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Formel E

Formel E: Vandoorne-Pole im extrem engen Valencia-Qualifying

Stoffel Vandoorne sichert sich die Pole Position beim ersten Besuch der Formel E auf einer rein permanenten Rennstrecke. Drei Deutsche in den Top-10.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Stoffel Vandoorne hat sich die Pole Position für das Samstagsrennen der Formel E in Valencia (heute ab 15:00 Uhr im Live-Ticker von Motorsport-Magazin.com und im TV bei Sat.1) gesichert.

Beim ersten Besuch der Elektro-Rennserie auf einer rein permanenten Rennstrecke setzte sich der Mercedes-Pilot in einem insgesamt äußerst eng geführten Qualifying vor dem amtierenden Champion Antonio Felix da Costa (Techeetah) und Teamkollege Nyck de Vries auf den Startplätzen zwei und drei durch.

Mercedes-Youngster de Vries hat aus dem vorangegangenen Rennen in Rom wegen eines Unfalls allerdings eine Strafe mitgenommen und wird im heutigen Rennen um fünf Startplätze zurückversetzt. Der frühere Formel-2-Meister: "Wir wollten soweit wie möglich vorne landen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Jeder weiß, dass das Rennen mit dem Windschatten und Energie sparen schwierig wird, da müssen wir jede Chance nutzen."

Dritte Mercedes-Pole im fünften Rennen

Vandoorne benötigte 1:26.494 Minuten für seine schnellste Runde in der abschließenden Superpole-Gruppe auf dem 3,376 Kilometer langen Kurs in Spanien. Felix da Costa fehlten nur 0,028 Sekunden beim Shootout der Top-6 auf den Pole-Setter, der zum zweiten Mal in dieser Saison und zum insgesamt vierten Mal ein Formel-E-Rennen vom ersten Startplatz aufnimmt.

Vandoorne nach der dritten Mercedes-Pole im fünften Saisonlauf: "Wir waren schon den gesamten Tag konkurrenzfähig. Ich bin aber nicht sicher, ob das hier die beste Strecke ist, um von der Pole zu starten. Es ist sehr einfach, Energie zu sparen, wenn du hinter einem anderen Auto fährst. Wir müssen uns genau anschauen, wie wir das Rennen taktisch angehen."

BMW-Ass Günther auf Startplatz drei

Der beste der vier deutschen Fahrer im Starterfeld war Maximilian Günther auf Platz vier. Der BMW-Werkspilot benötigte 1:26.943 Minuten für seinen besten Umlauf auf dem permanenten Kurs, auf dem er in der Vergangenheit bereits zweimal Bestzeiten bei Testfahrten erzielt hatte.

"Das ist eine richtig gute Ausgangslage und nach der Strafe für Nyck starte ich sogar von P3", sagt Günther. "Natürlich war die Pole Position das Ziel, aber in der Superpole hat nicht alles zusammengepasst."

Günthers starker Qualifying-Lauf in der Saison 2021 hält an: Der Allgäuer erreichte wie Vandoorne im fünften Qualifying zum dritten Mal die Superpole. Alex Lynn (Mahindra) und Sebastian Buemi (Nissan) komplettierten die Top-6.

So lief es für die weiteren Deutschen

Andre Lotterer (1:26.933) verpasste die Superpole-Runde als Siebter hauchdünn. Porsche-Teamkollege Pascal Wehrlein (1:27.008) führte seinen Boliden auf den zehnten Platz. "Hier auf der Strecke geht es krass eng zu", sagte Wehrlein. "So eng war es noch nie! Jeder kennt die Strecke und alle kamen am besten vorbereitet hierher. Zwei Zehntel fehlten mir, aber meine Runde war trotzdem gut. Im Rennen geht bestimmt noch was nach vorne."

Schlechter lief es beim deutschen Konkurrenten Audi, wo der dreifache DTM-Champion Rene Rast (1:27.290) sich mit dem 15. Platz begnügen musste. Rast: "Meine Runde hat sich gut angefühlt, aber auf einer Runde fehlt uns ein bisschen Pace. Im zweiten Sektor habe ich eine halbe Sekunde verloren." Teamkollege Lucas di Grassi legte seine Runde mitten im Verkehr mit langsameren Autos zurück und kam nicht über P22 (1:27.634) hinaus.

Die letzte Reihe teilen sich DTM-Vizemeister Nico Müller (Dragon) und Rom-Unfallpilot Oliver Turvey (NIO). Ein Beleg für das eng geführte Qualifying auf dem permanenten Kurs des Circuit Ricardo Tormo: Dem Schweizer fehlten auf Platz 23 nur 0,845 Sekunden zu Gruppen-Spitzenreiter Lynn.

Gruppenphase: Kampf um Hundertstelsekunden

In der Phase der vier aufgeteilten Gruppen ging es eng zu. Die Top-4 waren alle in unterschiedlichen Gruppen gestartet und lagen innerhalb einer Zehntelsekunde. Alex Lynn aus Gruppe 4 schnappte sich im letzten Moment den ersten Platz und damit seinen ersten Extra-Punkt für die Meisterschaft. Der Mahindra-Pilot verwies Stoffel Vandoorne mit 0,040 Sekunden Vorsprung auf die zweite Position.

Dem Mercedes-Piloten folgten Maximilian Günther, Antonio Felix da Costa und Sebastien Buemi, ebenfalls im Hundertstel-Abstand mit 0,029 Sekunden, 0,031 Sekunden sowie 0,075 Sekunden Rückstand. Auch dem Fünftplatzierten Nyck de Vries fehlte weniger als eine Zehntel zu Teamkollege Vandoorne. Sebastien Buemi komplettierte die Top-6 der Gruppenphase, womit fünf unterschiedliche Teams einen Platz in der Superpole buchten.

Valencia ePrix 2021 Qualifying

1 Vandoorne (Mercedes) 1:26.494
2 Felix da Costa (Techeetah) 1:26.522
3 de Vries (Mercedes) 1:26.730 (+5 Startplatzstrafe)
4 Günther (BMW) 1:26.943
5 Lynn (Mahindra) 1:27.022
6 Buemi (Nissan) 1:27.053
7 Lotterer (Porsche) 1:26.933
8 Nato (Venturi) 1:26.979
9 Rowland (Nissan) 1:27.002
10 Wehrlein (Porsche) 1:27.008
11 Cassidy (Virgin) 1:27.072
12 Sims (Mahindra) 1:27.109
13 Vergne (Techeetah) 1:27.157
14 Dennis (BMW) 1:27.177
15 Rast (Audi) 1:27.290
16 Frijns (Virgin) 1:27.317
17 Mortara (Venturi) 1:27.338
18 Evans (Jaguar) 1:27.442
19 Sette Camara (Dragon) 1:27.456
20 Blomqvist (NIO) 1:27.481
21 Bird (Jaguar) 1:27.619
22 di Grassi (Audi) 1:27.634
23 Müller (Dragon) 1:27.644
24 Turvey (NIO) 1:28.524


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