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MotoGP / Analyse

Lorenzo glänzt in Japan - Lorenzo vs. Marquez: Die Analyse

Jorge Lorenzo ließ in Motegi keinen Zweifel daran, dass er ans äußerste Limit geht. Der Japan GP in der Analyse.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Finale Grande lautet das Motto in der MotoGP nach der überstandenen dreiwöchigen Fernost-Tour. Die Titelentscheidung wird erst beim letzten Saisonrennen in Valencia zwischen Marc Marquez und Jorge Lorenzo fallen. Möglich gemacht hat das ein Weltmeister, der beim Japan Grand Prix unter erschwerten Bedingungen wie ein spanischer Stier gekämpft hat und sich mit einer tadellosen Leistung den Sieg schnappte.

Der Session-Vergleich

Session Lorenzo Marquez
Qualifying 1:53.471 (1.) 1:54.129 (2.)
Warm-Up 1:46.580 (4.) 1:46.563 (3.)
Rennzeit 42:34.291 (1.) 42:37.479 (2.)
Schn. Rennrunde 1:45.738 (1.) 1:45.828 (3.)

Jorge Lorenzo feierte in Motegi nicht nur einen simplen Sieg, sondern durfte sich über den Hattrick aus GP-Triumph, Pole Position und schnellster Rennrunde freuen. Damit war Lorenzo außer im Warm-Up - quasi der einzigen echten Trainingseinheit des Wochenendes - immer der schnellste Mann im Feld. An Kampfgeist mangelte es dem Weltmeister also nicht. "Ich wollte diesen Sieg unbedingt. Das ist einer der glücklichsten Tage meiner MotoGP-Karriere", sagte der Spanier nach dem Rennen. Zudem sicherte sich Lorenzo in Motegi einen Bonus: An Saisonsiegen steht es zwischen ihm und Marquez nun 7:6 weshalb bei Punktegleichheit Lorenzo den Titel erobern würde.

Das Rennen im Rückblick

Lorenzo setzte sich am Start ab - Foto: Repsol Honda

Schon vor dem Rennen pokerte Lorenzo, ließ den weichen Hinterreifen aufziehen, den von den Prototypen-Fahrern sonst nur noch Bradley Smith einsetzte. Der Grund: Die Asphalttemperatur war um zehn Grad höher als im Warm-Up. Der Poker ging auf: Lorenzo (und Smith im hinteren Feld) erwischten einen tollen Start. Marquez hingegen kam schlecht weg, lag nach einer Runde hinter Valentino Rossi nur auf Rang drei und hatte nach dem zweiten Umlauf schon 1.2 Sekunden Rückstand auf Lorenzo. Doch der Weltmeister konnte sich nach einem kurzen Reifenvorteil nicht entscheidend absetzen. In Runde drei fuhr Marquez die bis dahin schnellste Rennrunde und lag zwei Laps später nur noch 0.311 Sekunden hinter Lorenzo.

Ab der zehnten Runde versuchte Marquez zu attackieren, im zwölften Umlauf betrug Lorenzos Vorsprung nur noch 0.181 Sekunden. Der WM-Leader kam am Weltmeister aber nicht vorbei. Lorenzo fuhr in der 16. Runde die absolut schnellste des Rennens, Marquez setzte eine Runde später einen letzten Konter, war in diesem Umlauf aber zum letzten Mal in diesem Rennen (Ausnahme: Runde 20, als Lorenzo beim Überrunden fast auf Damien Cudlin auffuhr) schneller als der Weltmeister.

Lass es und nimm die 20 Punkte mit.
Marc Marquez

"Jorge hat am Ende mehr gepusht und ich musste zu sehr ans Limit gehen. Deshalb habe ich dann gesagt: Lass es und nimm die 20 Punkte mit", musste sich Marquez eingestehen. Bis zur vorletzten Runde war sein Rückstand schon auf zweieinhalb Sekunden angewachsen. Von Dani Pedrosa ging zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr mehr für Marquez' zweiten Platz aus. Der Katalane musste schon während der Tempoerhöhung an der Spitze in den Runden 15 bis 17 deutlich abreißen lassen und kam letztlich 1.4 Sekunden hinter Marquez ins Ziel.


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