Wenn Laurens Vanthoor in einem GT3-Auto den berühmten Stadtkurs von Macau in Angriff nimmt, verspricht das meist Spektakel. So auch an diesem Donnerstag beim 1. Freien Training zum FIA GT-Weltcup im Rahmen des 72. Macau Grand Prix. Der Porsche-Werksfahrer erzielte zum Auftakt zwar die Bestzeit, krachte aber wenige Minuten vor dem Ende der Session mit hoher Geschwindigkeit in die Mauern.
Vanthoor verlor in der Mandarin-Kurve die Kontrolle über den Porsche 911 GT3 R von Absolute Racing, drehte sich einmal komplett über die Strecke schlug mit dem Heck voran in die Streckenbegrenzung ein. Damit gewann der Sponsor des Neunelfers, die Taschentuchfirma 'Tempo', eine ganz neue Bedeutung. Die Rennleitung brach das Training dreieinhalb Minuten vor Schluss mit roten Flaggen ab.
Vanthoor-Crash in Macau: Erinnerungen an 2016...
Vanthoor konnte den Porsche aus eigener Kraft verlassen und blieb unverletzt. Der Belgier, der am vergangenen Wochenende die WM-Titelverteidigung mit Porsche in der WEC verpasste, musste im anschließenden 2. Training allerdings aussetzen. Das Team Absolute Racing hatte alle Hände voll zu tun, um den an Front und Heck beschädigten GT3-Porsche für den weiteren Verlauf des Wochenendes zu reparieren.
Vanthoor und Macau, da werden Erinnerungen wach: Im Jahr 2016, damals noch im Audi R8 LMS GT3 unterwegs, gelang ihm das Kunststück, das Hauptrennen auf dem Dach liegend zu gewinnen. Vanthoor war - so wie heute - als Führender in der Mandarin-Kurve eingeschlagen und überschlug sich dabei. Die Rennleitung brach das Rennen nach nur vier absolvierten Runden sofort ab und startete es nicht neu, nachdem es zuvor bereits einen heftigen Crash samt Unterbrechung gegeben hatte. Vanthoor wurde als Sieger gewertet, weil die Reihenfolge in der Runde vor dem Abbruch als letzte gewertet wurde.
Macau: Porsche-Bestzeiten in beiden Trainings
Zurück zur Gegenwart: Vanthoor blieb im 1. Training als einziger der 16 GT3-Piloten unter der 2:17er-Marke. In Abwesenheit des 34-Jährigen hielt dessen belgischer Landsmann Alessio Picariello in der zweiten Session die Porsche-Fahne hoch. Er benötigte im 2. Training 2:15.966 Minuten für die Tagesbestzeit und hatte 0,173 Sekunden Vorsprung auf den früheren Macau-Sieger Raffaele Marciello im Rowe-BMW M4 GT3 Evo. Markenkollege Sheldon van der Linde (WRT-BMW) belegte mit sechs Zehntelsekunden Rückstand den dritten Platz.
Knapp dahinter auf P4 folgte der amtierende DTM-Champion Ayhancan Güven im Schumacher-CLRT-Porsche. Der Türke wollte auch in Macau nicht bestätigen, dass er 2026 erneut in der deutschen Traditionsserie an den Start gehen wird oder will. Seit geraumer Zeit gibt es Spekulationen um Güvens Zukunft, unter anderem steht ein Wechsel in die Formel E im Raum. "Es gibt verschiedene Optionen, gleichzeitig steht aktuell die eine oder andere Veränderung in der Welt des Motorsports an", sagte Güven vor wenigen Wochen.
Laurin Heinrich: Aus dem Prototypen in den GT3-Porsche
Porsche-Power auch auf Platz fünf und damit drei Neunelfer in den Top-5 der Zeitenliste: Laurin Heinrich folgte hinter Güven im zweiten CLRT-Porsche. Der 24-Jährige war direkt aus Bahrain nach Macau gereist, wo er am Wochenende sein Hypercar-Debüt im WEC-Porsche gab. Heinrich schlug sich trotz kurzer Vorbereitungszeit achtbar und könnte 2026 weitere Prototypen-Einsätze in der IMSA-Meisterschaft erhalten.
Der amtierende Le-Mans-Gesamtsieger Yifei Ye (Harmony-Ferrari), Audi-Urgestein Christopher Haase (Phantom-Audi) und Ferrari-Werksfahrer Antonio Fuoco (AF-Corse-Ferrari) komplettierten die Top-8 im 2. Freien Training. Joel Eriksson (Phantom-Audi) und Dorian Boccolacci (Phantom-Porsche) folgten auf den Positionen neun und zehn, während das Lamborghini-Duo um Luca Engstler und 'Mister Macau' Edoardo Mortara am Ende des Feldes landete.
Wie es beim Macau Grand Prix 2025 weitergeht und wie ihr die Qualifyings und Rennen im TV und Livestream verfolgen könnt, lest ihr in unserer Programmübersicht:



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