache Motorrad-Weltmeister weiß, dass Yamaha einem Sieg am Sachsenring seit mittlerweile fünf Jahren nachläuft. Die Chance auf Beendigung dieser Negativserie war aber selten zuvor so groß wie diesmal.

Vorteil Yamaha