Formel E

Formel E, Mexiko: Pascal Wehrlein findet Hammer-Strafe zu hart

Pascal Wehrlein kämpfte sich beim Formel-E-Rennen in Mexiko trotz 40-Plätze-Strafe in die Punkteränge. Kritik am Umfang der Getriebe-Strafe.
von Daniel Geradtz & Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Beim ePrix in Mexiko-Stadt hat sich das Mahindra-Team unter Wert geschlagen. Pascal Wehrlein zog in die Superpole ein, beendete die Qualifikation auf dem dritten Platz und fuhr im Rennen die zweitschnellste Rundenzeit.

Den vierten Lauf der Formel-E-Saison 2019/2020 schloss der frühere DTM-Champion als Neunter ab, weil er zuvor mit einer schweren Hypothek gestartet war. Wegen zwei Getriebewechseln brummte die Rennleitung ihm und seinem Teamkollegen Jerome D'Ambrosio jeweils 40 Strafplätze in der Startaufstellung auf - damit war die letzte Reihe reserviert.

Trotz des Malheurs profitierte Wehrlein von einer starken Performance im Qualifying, andernfalls wäre die Strafe noch härter ausgefallen. Laut Reglement der Formel E erhält ein Fahrer im Rennen zusätzliche Bestrafungen, wenn er eine Grid-Strafe nicht vollständig ableisten kann. Bei einer schlechteren Platzierung in der Superpole hätte Wehrlein neben der Rückversetzung eine 10-sekündige Zeitstrafe statt einer Durchfahrtsstrafe erhalten. Davon war D'Ambrosio betroffen.

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Wehrlein: Glück im Unglück

Wehrlein fuhr nach der ersten Rennrunde durch die Boxengasse, um seine Strafe abzuleisten. Glück im Unglück: Wegen einer frühen Safety-Car-Phase hielt sich der Schaden für den früheren Formel-1-Fahrer in Grenzen, Wehrlein konnte zum Rest des Feldes aufschließen.

Mit dem Umfang der Bestrafung in Folge der Getriebewechsel haderte Wehrlein dennoch. "Die Drive Through finde ich ein bisschen hart", sagte er zu Motorsport-Magazin.com. "Mit einer Stop-and-Go-Strafe ist man fast schon überrundet. Wenn es kein Safety Car gibt, ist das Rennen fast schon gelaufen. Wir hatten Glück und es gab ein Safety Car."

Wehrlein fand dadurch Anschluss an das Feld und kämpfte sich nach vorne. Im Rennen mauserte er sich vom schlechtesten zum bestplatzierten der vier deutschen Fahrer im Starterfeld. In der Schlussphase profitierte Wehrlein zudem von einigen Ausfällen und nach dem Rennende von James Calados Disqualifikation: Platz neun statt zehn im Endergebnis und damit zwei Punkte für die Meisterschaft.

Mahindra: Pace und Probleme

Mahindra zeigte erneut, dass es die Pace besitzt, um im Konzert der Großen mitzuspielen. Bereits zuletzt in Santiago fuhr Wehrlein ein starkes Rennen. Als Vierter hatte er das Podest nur knapp verfehlt. Doch die Technik war bislang in dieser Saison die Schwachstelle beim indischen Rennstall. Jerome D'Ambrosio konnte beim zweiten Rennen in Saudi-Arabien wegen eines technischen Problems nicht an den Start gehen.

Das Team erlitt bereits mehrere Getriebeschäden. Die Anzahl von zwei erlaubten Getriebeeinheiten pro Fahrzeug und Saison wurde überschritten. Den doppelten Getriebetausch in Mexiko an den Fahrzeugen von Wehrlein und D'Ambrosio hat Mahindra vorsorglich in Kauf genommen. Nun kann das Team in der restlichen Saison auf die neuen Komponenten zugreifen, ohne weitere Strafen zu kassieren.

"Nach all den Problemen, die hinter uns liegen, glaube ich, dass Marrakesch für uns der Saisonstart ist", blickte Wehrlein voraus. "Hoffentlich können wir unser Potenzial ausschöpfen."

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Im vergangenen Jahr bestritt Wehrlein auf der halb-permanenten Rennstrecke sein erstes Formel-E-Rennen für Mahindra. Er qualifizierte sich auf Startplatz sieben, wurde beim Start durch eine Kollision mit Audi-Pilot Lucas di Grassi aber schon während der ersten Runde aus dem Rennen geworfen.

Stressiger Simulator-Job bei Ferrari

Nur drei Tage nach dem ePrix in Mexiko standen für Wehrlein die nächsten Aufgaben auf dem Programm. Er reiste nach Italien, um in Maranello seine Tätigkeit als Simulatorfahrer von Ferrari in der Formel 1 wahrzunehmen. In der Vorbereitungszeit bis zum Saisonstart in Australien reist Wehrlein fast wöchentlich in die Teamfabrik der Scuderia.

"Ich habe momentan ein umfangreiches Programm. Ich sitze jede Woche im Simulator", sagte Wehrlein und unterstrich, dass er aktuell keine Pläne für ein Formel-1-Comeback habe: "Ich habe es nicht permanent im Hinterkopf. Wenn es so kommt, kommt es so. Wenn nicht, dann nicht. Ich bin sehr happy in der Formel E."


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