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Formel E

Formel E: McLaren stellt Bedingungen für Einstieg 2022

McLaren hat einen Fuß in der Tür zur Formel E, fordert aber eine baldige Kostenobergrenze. Ausstiege von Audi und BMW erleichtern Einstieg.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - McLaren hat sich die Option gesichert, ab der Saison 2022/23 in die Formel E einzusteigen. Nach den angekündigten Abschieden von Audi und BMW zum Jahresende, würde mit dem britischen Traditionsrennstall ein neues Großkaliber zum Starterfeld hinzustoßen. McLaren hat die neunte Saison der Formel E ausgewählt, da zum einen die neuen Gen3-Autos eingeführt werden und zum anderen der Vertrag als alleiniger Lieferant der Batterien endet.

Bis zum 31. März 2021 haben Hersteller Zeit, sich bei der FIA um einen Startplatz für die Saisons 9 bis 12 zu bewerben. Dann dürfte ein klareres Bild herrschen, wie es nach den Ausstiegen der beiden deutschen Autobauer im Detail weitergeht.

Während Audi selbst die Startlizenz in der Formel E hält, liegt sie im Falle von BMW beim langjährigen Partner Andretti - dem US-Rennstall, mit dem McLaren-Chef Zak Brown auch in der neuen Extreme E aus der Feder von Formel-E-Gründer Alejandro Agag zusammenarbeitet. Eine Übernahme des aktuellen BMW-Engagements bei Andretti durch McLaren wäre demnach keine große Überraschung.

Für das angepeilte Debüt in der Formel E müssen allerdings die Rahmenbedingungen passen, wie Brown nun klarmachte. Stichwort: Kostendeckelung, das aktuell heißeste Thema in der Serie, die Ende Februar in Saudi-Arabien in ihre siebte Saison startet. Nachdem die Ausgaben in den letzten Jahren immer weiter in die Höhe geschossen sind - für eine Formel-E-Saison werden bis zu 30 Millionen spekuliert - fordern zahlreiche Involvierte nun ein schnelles Handeln.

"Der Kostendeckel ist für uns eine Pflicht", sagte McLaren-Boss Brown zu Autosport. "Als Rennteam/Hersteller haben wir nicht die tiefgehenden Ressourcen wie BMW, Mercedes oder Porsche, um aus einem Budget X ein Y zu machen, wenn die Latte immer höher gelegt wird. Ich kann nicht einfach zurückgehen und sagen, dass ich noch mal 15 Millionen Pfund benötige."

Formel-E-Geschäftsführer Jamie Reigle hatte der Kosten-Thematik zuletzt eine hohe Priorität eingeräumt. Diese und weitere Sparmaßnahmen resultierten vor allem aus der anhaltenden Corona-Krise und im Zuge der Entscheidung der Formel 1, die Kosten in allen Bereichen zu senken. Formel-E-Gründer Agag brachte zuletzt gar eine Obergrenze von rund 15 Millionen Euro ins Spiel.

Agag war überzeugt, dass Audi und BMW aufgrund von Budgetkürzungen im Unternehmen sowie der Covid-19-Pandemie angekündigt haben, zum Jahresende den Stecker zu ziehen. "Wenn man sie danach fragt, werden sie etwas anderes sagen", so der Spanier zum Medium Car Advice. "Aber beide hatten sehr hohe Budgets, höher als bei den anderen. Und wenn man ohnehin Kosten einsparen muss, ist die Motivation gleich größer..."

Brown bekräftigte, dass die Kosten in der Formel E für einen längeren Zeitraum abzusehen müssen, um den Einstieg tatsächlich zu vollziehen. Nach dem Wechsel von einst komplett einheitlichen Gen1- zu Gen2-Boliden mit größeren Entwicklungsfreiheiten stiegen auch die Ausgaben kontinuierlich an.

Brown: "Wir brauchen absolute Sicherheit, dass wir es uns leisten können, um die Meisterschaft zu fahren. Und, dass diese Messlatte sich nicht verändert. Aktuell bin ich zufrieden mit den Zahlen, die ich höre. Bevor es zu einer Einigung kommt, muss das aber geklärt sein."


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