Motorsport-Magazin.com Plus
Exklusiv
Formel E

Sophia Flörsch nach Extreme-E-Test: Wie im Science-Fiction-Film

Aus Le Mans in den neuen Elektro-SUV der Extreme E: Sophia Flörsch spricht bei Motorsport-Magazin.com über ihren Test und Pläne für die Zukunft.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Geschäftige Wochen für Sophia Flörsch: Nach ihrem Renndebüt bei den 24 Stunden von Le Mans ging es für die Nachwuchsrennfahrerin erneut nach Frankreich. Bei Testfahrten machte sich die Münchnerin erstmals mit der Extreme E vertraut, die 2021 ihr Renndebüt geben wird. Ebenfalls am Steuer des 550 PS starken Elektro-SUV: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und der zweifache Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne.

Nach der neuen Offroad-Erfahrung geht es schnurstracks weiter: In dieser Woche stehen die Nach-Saisontests der FIA Formel 3 in Barcelona an, die Flörsch für das Team Carlin bestreiten wird. Mit Motorsport-Magazin.com spricht die 19-Jährige über die Extreme E, in der unter anderem Teams von ABT, HWA und auch Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton an den Start gehen.

Sophia, wie kam es zu deinem Test im neuen Extreme-E-Auto?
Sophia Flörsch: Ich wurde von den Leuten der Extreme E eingeladen, das Auto zu testen und habe sofort Ja gesagt. Der Test war richtig cool, ich konnte einige Runden fahren. Das war natürlich etwas ganz anderes als das, was ich normalerweise gewohnt bin. Das ist ja ein riesengroßes Rennauto, ein riesiges Gerät und dann auch noch Offroad, was ich in der Form noch gar nicht kannte. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

Wie sind deine Eindrücke von der Extreme E?
Sophia Flörsch: Es ist ein bisschen wie in einem Science-Fiction-Film. Da sieht es ähnlich aus, wenn die Filmhelden mit ihren Autos ankommen, die diese riesigen Reifen und alles haben. Das Extreme-E-Auto hat mich an eine Riesen-Ameise erinnert! Es sieht echt cool aus, aggressiv und groß. Und dann hast du diese Bodenwellen, bei denen du eigentlich bremsen willst - aber mit diesem Auto hämmerst du einfach drüber!

Du bist das erste Mal ein Rennauto mit einem E-Motor gefahren. Wie war das für dich?
Sophia Flörsch: Man hat auf jeden Fall mehr Drehmoment. Du trittst aufs Gas und das Ding geht direkt richtig nach vorne. Weil du auch nicht schaltest, fühlt es sich ein wenig an wie beim Kartfahren. Das Fahren war auf jeden Fall cool.

Die Extreme E gibt Anfang 2021 ihr Renndebüt. Wäre das etwas für dich?
Sophia Flörsch: Ich konzentriere mich in erster Linie weiterhin auf die FIA Formel 3 und die European Le Mans Series. Der Extreme-E-Test hat sich ja eher spontan ergeben. Wenn ich ein Angebot von einem Team bekommen sollte, werde ich darüber nachdenken, das neben meinen anderen Programmen zu machen. Ich fand es jetzt einfach gut, mal diese Erfahrung zu sammeln.

In der Extreme E gilt die Regel, dass sich pro Team ein Mann und eine Frau das Rennauto teilen. Was hältst du davon?
Sophia Flörsch: Das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit für Frauen, sich zu behaupten. In den Rennen haben Frauen und Männer die gleiche Anzahl an Rennrunden. So etwas hat es zuvor noch nie gegeben und es ist eine Chance, wenn Frauen die gleichen Möglichkeiten bekommen, sich zu beweisen. Dazu muss ich sagen: Extreme E hat nicht viel mit dem klassischen Rundstreckensport zu tun, den ich kenne. Hier fährst du durch die Wüste oder im Regenwald. Da kommt es mehr aufs Querfahren an und sicherlich werden es Rallyefahrer etwas leichter haben.

Was denkst du, wie die Extreme E bei den Zuschauern ankommen wird?
Sophia Flörsch: Das ist schwer zu sagen, da es eine völlig neue Rennserie ist. So, wie sich in die Formel E am Anfang schwergetan hat, wird es auch die Extreme E in ihrer ersten Saison vielleicht nicht leicht haben. Auf jeden Fall hat die Serie die richtigen Pläne, sie wissen, was sie wollen und haben neue Ansätze. Das hat sicherlich Vorteile. Jede neue Rennserie muss sich behaupten, das gilt auch für Extreme E.

Zuletzt hast du bei den 24 Stunden von Le Mans dein Debüt gegeben und dir einen LMP2 mit Tatiana Calderon und Beitske Visser geteilt. Wie fällt rückblickend dein Fazit aus?
Sophia Flörsch: Wir haben unser Ziel erreicht, die volle Renndistanz zu schaffen und ohne große Probleme durchzukommen. Dass wir es in der LMP2-Klasse in die Top-10 geschafft haben, war natürlich der Hammer und eine tolle Leistung des gesamten Teams. Le Mans war ein Highlight, aber noch nicht das Ende dieses Projekts. Nach den nächsten beiden Rennen in der ELMS entscheidet sich, wer nächstes Jahr für das Richard Mille Racing Team an den Start gehen wird. Ich würde sehr gern wieder in Le Mans fahren - und dann hoffentlich mit Zuschauern und dem vollen Programm!

Extreme E: Gleichstellung für Frauen und Männer im Motorsport: (00:59 Min.)


nach 11 von 11 Rennen
Motorsport-Magazin.com Plus