MotoGP

Formelle Beschwerde - Smith: Von Streckenposten aufgehalten

Bradley Smith wollte beim Rennen in Valencia nach einem Ausrutscher eine erlaubte Abkürzung fahren - doch er wurde aufgehalten und stürzte.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Bradley Smith wurden beim Saisonfinale in Valencia die Streckenposten zum Verhängnis. Als er in Kurve acht auf eine feuchte Stelle kam, konnte er nicht mehr lenken und musste geradeaus fahren. In diesem Moment erinnerte er sich an eine Abkürzung, die von Kurve acht zu Kurve 13 führt. Obwohl sie einen großen Teil der Strecke umgeht, hat die Rennleitung die Nutzung nicht verboten, stellte Smith klar. Das habe ihm Rennleiter Mike Webb zu 100 Prozent versichert.

Sie haben mich zurückgeschickt und ich landete auf dem Boden. Das war aus meiner Sicht nicht mein Fehler.
Bradley Smith

"Keiner hat uns gesagt, dass wir das nicht tun dürfen und dass wir deswegen eine Strafe erhalten würden, so lange ich keinen Vorteil erziele", stellte er klar. "Ich habe mir gedacht: ich habe einen Fehler gemacht, ich werde da durchfahren und darauf warten, dass die Ducatis vorbeifahren und bis ich die Espargaros hinter mir mehr oder weniger sehen kann, und dann fahre ich weiter", erläuterte Smith.

"Als ich das tat und durch den Kies fuhr, wurde ich zunächst von einem Streckenposten aufgehalten, dann kamen zwei weitere hinzu. Sie haben mich zurückgeschickt und ich landete auf dem Boden. Das war aus meiner Sicht nicht mein Fehler", schilderte er die Situation. "Ich habe Zeit verloren, weil ich das Bike aufheben musste und erst dann weiterfahren konnte. Die Streckenposten haben sicherlich versucht, mir zu helfen, auf jedwede Weise, aber während dieser Zeit bin ich auf dem Boden gelandet."

Ich habe Zeit verloren, weil ich das Bike aufheben musste und erst dann weiterfahren konnte.
Bradley Smith

Smith erklärte, dass es ein Video gebe, das zeige, dass seine Berichte der Wahrheit entsprechen. Webb habe sich jedoch noch nicht zu seinem Sturz in den Kies geäußert. "Ich habe eine formelle Beschwerde gegen die Situation eingereicht", meinte Smith. "Leider werden wir nicht die heutige Rennposition ändern können oder den Stand der Weltmeisterschaft, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das nächstes Jahr in einer Regelung geklärt wird."

Auf anderen Strecken wie Misano oder Aragon gebe es bereits entsprechende Regeln, in denen erläutert wird, welche Straßen straffrei genutzt werden dürfen. "Das wurde dieses Wochenende nicht gesagt, das war also ein Schlupfloch, das ich genutzt habe", sagte Smith. "Nächstes Jahr wird es das nicht geben, das wird dann geklärt sein und die Streckenposten werden dann hoffentlich besser wissen, wie die Regeln aussehen." Er habe alles richtig gemacht, aber nicht das richtige Ergebnis erhalten.

Positive zweite Saisonhälfte

Trotz des enttäuschenden letzten Rennens zog Smith ein positives Saisonfazit. "Ich bin wirklich zufrieden damit, wie ich das Jahr beendet habe. Die zweite Saisonhälfte war sehr positiv. Das Gute ist, dass wir etwas gefunden haben, das auf jeder Strecke funktioniert hat und das es mir ermöglicht hat, in den Rennen konstant vor meinem Teamkollegen zu sein", berichtete der Brite. "Das können wir in die Saison 2015 mitnehmen. Ich kann dann klüger fahren, davon profitieren, was wir gelernt haben, und eine bessere und konstantere Saison haben."

Die zweite Saisonhälfte war sehr positiv.
Bradley Smith

Smith muss sich für die kommende Saison jedoch umstellen, denn sein Dateningenieur verlässt das Team in Richtung Scott Redding. "Das ist für mich persönlich ein herber Schlag, denn wir hatten ein tolles Verhältnis", gestand Smith. Zudem wechselt ein Mechaniker in den Tech3 Workshop.

Ab Montag wird Smith den Test zunächst mit dem aktuellen Bike aufnehmen. Was danach geplant ist, weiß er noch nicht genau, er hofft jedoch darauf, dass wie im vergangenen Jahr eine Werksmaschine in die Box kommt. "Ich werde morgen Nachmittag etwas fahren. Am Dienstag soll es regnen - ich bin nicht so erpicht darauf, im Regen zu fahren. Vielleicht versuche ich es aber, auch weil wir dieses Jahr im Regen furchtbar waren", erläuterte er. "In Malaysia könnte es vielleicht nicht regnen, in Qatar auch nicht, also könnte es gut sein, diese Informationen zu sammeln. Ich werde außerdem versuchen, die richtige Sitzposition und die richtige Balance für mich zu finden."


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