Die Formel E bleibt bis mindestens 2048 die einzige elektrische Einsitzer-Rennserie der FIA. Der ursprünglich bis 2038 laufende Vertrag zwischen dem Automobilweltverband und Formel-E-Mehrheitsanteilseigner Liberty Global wurde um zehn weitere Jahre verlängert, wie die beiden Parteien am Freitag im Vorfeld des London ePrix verkündet. In der Hauptstadt des Vereinigten Königsreichs trägt die Formel E an diesem Wochenende ihre letzten beiden Saisonrennen 2025 aus.

“Liberty wollte die Gelegenheit haben, ihre Investments noch deutlich länger abzusichern als es schon vereinbart war“, erklärte Formel-E-CEO Jeff Dodds in einer Medienrunde in London, an der auch Motorsport-Magazin.com teilnahm. Zusätzlich zur Verlängerung bis 2048 gibt es zudem noch eine Option auf weitere fünf Jahre.

Warum nicht direkt bis 2053 verlängert wurde, begründete Dodds wie folgt: „Es geht darum, an welchem Punkt wir uns zu dem zusätzlichen finanziellen Investment bekennen. Es gibt aktuell eine Klausel, die uns bis 2053 bringt. An verschiedenen Stellen werden wir Investments machen, um diese Klausel auszulösen. Es gibt also eine Hauptklausel und die Bedingung ist, dass wir bezahlen.“

Die Verlängerung bedeutet auch, dass eine vollelektrische Formel 1 bis mindestens 2048 ausgeschlossen ist. Zwar hätte die Formel 1 die Möglichkeit, noch über die Aufteilung von Elektro- und Verbrenner-Anteil am Motor hinauszugehen, die ab nächsten Jahr etwa 50 Prozent betragen soll. Darum macht sich Dodds aber keine Sorgen: „Meine Vermutung ist, dass 50 Prozent das Maximum ist, wenn man auf die Aufteilung zwischen Verbrenner und Elektromotor schaut.“

Pascal Wehrlein im Porsche vor Teamkollege Antonio Felix da Costa
Die Formel E bleibt bis 2048 die einzige vollelektrische FIA-Weltmeisterschaft, Foto: IMAGO / Andreas Gora

Dodds begründet dies vor allem mit dem möglichen Gewicht der Boliden bei einer Erhöhung des Elektroanteils. „Sie würden langsamer und langsamer werden, denn sie müssten deutlich mehr Batteriegewicht hinzufügen und trotzdem noch den Verbrenner erhalten“, so Dodds. „Sie sind wohl am Limit. Sie könnten auch noch den Elektroanteil erhöhen, aber es würde ihnen praktisch schaden.“

Die Vertragsverlängerung kommt in nicht gänzlich einfachen Zeiten für Eigentümer Liberty. Wie die Financial Times ausgerechnet heute berichtet, bot Liberty 800 seiner 1.900 Angestellten eine freiwillige Kündigung an den Standorten London, Denver und Amsterdam an. Zusätzlich soll einer der zwei Privatjets der Firma verkauft werden, um weitere Kosten zu sparen.

Auf die Formel E soll das jedoch keinen Einfluss haben. „Für Liberty ist es eine strategische Umstrukturierung. Für die Formel E hat es von einer Investment-Perspektive her überhaupt keine Auswirkungen“, beteuerte Dodds auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. Die Kürzungen würden sich lediglich auf den operierenden Bereich von Liberty beziehen und nicht auf den Investment-Bereich, zu dem die Formel E zählt.