IndyCar

Formel 1, McLaren & Alonso: Chevrolet statt Honda beim Indy 500

Das IndyCar-Projekt von McLaren nimmt weiter Formen an. Fernando Alonso geht 2019 beim Indy 500 mit Chevrolet an den Start. Honda-Veto gegen F1-Star?
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - McLarens Pläne für den Start mit Fernando Alonso beim 103. Indy 500 im Mai 2019 nehmen weiter Formen an. Nachdem zuletzt der ehemalige Force-India-Teamchef Bob Fernley als Präsident von McLarens IndyCar-Programm bekanntgegeben wurde, gibt es mit Chevrolet nun auch einen Motorenpartner für das Engagement.

"McLaren und Chevrolet haben im nordamerikanischen Motorsport eine lange Historie und die Möglichkeit diese beiden Marken für dieses besondere Event wiederzuvereinen war einfach zu gut, um sie sich entgehen zu lassen", sagt McLaren CEO Zak Brown zur Wiedervereinigung der beiden Unternehmen nach 47 Jahren. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren traten sie in den USA in der CanAm-Serie zusammen an.

"Es ist aufregend, für das Indy 500 2019 mit Fernando Alonso und McLaren zusammenzuspannen", sagt Chevrolets Motorsport-Vizepräsident, Jim Campbell. "Fernando bringt unglaubliches Talent und Leidenschaft für den Sport und den Sieg beim größten Rennen der Welt mit. Wenn Fernando auf der Strecke ist, elektrisiert er. Er bringt den Fans überall Freude."

McLaren mit Chevrolet: Honda-Veto gegen Alonso?

Die Entscheidung für den US-amerikanischen Hersteller ist aber nicht allein der Nostalgie oder der Tatsache geschuldet, dass Chevrolet 2018 im Heck von Will Powers Penske-Boliden das Indy 500 gewann. Der einzige Wettbewerber in der IndyCar, Honda, verweigerte sich Gerüchten nach einer weiteren Zusammenarbeit mit Fernando Alonso.

2017 waren die Japaner noch Motorenlieferant von McLarens Abstecher zum Indy 500 gewesen, als das Team in einer Kooperation mit Honda-Kunde Andretti Autosport ein Auto für Fernando Alonso an den Start rollte. Der Spanier war zu dieser Zeit auch in der Formel 1 noch mit Honda-Motoren unterwegs, weshalb eine Zusammenarbeit zu diesem Zeitpunkt der logische Weg war.

Mit dem Ende der Partnerschaft zwischen McLaren und Honda endete allerdings auch jegliches Wohlwollen seitens Honda gegenüber Alonso. Der freut sich über den Wechsel zu Chevrolet. Wohl auch, weil er 2017 das Indy 500 in aussichtsreicher Position mit einem Motorschaden beenden musste.

Fernando Alonso und Zak Brown sind auch 2019 beim Indy 500 ein Team - Foto: Sutton

Alonso hofft auf Vorjahressieger Chevrolet: Bestmögliche Position

"Es wird eine Ehre sein, beim Indy 500 2019 das Bowtie-Logo [Chevrolets Markenemblem] zu tragen", so der spanische Formel-1-Ruheständler, der sich vom Vorjahressieger ein konkurrenzfähiges Paket verspricht. "Mit Chevrolet-Power im Heck bringen wir uns in die bestmögliche Position, um an der Spitze zu kämpfen."

"Unsere Partnerschaft mit Chevrolet ist ein Schlüsselfaktor für unsere Pläne beim Indy 500 2019", so Bob Fernley. "Wir haben mit dem Team von Chevrolet schnell eine starke Arbeitsbeziehung aufgebaut. Sie sind absolut professionell, haben sich dieser Herausforderung ganz verschrieben und sind wahre Racer."

Alonso machte in Bahrain erstmals Bekanntschaft mit Motoren aus dem Hause Chevrolet, als er beim Autotausch den Impala von NASCAR-Legende Jimmie Johnson pilotierte: "Ich habe in Jimmies NASCAR schon einen Vorgeschmack der Chevy-Power bekommen und es hat mir gefallen. Ich bin stolz, dass Chevrolet Teil des Teams ist."

Alonso und Johnson tauschen Autos - Showrun Formel 1 vs. NASCAR: (00:52 Min.)

McLarens IndyCar-Team nimmt Formen an

Zum Einsatz kommen in der IndyCar V6-Motoren mit 2.2 Litern Hubraum und zwei Turboladern. Abhängig vom Streckenlayout bringen es die Motoren auf eine Leistung von zwischen 550 und 750 PS, bei aktiviertem Push-to-Pass gibt es 60 PS zusätzlich. Die Kraftübertragung wird von einem Sechsgang-Getriebe erledigt.

McLarens IndyCar-Projekt nimmt damit immer weiter Formen an. Brown hatte zuletzt in Abu Dhabi erklärt, dass es sich anders als 2017 diesmal um ein langfristiges Engagement handelt. Es steht offenbar auch zur Debatte, neben Alonso noch ein zweites Auto für das Indy 500 zu melden. Hierzu wollte sich der CEO allerdings nicht äußern.

McLaren hat mit Fernley und de Ferran die richtigen Männer für Formel 1 und IndyCar

"IndyCar ist etwas, das wir lange diskutiert haben, bevor wir ein langfristiges Interesse gefasst haben. Wir wollen dort als McLaren Racing antreten und beginnen den Aufbau des Teams, um beim Indy 500 mit Fernando konkurrenzfähig zu sein", sagt Brown. "Bobs Job ist es, das Team zusammenzustellen. Er war bereits in Indy und ist ein kompromissloser Racer. Gil [de Ferran, Sportdirektor von McLaren] kennt die IndyCar natürlich auch."

In Anbetracht von Fernleys F1-Vergangenheit und de Ferrans erfolgreicher Karriere als Champ-Car- und Indy-500-Champion könnte da doch Sinn machen, die Rollen der beiden innerhalb des McLaren-Konzerns zu tauschen. "Wir haben bei McLaren ein paar Leute, die IndyCar-Erfahrung haben. Aber wir sind zuversichtlich, dass Bob weißt wie er ein konkurrenzfähiges Team zusammenstellt", vertraut Brown auf die momentane Rollenverteilung.


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