Jorge Lorenzo hatte in Brünn einen kapitalen Fehler gemacht und sich für die weichere Vorderradmischung entschieden, obwohl fast alle anderen mit der harten Mischung unterwegs waren. Der Fehler zeigte sich im fehlenden Tempo und dem daraus resultierenden vierten Platz. "In der zweiten Runde habe ich gebremst wie in der Qualifikation, aber der Vorderreifen ist eingeklappt. Ich weiß nicht, was heute passiert ist, es war viel rutschiger, die Rundenzeiten waren viel langsamer. Ich weiß es nicht", versuchte er zu erklären.
Das Hauptproblem gab der Mallorquiner jedoch klar zu: "Wir haben den falschen Vorderreifen gewählt, aber vor dem Rennen dachten wir, es wäre die bessere Variante. Ich hatte in keinem Training ein gutes Gefühl mit der härteren Mischung. In der Qualifikation bin ich auf dem harten Reifen zwar eine schnelle Runde gefahren, im zweiten Umlauf war ich dann aber sechs Zehntel langsamer, also dachte ich der harte Reifen ist nicht gut. Ich habe den weicheren probiert, da war mein Tempo konstanter, das Gefühl war besser. Es schien aber als sei die Strecke heute nach dem Moto2-Rennen rutschiger gewesen und deshalb war es wohl nicht die richtige Wahl."
Um einen Podestplatz zu kämpfen sei ein zu hohes Risiko gewesen. "In allen Kurven, in jeder Runde, das ganze Rennen lang, wäre mir das Vorderrad fast weggerutscht. Ich musste immer weit gehen. Bei den höheren Temperaturen und den veränderten Streckenbedingungen war der härtere Reifen die bessere Wahl, nur Bautista und ich waren auf dem weichen unterwegs. Es war die falsche Entscheidung, ich habe sie selbst getroffen, aber unser Bridgetsone-Techniker und Ramon [Forcada] stimmten mir zu", erklärte Lorenzo weiter.
Niemals aufgeben
Eigentlich hatte sich der amtierende Weltmeister vorgenommen mit Casey Stoner mitzuhalten. "Heute wäre eine gute Möglichkeit gewesen, weil Dani [Pedrosa] eigentlich der schnellste Mann auf der Strecke war, aber stürzte. Dann dachte ich, ich könnte mit Casey um den Sieg kämpfen, auch sein Tempo war das ganze Rennen lang nicht ganz so hoch, aber unser Tempo war noch viel schlechter, also war es einfach unmöglich", bedauerte er.
Doch noch sei nichts verloren: "Ich gebe niemals auf! Die Meisterschaft wird jetzt natürlich schwerer als vor dem Rennen, aber es sind noch so viele Punkte offen. Die Meisterschaft ist noch nicht vorbei." Am Montag folgt nun erst einmal der Test. Lorenzo hofft: "Dabei werden wir vielleicht noch ein paar Zehntel aus der 800er herausholen können und dann darf ich endlich das 1000ccm-Bike testen, darauf bin ich sehr gespannt." Zudem sei es nicht leicht, die 800er noch zu verbessern. Der 24-Jährige schloss ab: "Yamaha arbeitet aber hart und versucht alles. Wir werden nicht aufgeben und bis zum Ende um die Meisterschaft kämpfen."

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