Auch wenn er es nicht gerne hört, Valentino Rossi ist mittlerweile lange im Rennfahrer-Geschäft dabei und hat einiges miterlebt. Am Sonntag feierte er auf dem Sachsenring seinen 250. Grand Prix Einsatz, auch wenn ihm vielleicht nur bedingt zum Feiern zumute war. In seiner Zeit in der Weltmeisterschaft hat Rossi auch viele Umstellungen mitmachen müssen, einige davon in der Königsklasse, immerhin wurden in seinen ersten beiden Jahren dort noch 500er gefahren. Dementsprechend viel kann er auch über die Änderungen im Fahrstil erzählen.
"Der Fahrstil hat sich in den vergangenen zehn Jahren sehr oft verändert. Zuerst mit den 500ern, dann mit den 990ern. Wenn man mehr Leistung hat, muss man versuchen, die Beschleunigung so gut wie möglich zu nutzen und in der Kurvenmitte darf man nicht zu sehr über die Geschwindigkeit nachdenken. Sehr eigen war auch der Michelin-Fahrstil. Dort musste man die Traktion nutzen, ohne an den Kurvenspeed zu denken", sagte Rossi.
Bridgestone hat alles verändert
Durch die Bridgestone-Reifen sei das alles sehr anders geworden, denn damit ist der Grip an der Kante besser, wodurch sich höhere Kurvengeschwindigkeiten fahren lassen, ohne beim Beschleunigen Einbußen zu haben. "Das ist für mich der größte Unterschied. Aber auch die Elektronik macht viel aus. Zuvor musste man die Slides und Wheelies selbst kontrollieren, jetzt braucht man die richtige Technik und ein gutes Setup", erzählte der Italiener.
Dadurch müssen sich die Fahrer auf der Maschine auch nicht mehr so stark nach vorne oder hinten bewegen, dafür lehnen sie sich beim Beschleunigen etwas weiter nach außen, um so die Traktionsbereiche des Reifens besser zu nutzen, wenn der Wheelie unterdrückt wird. "Es ist alles ziemlich kompliziert. Mittlerweile hat man eine recht unnatürliche Sitzposition, zumindest wenn man das mit einem normalen Motorrad oder einem Superbike vergleicht", meinte Rossi.

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