MotoGP / Interview

Nur eine Zahl - Nicky Hayden: 200. Grand Prix steht bevor

Nicky Hayden bestreitet in Austin sein 200. MotoGP-Rennen. Der US-Amerikaner blickt auf seine lange Karriere zurück.

Motorsport-Magazin.com - Glückwunsch! In Austin wirst du dein 200. MotoGP-Rennen bestreiten.
Nicky Hayden: Danke, auch wenn ich mich in Wirklichkeit nicht so fühle, als wäre es der 200. Grand Prix. Es ist nicht so, als wäre ich nicht stolz darauf und zu gewinnen nicht etwas Besonderes, aber es ist nur eine Zahl. Aber worauf ich stolz bin, ist, dass ich noch immer motiviert und hungrig bin und noch immer schnell sein und kämpfen möchte. Manche dieser 200 Rennen erwecken bessere Erinnerungen als andere, aber ich denke, das ist normal.

Egal wie sehr sich die Dinge verändern, am Ende des Tages geht es noch immer darum, dass die Piloten mit den Maschinen ans Limit gehen
Nicky Hayden

Ist es etwas Spezielles, das Jubiläum bei deinem Heimrennen in Austin zu feiern?
Nicky Hayden: Ja, natürlich, aber noch spezieller wird es, wenn ich bei meinem Heimrennen ein gutes Ergebnis erzielen kann. Das wäre unglaublich. Aber es ist immer schön, die Zuneigung der Fans zu spüren.

Laguna Seca ist zwar deine Lieblingsstrecke, aber wie gefällt dir der COTA?
Nicky Hayden: Ich mag Austin, die Anlagen sind wirklich beeindruckend. Der Asphalt ist interessant - im letzten Jahr waren die Bedingungen noch immer brandneu. Was die Sicherheit betrifft, ist alles unglaublich, aber die Strecke selbst zählt nicht zu meinen Favoriten. Ich mag den ersten Sektor nicht, mir gefallen Strecken besser, die mehr Flow haben anstelle der harten Brems- und Beschleunigungspunkte. Dennoch ist es eine tolle Strecke und ich denke, wir Amerikaner sollten stolz darauf sein.

Du befindest dich in deiner 13. Saison in der Königsklasse. Wie hat sich die MotoGP während dieser Zeit verändert?
Nicky Hayden: Viele Dinge haben sich verändert - die Reifen, der Wechsel zu 800cc war eine der größten Veränderungen aber vermutlich nicht die beste... Ich denke, die größte Veränderung insgesamt wurde im Bereich der Elektronik gemacht. Aber egal wie sehr sich die Dinge verändern, am Ende des Tages geht es noch immer darum, dass die Piloten mit den Maschinen ans Limit gehen.

Und was hat sich bei Nicky Hayden verändert?
Nicky Hayden: Mein Alter! (lacht) Ich habe über die Jahre viel gelernt und mich in einigen Bereichen verbessert. Vielleicht in manchen nicht so sehr, wie ich es gewollt hätte. Insgesamt empfinde ich es nicht als wären es 200 Rennen.

Dein Highlight war sicherlich der MotoGP-Titel 2006. Kannst du ihn in einem einzelnen Satz zusammenfassen?
Nicky Hayden: Ein Traum wird wahr.

2006 krönte sich Hayden zum Champion - Foto: Repsol Honda

Hast du lustige oder ungewöhnliche Erinnerungen an die letzten Jahre?
Nicky Hayden: Ich kann mich an einige tolle Dinge erinnern. Das Reisen, unterschiedliche Orte, das Kennenlernen verschiedener Dinge, die sich ein Junge aus Kentucky normalerweise gar nicht vorstellen kann. Die Leidenschaft der Fans zu spüren und ganz besonders einige dieser Erfahrungen mit meiner Familie zu teilen.

Wie lautet das Geheimnis, die Motivation so lange aufrechtzuhalten?
Nicky Hayden: Ich liebe Motorradrennen und alles, was es mit sich bringt. Die Leute, die Bikes... all diese Dinge sind ein Teil von mir. Das ist, was ich bin - ein Motorradrennfahrer.

ich bezweifle, dass es zwei jüngere Fahrer gibt, die Motorräder so sehr lieben wie Valentino und ich
Nicky Hayden

Alt oder erfahren?
Nicky Hayden: Man hat mich schon schlimmer bezeichnet, daher ist keine der beiden Definitionen so schlecht.

Ist dir bewusst, dass du nach Valentino Rossi der zweitälteste Fahrer im Feld bist?
Nicky Hayden: Ja, wir sind beide Fahrer mit einer langen Karriere hinter uns. Es stimmt, dass wir die ältesten im Feld sind, aber ich bezweifle, dass es zwei jüngere Fahrer gibt, die Motorräder so sehr lieben wie Valentino und ich. Wenn es eine Sache gibt, die wir gemeinsam haben, dann ist es unsere Leidenschaft für Bikes.

Würdest du etwas ändern, wenn du die Zeit zurückdrehen könntest?
Nicky Hayden: Nachdem das etwas ist, das ich nicht kann, will ich nicht zu viel Zeit damit verschwenden, daran zu denken, was ich tun könnte, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.

Was sind deine Ziele für die nahe Zukunft?
Nicky Hayden: Es ist früh, um klare Ziele zu setzen, aber der Plan ist, der Beste der Open-Kategorie zu sein und wieder zur Bestform zurückzufinden. Ich hatte im letzten Jahr stark mit der Handgelenksverletzung zu kämpfen und war mit meiner Performance nicht zufrieden, rechne aber damit, dass es diesmal viel besser läuft.


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