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Formel E

Formel E: Maximilian Günther wechselt von BMW zu Nissan

Maximilian Günther hat nach dem Formel-E-Ausstieg von BMW erneut ein begehrtes Werkscockpit ergattert: Wechsel zu Nissan ab der Saison 2022 offiziell.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Maximilian Günthers Zukunft liegt nach dem Werksausstieg von BMW in der Formel E. Der 24-Jährige wechselt zur kommenden Saison 2022 zu Nissan. Das gab der Autobauer aus Japan, dessen Einsätze in der Elektro-Rennserie das bekannte Team DAMS durchführt, an diesem Donnerstagmorgen offiziell bekannt.

Günther steht vor seiner vierten Saison in der Formel E. Bei Nissan ersetzt er den Briten Oliver Rowland, der nach drei Saisons zu Mahindra wechselt, wie Motorsport-Magazin.com bereits vor geraumer Zeit berichtet hatte.

Für Günther, der in der Saison 2018/19 seine ersten Rennen in der Formel E für US-Team Dragon bestritt und zuletzt zwei Jahre für BMW antrat, beginnt ein neues Kapitel bei einem Autohersteller. Bei Nissan trifft er mit Teamkollege Sebastien Buemi auf den mit 13 Siegen erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte der Formel E. Der dreimalige Le-Mans-Sieger aus der Schweiz tritt seit 2014/15 für das Team an, das zunächst als Renault e.dams und seit 2018 als Nissan e.dams an den Start geht.

Neue Formel-E-Heimat für Maximilian Günther

Günther selbst errang drei Siege und insgesamt vier Podestplätze bei bislang 36 Starts in der Formel E, allesamt für BMW. Nach dem Werksausstieg der Münchner musste sich der Allgäuer eine neue sportliche Heimat suchen. Dabei hatte Günther nie ein Geheimnis daraus gemacht, seine Zukunft in der Formel E zu sehen.

In der abgelaufenen Saison ging er neben Rene Rast (Audi) sowie dem Porsche-Duo Pascal Wehrlein und Andre Lotterer als einer von vier Deutschen an den Start. Letztgenannte starten mit dem Sportwagenbauer auch in die kommende achte Saison, während die Zukunft des dreimaligen DTM-Champions Rast nach dem Abschied von Audi zunächst offen bleibt.

Günther: Wiedersehen mit Andretti

Mit Nissan trifft Günther 2022 auf einige ehemalige Wegbegleiter beim US-Rennstall Andretti, der nach dem BMW-Aus eine weitere Saison als eigenständiges Team mit Antriebssträngen aus München dranhängt. Günthers ehemaliger Teamkollege Jake Dennis, der seine Debütsaison auf dem dritten Platz abschloss, bleibt bei Andretti. Sein neuer Teamkollege könnte ein US-amerikanischer Nachwuchsfahrer aus dem IndyCar-Bereich werden.

Günther hätte es nach der jüngsten deutschen Hersteller-Flucht aus der Formel E - Mercedes verlässt die Serie nach 2022 - kaum besser treffen können. Werksverträge sind in diesen Zeiten hart umkämpft und bei Nissan könnten sich in Zukunft weitere attraktive Möglichkeiten auftun. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com erwägen die Japaner einen Einstieg in die LMDh-Klasse, in der sich ab 2023 unter anderem Audi, BMW und Porsche engagieren und in Le Mans gegen die Hypercars von Toyota, Ferrari, Peugeot und Co. antreten.

Max Günther errang in New York seinen dritten Sieg in der Formel E - Foto: BMW Motorsport

Schwierige Saison für Günther und Nissan

Günther erreichte in der vergangenen Saison den 16. Gesamtplatz, seinen einzigen Sieg feierte er in New York. Sein Rückstand auf Weltmeister Nyck de Vries (Mercedes) betrug 'nur' 33 Punkte. Nach einer höchst turbulenten Saison hatten vor dem Doubleheader-Finale in Berlin insgesamt 18 der 24 Fahrer Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft. Ex-Teamkollege Dennis fehlten am Ende acht Zähler auf den Niederländer, der mit einem Wechsel in die Formel 1 in Verbindung gebracht wird.

Nissan erlebte nach den Plätzen vier (2018/19) und zwei (2019/20) eine schwierige Saison 7. Rowland und Buemi kamen mit der Mannschaft unter der Leitung von Tommaso Volpe nicht über den zehnten Gesamtrang in der Team-Meisterschaft hinaus. Mit 97 erzielten Punkten fiel der Rückstand auf Weltmeister Mercedes (181 Punkte) beträchtlich aus. 2022 treten die Teams zum vierten und letzten Mal mit den Gen2-Rennwagen an, bevor ab 2023 die leistungsstärkeren Gen3-Boliden folgen. Nissan hatte sich bereits im März dieses Jahres zur neuen Ära bekannt.

Formel E: Spannung auf dem Fahrermarkt

Mit Nissan-Neuzugang Günther ist eine prominente Personalie für die kommende Formel-E-Saison, die Ende Januar 2022 in Saudi-Arabien beginnt, geklärt. Bei anderen Teams könnten sich in den kommenden Wochen noch einiges bewegen, bislang wurden nur wenige Fahrer offiziell bestätigt.

Ein spektakulärer Wechsel könnte sich in Folge des Audi-Ausstieges bei Lucas di Grassi anbahnen. Der frühere Champion wird nach Informationen von Motorsport-Magazin.com mit Mercedes-Kundenteam Venturi unter der Leitung von Susie Wolff in Verbindung gebracht. Gerüchte gibt es neben einem möglichen Formel-E-Abschied von de Vries auch um Antonio Felix da Costa, der 2019/20 mit DS Techeetah den Titel gewann.


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