Formel E

Formel-E-Test Valencia, Tag 3: Günther vor Wehrlein und Müller

Drei deutschsprachige Fahrer führen die Zeitenliste zum Abschluss der Formel-E-Testfahrten in Spanien an. Tag endet mit zahlreichen roten Flaggen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - An diesem Freitag stand der dritte und letzte Tag der offiziellen Formel-E-Testfahrten in Valencia an. Nach dem fahrfreien Medien-Tag am Donnerstag konnten sich die zwölf Teams inklusive der Neueinsteiger Mercedes und Porsche ein letztes Mal mit ihren neuen Rennwagen vertraut machen. Die sechste Saison der Formel E beginnt am 22./23. November in Saudi-Arabien.

Zum Abschluss der Tests erzielte Maximilian Günther die absolute Bestzeit. Der BMW-Neuzugang führte die Zeitenliste mit einer 1:15.087 an. Schon an den Vortagen waren Günther und Teamkollege Alexander Sims stets in der Spitzengruppe des Klassements vertreten. Die bisherigen Bestzeiten hatten die beiden Virgin-Piloten Sam Bird und Robin Frijns aufgestellt.

"Es ging uns in erster Linie um die Weiterentwicklung des Autos und die Abläufe innerhalb des Teams an der Strecke", sagte Spitzenreiter Günther. "Das hatte oberste Priorität. Rundenzeiten waren Nebensache. Ich bin froh, dass wir sehr viele Runden drehen und Dinge ausprobieren konnten."

Hinter Günther ordnete sich mit Geburtstagskind Pascal Wehrlein (25) ein weiterer Deutscher auf dem zweiten Platz der Zeitenliste ein. Der Mahindra-Pilot, der wie Günther vor seiner zweiten Saison in der Elektro-Rennserie steht, benötigte 1:15.190 Minuten für seine persönliche Bestzeit.

Mit dem Schweizer Nico Müller komplettierte ein weiterer deutschsprachiger Fahrer die Top-3 des Klassements. Der Audi-DTM-Fahrer, der mit Dragon sein Debüt in der Formel E gibt, fuhr eine Rundenzeit von 1:15.198 Minuten auf dem spanischen Circuit Ricardo Tormo.

BMW und Dragon schnell unterwegs

Auffällig: BMW und US-Team Dragon waren bei den Valencia-Tests auf der permanenten Rennstrecke an allen drei Tagen schnell unterwegs. Im Vorjahr präsentierte sich der Autobauer aus München ebenfalls schnell bei den Vorbereitungen, hatte im späteren Verlauf seiner Debütsaison auf den speziellen Stadtkursen aber zu kämpfen.

Techeetah-Neuzugang und Lotterer-Nachfolger Antonio Felix Da Costa sowie Mitch Evans (Jaguar) komplettierten die Top-5 am Freitag. Damit waren Fahrer von fünf unterschiedlichen Herstellern auf den vorderen Plätzen vertreten, sie trennten knapp zweieinhalb Zehntelsekunden.

Bester Porsche auf P16 - Mercedes dahinter

Daniel Abt beendete den abschließenden Testtag auf dem zwölften Platz direkt vor seinem Audi-Langzeitteamkollegen Lucas di Grassi. Bestplatzierter Fahrer aus dem Reigen der Neueinsteiger war Andre Lotterer an 16. Position. Sein Porsche-Partner Neel Jani aus der Schweiz fuhr auf Platz 22.

Lotterer: "Am ersten Tag sind wir relativ viel gefahren. Es lief gut, aber wir haben dennoch offene Punkte am Auto entdeckt, die noch Verbesserungspotenzial haben. Am zweiten Tag haben wir leider Zeit auf der Strecke verloren, da ich die Wand in der Schikane berührt habe und es ein wenig gedauert hat, das Auto zu reparieren. Daher konnte ich leider nicht am Simulationsrennen teilnehmen, habe das aber am dritten Tag nachgeholt."

Stoffel Vandoorne im Mercedes ordnete sich auf P17 ein, während Teamkollege Nyck de Vries den 21. Platz erreichte. "Hinter uns liegen einige herausfordernde Tage mit unerwarteten Problemen, die wir jedoch rasch beheben konnten", sagte Formel-2-Champion de Vries. "Leider habe ich dann einen Fehler in der Schikane gemacht und dadurch viel Zeit auf der Strecke verloren. Zusammen mit einigen anderen Schwierigkeiten hat mich das praktisch einen kompletten Tag gekostet. Deshalb war es sehr wichtig, hier einen sauberen Tag zu haben, an dem ich viele Runden zurücklegen und Erfahrung sammeln konnte."

Porsche und Mercedes konnten während der Testfahrten nicht mit Top-Rundenzeiten glänzen und hatten an den ersten Tagen das eine oder andere technische Problem zu beklagen. Die Aussagekraft der Zeiten auf der permanenten Strecke vor den Toren Valencias hält sich aber ohnehin in Grenzen.

Formel E 2019 im Sound-Check: So klingen Mercedes und Porsche: (07:32 Min.)

Abbruch-Flut zum Testende

Die Vormittags-Session war für die Verhältnisse in dieser Woche ungewöhnlich ruhig. Nur einmal musste das dreistündige Training unterbrochen werden, nachdem Alex Sims seinen BMW in der temporären Start/Ziel-Schikane, die zuvor schon einige Opfer gefordert hatte, beschädigte.

Zu Beginn der Nachmittags-Session stand eine weitere Renn-Simulation auf dem Plan, um sich mit den neuen Regeln vertraut zu machen. So wird den Fahrern ab der Saison 2019/20 während eines Safety Car oder einer Full-Course-Yellow-Phase 1 kWh pro vergangener Minute abgezogen, um das Energie-Management in den Rennen wieder verstärkt in den Fokus zu rücken.

Nach dem 'Test-Rennen' gab es zum Sessionende hin einige Unterbrechungen. Weil Edoardo Mortara (Venturi) und Brendon Hartley (Dragon) zeitgleich in Probleme gerieten und es kurz darauf auch Stoffel Vandoorne (Mercedes) erwischte, wurde das Training um 15 Minuten verlängert. Kurz nach der Wiederaufnahme sorgten Müller im Dragon-Boliden sowie Günther weitere Male für einen Abbruch mit roten Flaggen.

Valencia-Test, Tag 3: Gesamtergebnis

Position Fahrer Team Zeit Runden
1 Maximilian Günther BMW 1:15.087 65
2 Pascal Wehrlein Mahindra 1:15.190 50
3 Nico Müller Dragon 1:15.198 45
4 Antonio Felix Da Costa Techeetah 1:15.293 47
5 Mitch Evans Jaguar 1:15.306 45
6 Sebastien Buemi Nissan 1:15.328 44
7 Alexander Sims BMW 1:15.359 51
8 Jerome D'Ambrosio Mahindra 1:15.454 46
9 Jean-Eric Vergne Techeetah 1:15.480 51
10 Felipe Massa Venturi 1:15.504 53
11 Sam Bird Virgin 1:15.576 56
12 Daniel Abt Audi 1:15.673 43
13 Lucas di Grassi Audi 1:15.675 42
14 Brendon Hartley Dragon 1:15.682 43
15 Edoardo Mortara Venturi 1:15.684 52
16 Andre Lotterer Porsche 1:15.699 41
17 Stoffel Vandoorne Mercedes 1:15.736 45
18 Robin Frijns Virgin 1:15.819 50
19 Oliver Rowland Nissan 1:15.867 39
20 James Calado Jaguar 1:15.880 61
21 Nyck de Vries Mercedes 1:15.916 69
22 Neel Jani Porsche 1:16.053 44
23 Oliver Turvey NIO 1:16.568 49
24 Ma Qing Hua NIO 1:17.047 44

Formel-E-Tests Valencia: Persönliche Bestzeiten gesamt

Position Fahrer Team Pers. Bestzeit Abstand
1 Maximilian Günther BMW 1:15.087
2 Pascal Wehrlein Mahindra 1:15.190 0.103
3 Nico Müller Dragon 1:15.198 0.111
4 Antonio Felix Da Costa Techeetah 1:15.293 0.206
5 Mitch Evans Jaguar 1:15.306 0.219
6 Sebastien Buemi Nissan 1:15.328 0.241
7 Alexander Sims BMW 1:15.359 0.272
8 Robin Frijns Virgin 1:15.377 0.290
9 Oliver Rowland Nissan 1:15.444 0.357
10 Jerome D'Ambrosio Mahindra 1:15.454 0.367
11 Jean-Eric Vergne Techeetah 1:15.480 0.393
12 Felipe Massa Venturi 1:15.504 0.417
13 Sam Bird Virgin 1:15.570 0.483
14 Brendon Hartley Dragon 1:15.592 0.505
15 James Calado Jaguar 1:15.624 0.537
16 Daniel Abt Audi 1:15.673 0.586
17 Lucas di Grassi Audi 1:15.675 0.588
18 Edoardo Mortara Venturi 1:15.684 0.597
19 Andre Lotterer Porsche 1:15.699 0.612
20 Stoffel Vandoorne Mercedes 1:15.736 0.649
21 Nyck de Vries Mercedes 1:15.916 0.829
22 Neel Jani Porsche 1:16.053 0.966
23 Oliver Turvey NIO 1:16.568 1.481
24 Ma Qing Hua NIO 1:17.047 1.960

Formel-E-Tests Valencia: Rundenanzahl gesamt (ohne 'Testrennen')

Position Team Runden Fahrer
1 BMW 401 Max Günther/Alex Sims
2 Techeetah 346 Jean-Eric Vergne/Antonio Felix Da Costa
3 Dragon 345 Nico Müller/Brendon Hartley
4 Jaguar 334 Mitch Evans/James Calado
5 Virgin 319 Robin Frijns/Sam Bird
6 Mahindra 303 Pascal Wehrlein/Jerome D'Ambrosio
7 Audi 303 Daniel Abt/Lucas di Grassi
8 Porsche 302 Andre Lotterer/Neel Jani
9 Nissan 298 Sebastien Buemi/Oliver Rowland
10 Venturi 297 Felipe Massa/Edo Mortara
11 Mercedes 259 Stoffel Vandoorne/Nyck de Vries
12 NIO 239 Oliver Turvey/Ma Qing Hua

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