Eine überraschende Nachricht erreicht die Formel E kurz vor dem Miami ePrix: Lola Cars und ABT Sportsline gehen nach zwei Jahren getrennte Wege. Das haben beide Parteien am Dienstagnachmittag bekannt gegeben. Der Bruch bedeutet das Ende des Lola Yamaha ABT Formel E Teams. Was heißt das nun für die Zukunft der Mannschaft von Lucas Di Grassi und Zane Maloney?
Lola Cars hatte die Neuigkeit selbst kommuniziert. Warum der seit 1958 bestehende, britische Hersteller von unterschiedlichen Rennfahrzeugen (Formel 1, Formel 2, Sportwagen) diesen signifikanten Schritt vollzogen hat, versuchte der Teamchef, Mark Preston, zu erklären: "Mit dem fortgesetzten Wachstum der Organisation, dem langfristigen Engagement für die Formel E und zusätzlichen Projekten in der Pipeline hat Lola Cars die Entscheidung getroffen, seine Formel-E-Aktivitäten künftig intern an unserem Hauptsitz in Silverstone zu bündeln."
Für ABT-CEO Thomas Biermaier war dieser Entschluss keine Überraschung, wie er im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com betonte: "Diese Entscheidung ist uns bereits kurz vor Weihnachten 2025 offiziell mitgeteilt worden. Darüber habe ich unser Team kürzlich selbst informiert, um damit möglichen Spekulationen am Rande des nächsten Formel-E-Events in Miami [am kommenden Wochenende, d. Red.] entgegenzutreten."
ABT vor Formel-E-Ausstieg? Nicht so schnell!
Die Äbte hätten sich gewünscht, dass Lola die Entscheidung erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben hätte. "Natürlich sind wir enttäuscht, obwohl wir die beschlossene Zentralisierung von Lola Cars verstehen", meinte Biermaier. Der bestehende Zweijahresvertrag würde demnach mit dem Saisonfinale Mitte August in London enden.
Vor der Zusammenarbeit mit Lola und Yamaha hatten Abt Sportsline und Mahindra ihre Partnerschaft zum Ender der Saison 2024, wie es offiziell hieß, "in beiderseitigem Einvernehmen" beendet, weil die gewünschte Konkurrenzfähigkeit sich laut Biermaier nicht erwiesen habe. Nach erfolgreichen Jahren als Privatteam und danach als Werksteam von Audi dürfte nun der erneute Versuch, in die Erfolgsspur zurückzukehren, ein klares Ziel sein, wenn man den hohen Anspruch der Äbte – auch aus der Vergangenheit – kennt.
Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen, denn einfacher wird das ehrgeizige Engagement wohl kaum. Zumal lässt der Start der Gen-4-Ära Ende 2026 mit einem deutlich schnelleren Rennwagen – was die bisherigen Testfahrten bereits bewiesen haben – nicht mehr lange auf sich warten.


Genau dieser Fakt dürfte den Äbten Kopfzerbrechen bereiten, denn die Trennung von Lola Cars bedeutet für das Team aus dem Allgäu keineswegs das Ende ihrer Engagements in der Formel E, wie Biermaier gegenüber Motorsport-Magazin.com versicherte: "Wir sind zwar enttäuscht, aber unser Vertrag endet in diesem Jahr, was aber nicht heißt, dass wir uns aus der Formel E zurückziehen." Das Gegenteil könnte nämlich der Fall sein, denn laut Biermaier ist es wegen der neuen Fahrzeuggeneration zwar schwierig, "aber wir schauen, welche Möglichkeiten sich mit einer neuen Partnerschaft bietet."



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