Wie sieht es hinter den verschlossenen Türen der MotoGP-Zeitnahme aus? Wie verbringen die 'Hüter der Bestzeiten' ihre Tage an der Rennstrecke? Motorsport-Magazin.com durfte auf Einladung von Tissot, dem offiziellen Zeitnehmer der MotoGP, am Sachsenring hinter die Kulissen schauen und gewann dabei interessante Einblicke.
Foto: Patrik Völker

Wie sieht es hinter den verschlossenen Türen der MotoGP-Zeitnahme aus? Wie verbringen die 'Hüter der Bestzeiten' ihre Tage an der Rennstrecke? Motorsport-Magazin.com durfte auf Einladung von Tissot, dem offiziellen Zeitnehmer der MotoGP, am Sachsenring hinter die Kulissen schauen und gewann dabei interessante Einblicke.

Hinter den Kulissen geht es eigentlich unspektakulär zu. Die Dorna und Tissot stellen das zehnköpfige Zeitnahme-Team, das in der aktuellen Besetzung bereits seit ein paar Jahren zusammenarbeitet. Die Truppe geht geschlossen mit der MotoGP auf Welttournee und wechselt sich nicht ab. Mit dem Aufbau der Zeitnahme-Infrastruktur entlang der Strecke wird bereits am Dienstag vor dem Rennen begonnen. Insgesamt benötigt das gesamte Zeitnahme-System vier Flugcontainer zum Transport rund um die Welt.
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Hinter den Kulissen geht es eigentlich unspektakulär zu. Die Dorna und Tissot stellen das zehnköpfige Zeitnahme-Team, das in der aktuellen Besetzung bereits seit ein paar Jahren zusammenarbeitet. Die Truppe geht geschlossen mit der MotoGP auf Welttournee und wechselt sich nicht ab. Mit dem Aufbau der Zeitnahme-Infrastruktur entlang der Strecke wird bereits am Dienstag vor dem Rennen begonnen. Insgesamt benötigt das gesamte Zeitnahme-System vier Flugcontainer zum Transport rund um die Welt.

Das ist das wichtigste Tool der 'Hüter der Bestzeiten': Der Transponder, der dem aktuellen Reglement entsprechend an jedem Motorrad verbaut sein muss. Das Bauteil übermittelt nicht nur Daten an die Zeitnahme-Station, sondern ist zum zentralen Kommunikationstool geworden. Einst nur als Sender gedacht, können mittlerweile auch Nachrichten an den Transponder geschickt werden, wie zum Beispiel Mitteilungen der Rennleitung oder kurze Messages der Teams an ihre Fahrer. Jeder Transponder hat einen einzigartigen Code und mehrere Frequenzen für die Kommunikation. Die Geräte müssen die Teams selbst vom Einheitshersteller erwerben und an die Rennstrecke bringen. Die Zeitnahme greift lediglich auf die Daten aus dem System zurück.
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Das ist das wichtigste Tool der 'Hüter der Bestzeiten': Der Transponder, der dem aktuellen Reglement entsprechend an jedem Motorrad verbaut sein muss. Das Bauteil übermittelt nicht nur Daten an die Zeitnahme-Station, sondern ist zum zentralen Kommunikationstool geworden. Einst nur als Sender gedacht, können mittlerweile auch Nachrichten an den Transponder geschickt werden, wie zum Beispiel Mitteilungen der Rennleitung oder kurze Messages der Teams an ihre Fahrer. Jeder Transponder hat einen einzigartigen Code und mehrere Frequenzen für die Kommunikation. Die Geräte müssen die Teams selbst vom Einheitshersteller erwerben und an die Rennstrecke bringen. Die Zeitnahme greift lediglich auf die Daten aus dem System zurück.

Ob die Zeitnahme einwandfrei funktioniert, wird am Donnerstag mithilfe einer Sichtungsrunde im Safety Car, das zu diesem Zweck ebenfalls mit einem Transponder ausgestattet wird, ermittelt. Jede Strecke verfügt über fünf Messpunkte, die für alle Fans im Live-Timing und im TV-Bild ersichtlich sind: Auf Start/Ziel sowie an drei Punkten wird die Zwischenzeit gemessen, am schnellsten Punkt der Strecke der Topspeed. Darüber hinaus gibt es aber - je nach Strecke - drei bis fünf weitere Messpunkte, die zum Beispiel für die TV-Einblendung von Positionswechseln zwischen zwei Zwischenzeiten herangezogen wird.
Foto: Patrik Völker

Ob die Zeitnahme einwandfrei funktioniert, wird am Donnerstag mithilfe einer Sichtungsrunde im Safety Car, das zu diesem Zweck ebenfalls mit einem Transponder ausgestattet wird, ermittelt. Jede Strecke verfügt über fünf Messpunkte, die für alle Fans im Live-Timing und im TV-Bild ersichtlich sind: Auf Start/Ziel sowie an drei Punkten wird die Zwischenzeit gemessen, am schnellsten Punkt der Strecke der Topspeed. Darüber hinaus gibt es aber - je nach Strecke - drei bis fünf weitere Messpunkte, die zum Beispiel für die TV-Einblendung von Positionswechseln zwischen zwei Zwischenzeiten herangezogen wird.

Das Herzstück: Hier laufen die Daten aller Transponder und Messpunkte zusammen und werden für das Live-Timing und die TV-Einblendungen vollautomatisch verarbeitet. Ein Backup-System sichert gegen eventuelle Zwischenfälle ab.
Foto: Patrik Völker

Das Herzstück: Hier laufen die Daten aller Transponder und Messpunkte zusammen und werden für das Live-Timing und die TV-Einblendungen vollautomatisch verarbeitet. Ein Backup-System sichert gegen eventuelle Zwischenfälle ab.

Falls alle Stricke reißen und Haupt- sowie Backup-System ausfallen sollten, gibt es immer noch die gute alte 'Handzeitnahme', für die zwei Personen abgestellt sind, die direkt an einem Fenster auf Start/Ziel platziert sind.
Foto: Patrik Völker

Falls alle Stricke reißen und Haupt- sowie Backup-System ausfallen sollten, gibt es immer noch die gute alte 'Handzeitnahme', für die zwei Personen abgestellt sind, die direkt an einem Fenster auf Start/Ziel platziert sind.

Die Zeitnahme misst auf Zehntausendstelsekunden genau, doch aktuell begnügt sich die MotoGP damit, die offiziellen Resultate nur auf Tausendstelsekunden genau auszuweisen und auf die vierte Stelle hinter dem Komma zu verzichten. Falls es doch einmal knapp wird, gibt es das berühmte Fotofinish. Hierbei wird auf das laufende Bild einer Hochgeschwindigkeitskamera zurückgegriffen, die mit 20.000 Bilder pro Sekunde auf die Ziellinie schießt. Allerdings wird dabei nur eine Bildbreite von exakt einem Pixel fotografiert, die der Computer dann zu einer Sequenz zusammenfügt. Daher sehen Zielfotos auch immer so aus, als würden die Fahrer auf weißem Untergrund fahren, denn der fotografierte Pixel ist exakt auf dem weißen Zielstrich fixiert.
Foto: Patrik Völker

Die Zeitnahme misst auf Zehntausendstelsekunden genau, doch aktuell begnügt sich die MotoGP damit, die offiziellen Resultate nur auf Tausendstelsekunden genau auszuweisen und auf die vierte Stelle hinter dem Komma zu verzichten. Falls es doch einmal knapp wird, gibt es das berühmte Fotofinish. Hierbei wird auf das laufende Bild einer Hochgeschwindigkeitskamera zurückgegriffen, die mit 20.000 Bilder pro Sekunde auf die Ziellinie schießt. Allerdings wird dabei nur eine Bildbreite von exakt einem Pixel fotografiert, die der Computer dann zu einer Sequenz zusammenfügt. Daher sehen Zielfotos auch immer so aus, als würden die Fahrer auf weißem Untergrund fahren, denn der fotografierte Pixel ist exakt auf dem weißen Zielstrich fixiert.

Am Ende einer jeden Session erstellt die Zeitnahme das finale Ergebnis. Dieses wird an die Rennleitung übermittelt und wird erst in dem Moment offiziell, in dem es dort unterschrieben wird. Die Zeitnahme selbst veröffentlicht keine Ergebnisse, sie ist lediglich das durchführende Organ - die 'Herren der Bestzeiten' eben.
Foto: Patrik Völker

Am Ende einer jeden Session erstellt die Zeitnahme das finale Ergebnis. Dieses wird an die Rennleitung übermittelt und wird erst in dem Moment offiziell, in dem es dort unterschrieben wird. Die Zeitnahme selbst veröffentlicht keine Ergebnisse, sie ist lediglich das durchführende Organ - die 'Herren der Bestzeiten' eben.