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Formel E

Formel E: Weitere Kostensparmaßnahmen, Quali-Format geändert

Die Formel E dreht weiter an der Kostenschraube auf dem Weg zur ersten Saison als FIA-Weltmeisterschaft. Qualifying wird verkürzt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Formel E steuert im Angesicht der anhaltenden Corona-Krise in eine ungewisse Zukunft. Es bestehen große Zweifel, ob die Saison 7 tatsächlich wie geplant am 16. Januar 2021 in Santiago de Chile beginnen kann. Sicher ist hingegen: Unter dem neuen Banner als offizielle FIA-Weltmeisterschaft sollen die laufenden Kosten weiter reduziert werden.

Beim letzten Treffen des World Motor Sport Council (WMSC) am 09. Oktober wurden weitere Kostensparmaßnahmen beschlossen. Produktionsteile sowie Ersatzteile - nicht zwingend nur von den Lieferanten der Einheitsbauteile - werden reduziert.

Zudem soll die Sensorik in gewissen Bereichen beschnitten werden, was zu geringerer Datensammlung führt. Außerdem wurde beschlossen, dass jeder Wettbewerber pro Saison nicht mehr als ein Update der VCU (Vehicle Control Unit) einsetzen darf.

Formel E: Qualifying wird verkürzt

Ebenfalls im Rahmen des WMSC beschlossen: Die Streckenzeit im Qualifying wird pro Gruppe von sechs auf vier Minuten reduziert. In der Vergangenheit ließen sich die Fahrer der jeweiligen Gruppen gern so viel Zeit wie möglich, um so spät wie möglich und damit verbesserten Streckenbedingungen ihre schnelle Runde zu absolvieren. Ab der kommenden Saison wird die Gruppenphase gestrafft.

Die neuen Kostenmaßnahmen sind Teil eines größeren Pakets, das in diesem Jahr lanciert worden ist. Bereits im Juli wurde beschlossen, dass ab 2021 pro Team nur noch 17 statt wie bisher 20 Mitglieder in der jeweiligen Garage arbeiten dürfen.

Außerhalb der Strecke dürfen während eines Rennwochenendes nur noch sechs Mitarbeiter an einem Ort arbeiten. In der Vergangenheit kursierten immer wieder Gerüchte über entlang der Strecke gemietete Hotelzimmer, in denen sich die Ingenieure breitmachten und zusätzlich zu den Ingenieuren in den Teamfabriken weitere Kosten verursachten.

Ab der nächsten Saison soll außerdem die Anzahl der vergebenen Reifen um 25 Prozent (50 Prozent bei Doppel-Rennen) sinken und der Einsatz von Bremsscheiben reduziert werden. Um auch bei der Logistik Geld zu sparen, hat die Formel E obendrein eine Logistics Working Group ins Leben gerufen.

Neuer Homologations-Prozess

Ebenfalls beschlossen, um in Zeiten von Corona das Budget nicht noch mehr zu belasten: Die in der Formel E engagierten Hersteller dürfen in den kommenden beiden Saisons nur einmal statt zweimal einen Antriebsstrang homologieren (Motor, Inverter, Getriebe und Teile der Hinterachse).

Die Regelung bedeutet konkret: Teams können entweder zur kommenden Saison 7 einen neuen Antriebsstrang entwickeln und diesen für den Verlauf von zwei Saisons einsetzen. Oder sie starten in der kommenden Saison mit dem aktuellen Material und können für die übernächste Saison neues Material homologieren und dieses für ein Jahr nutzen.

Extreme E erhält FIA-Status

Das WMSC hat bei seiner jüngsten Zusammenkunft zudem der von Formel-E-Gründer Alejandro Agag ins Leben gerufenen Extreme E den Status einer FIA International Series verliehen. Die neue Rennserie, in der Elektro-SUVs gegeneinander antreten, steht Anfang 2021 vor ihrem Renndebüt.

Agag: "Wir alle bei Extreme E freuen uns sehr über dieses Gütesiegel und die offizielle Einstufung als FIA International Series. Wir haben hart an diesem Ziel gearbeitet und die Geschwindigkeit der Anerkennung durch die FIA gibt uns allen einen großen Vertrauensschub Wir bereiten uns darauf vor, unsere erste Saison im Jahr 2021 zu beginnen."


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