Er hat es geschafft: Nico Müller hat sich für das Rennen der Formel E in Miami (heute live ab 20 Uhr bei DF1) den ersten Startplatz gesichert, inklusive der drei WM-Punkte für die Pole Position. Für den Schweizer ist es in seinem 65. Start in der Elektroweltmeisterschaft, wobei Müller oftmals mit unterlegenem Material Vorlieb nehmen musste, die erste Pole überhaupt.

Im Finale der Duell-Phase setzte sich Müller mit einer Zeit von 55,455 Sekunden um 0,129 Sekunden gegen Felipe Drugovich im Kundenporsche von Andretti durch. Drugovich verpasste somit bei seinem erst fünften Start in der Formel E seine erste Pole und konnte beeindrucken – besonders, da sein hochkarätiger Teamkollege Jake Dennis nur den 16. Rang belegte.

Felipe Drugovich bei der Formel E in Miami
Felipe Drugovich konnte beeindrucken, Foto: IMAGO / PsnewZ

Antonio Felix da Costa mit bester Jaguar-Performance, Maximilian Günther in den Top-10

In der zweiten Startreihe folgen Antonio Felix da Costa, der sein bestes Ergebnis seit seinem Wechsel zum Jaguar-Werksteam zu dieser Saison einfahren konnte. Jaguar ist bislang als einziges Team trotz guter Ansätze noch punktlos. Nyck de Vries (Mahindra) wurde Vierter. Die Top-5 wurden von Taylor Barnard (DS Penske) abgeschlossen, der im Viertelfinale Drugovich nur um eine Tausendstelsekunde unterlag.

Dahinter folgten Stammfahrer-Rookie Joel Eriksson (Envision-Jaguar), der zum ersten Mal in dieser Saison die Duelle erreichte und der aktuelle WM-Führende Nick Cassidy im von DS-Power angetriebenen Citroen. Cassidy macht an diesem Wochenende nach einer verlorenen Wette mit Teamkollege Jean-Eric Vergne mit abrasierten Haaren auf sich aufmerksam. Rang acht ging an Nissan-Werksfahrer Norman Nato, der sich in der letzten Kurve seines Viertelfinal-Duells mit Müller schwer verbremste. Die Top-10 komplettierten Mitch Evans im zweiten Werks-Jaguar und der Allgäuer Maximilian Günther (DS Penske).

Wehrlein und Rowland enttäuschen, Mortara und Buemi kollidieren

Für Pascal Wehrlein im zweiten Porsche lief das Qualifying nicht wie erhofft. Der Weltmeister von 2024 verpasste die Duelle und konnte sich nur Startplatz zwölf sichern. Direkt davor startet der amtierende Weltmeister und aktuelle WM-Zweite Oliver Rowland, der ebenfalls im Gegensatz zu seinem Nissan-Teamkollegen Nato die Top-10 verpasste.

In einem größtenteils zwischenfallslosen Qualifying kam es zwischen Edoardo Mortara und Sebastien Buemi in der Gruppenphase zu einem Kontakt in der letzten Kurve, als Mortara auf einer schnellen Runde auf den langsameren Buemi auflief. Dieser ließ seinerseits keinen Platz für den Mahindra-Werksfahrer. Beide konnten das Qualifying fortsetzen, während die Rennleitung nach einer Untersuchung eine Strafversetzung für Buemi um drei Plätze für die Behinderung Mortaras sowie fünf weitere Plätze für das gefährliche Verursachen einer Kollision aussprach.

„Er muss einfach Rücksicht nehmen“, kommentierte Mortara den Vorfall im Anschluss. „Das ist nicht auf dem Level, was wir hier leisten sollten.“ Sportlich erreichte der ehemalige Vizeweltmeister nur Rang 17, rückte aber durch die Buemi-Strafe immerhin noch einen Platz auf, während Buemi den letzten Platz einnehmen wird.

Abt mit ungewisser Zukunft hinten

Auch Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline verpasste die Top-10 deutlich. Während Zane Maloney Platz 14 erreichte, belegte Veteran Lucas Di Grassi nur den vorletzten Rang. Für Di Grassi hatte der Samstag bereits vor der Zeitenjagd schlecht begonnen. Nachdem er im zweiten Freien Training eine Berührung mit Mitch Evans verursacht hatte, wird er in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten versetzt. Durch Buemis Strafe wird der Formel-E-Champion von 2017 aber weiterhin vom vorletzten Platz starten.

Vor diesem Wochenende war bekannt geworden, dass die Partnerschaft zwischen Lola und Abt zum Ende dieser Saison ein Ende finden wird. Lola wird das Team, für welches es bereits im vergangenen Jahr die Startlizenz von Abt gekauft hatte, künftig in Eigenregie weiterführen. Was das für Abts Zukunft in der Formel E bedeutet, wo die Kemptener seit 2014 bis auf ein Jahr Pause ununterbrochen an den Start gehen, ist noch unklar.

Wie Abt-CEO Thomas Biermaier auf das Aus als Lola-Partner reagiert könnt Ihr hier nachlesen:

Formel E in Miami: Debüt auf Formel-1-Strecke

Die Formel E trägt in diesem Jahr zum ersten Mal ein Rennen auf einer abgewandelten Variante des Kurses rund um das Hardrock-Stadium in Miami aus, der auch von der Formel 1 genutzt wird. Im vergangenen Jahr war der Miami ePrix noch auf der permanenten Strecke in Homestead über die Bühne gegangen.