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Formel E

Formel-E-Testfahrten 2019: Die große Zeiten/Runden-Analyse

Nach den Testfahrten der Formel E in Valencia: Wer war am schnellsten, wer fuhr am meisten und wie schlugen sich die Neueinsteiger Mercedes und Porsche?
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die einzigen gemeinsamen Testfahrten der Formel E in Valencia sind vorbei - Zeit für die große Abrechnung vor dem Saisonstart in Saudi-Arabien (22./23. November). An drei Tagen (15.-18. Oktober) konnten sich die zwölf Teams inklusive der Neueinsteiger Mercedes und Porsche mit ihren Gen2-Rennwagen vertraut machen. Unterbrochen wurden die Tests von einem fahrfreien Medien-Tag am Donnerstag.

Zwei Rennsimulationen mit allen Teams am Mittwoch und Freitag, bei denen unter anderem neue Regeln durchgeprobt wurden, flossen nicht in unsere Gesamtrechnung mit ein, da es keine offiziellen Zeitenlisten gibt. Die 'Test-Rennen' dauerten inklusive Vorbereitung jeweils etwa eine Stunde.

Wer war am schnellsten, wer fuhr am meisten: Die Valencia-Testfahrten 2019 in der Motorsport-Magazin.com-Analyse.

Analyse: Die Rundenzeiten

Die Aussagekraft von Rundenzeiten bei Testfahrten hält sich aufgrund unterschiedlicher Faktoren in Grenzen, gibt aber zumindest einen Anhaltspunkt. Besonders in der Formel E sind die Zeiten mit Blick auf die anstehende Saison mit Vorsicht zu genießen. Valencia ist eine permanente Rennstrecke, während die Rennen selbst größtenteils auf temporären Stadtkursen stattfinden.

Ein Beispiel: BMW präsentierte sich schon im vergangenen Jahr bei den Testfahrten in Valencia äußerst schnell. Auf den Formel-E-typischen Strecken in den Innenstädten taten sich die Münchner in ihrer Debütsaison hingegen schwerer.

BMW gelang es auch diesmal, die schnellste Rundenzeit aller Testtage zu erzielen. Neuzugang Maximilian Günther umrundete den Circuit Ricardo Tormo am Freitag in 1:15.087 Minuten. Damit war er rund eine Zehntelsekunde schneller als der Zweitplatzierte Pascal Wehrlein, der seine persönliche Bestzeit ebenfalls am Freitag aufstellte. Mit Formel-E-Rookie Nico Müller aus der Schweiz fuhr ein weiterer deutschsprachiger Pilot in die Top-3 der kombinierten Zeitenliste.

Wie eng es im gesamten Feld der Formel E mit ihren Einheits- Chassis und -Batterien zugeht, zeigte sich einmal mehr bei den Tests. Fahrer aus sechs unterschiedlichen Teams landeten auf den vorderen Positionen. 22 der 24 Fahrer waren nach den drei Tagen 0,966 Sekunden voneinander getrennt. Nur NIO, das über die Sommerpause eine interne Umstrukturierung erlebte, hinkte auffällig hinterher.

Die Neueinsteiger Mercedes und Porsche waren in der Zeitentabelle auf den hinteren Rängen zu finden. Andre Lotterer fuhr mit einer persönlichen Bestzeit von 1:15.699 Minuten auf den 19. Platz, dahinter folgte das Mercedes-Duo Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries. Porsche-Werksfahrer Neel Jani, der vor seiner ersten vollen Saison in der Formel E steht, konnte nur das NIO-Duo hinter sich lassen.

Dass das neue Mercedes-Paket auch schneller fahren kann, zeigten die Venturi-Piloten Felipe Massa und Edo Mortara. Der Rennstall aus Monaco setzt in der neuen Saison auf Mercedes-Kundenautos und verliert damit seinen Status als Hersteller. Massa fuhr im Kunden-Silberpfeil mit 0,417 Sekunden Rückstand zur Spitze auf den zwölften Platz, Mortara ordnete sich auf P18 im Zeitentableau ein.

Formel-E-Tests Valencia: Persönliche Bestzeiten gesamt

Position Fahrer Team Pers. Bestzeit Abstand
1 Maximilian Günther BMW 1:15.087
2 Pascal Wehrlein Mahindra 1:15.190 0.103
3 Nico Müller Dragon 1:15.198 0.111
4 Antonio Felix Da Costa Techeetah 1:15.293 0.206
5 Mitch Evans Jaguar 1:15.306 0.219
6 Sebastien Buemi Nissan 1:15.328 0.241
7 Alexander Sims BMW 1:15.359 0.272
8 Robin Frijns Virgin 1:15.377 0.290
9 Oliver Rowland Nissan 1:15.444 0.357
10 Jerome D'Ambrosio Mahindra 1:15.454 0.367
11 Jean-Eric Vergne Techeetah 1:15.480 0.393
12 Felipe Massa Venturi 1:15.504 0.417
13 Sam Bird Virgin 1:15.570 0.483
14 Brendon Hartley Dragon 1:15.592 0.505
15 James Calado Jaguar 1:15.624 0.537
16 Daniel Abt Audi 1:15.673 0.586
17 Lucas di Grassi Audi 1:15.675 0.588
18 Edoardo Mortara Venturi 1:15.684 0.597
19 Andre Lotterer Porsche 1:15.699 0.612
20 Stoffel Vandoorne Mercedes 1:15.736 0.649
21 Nyck de Vries Mercedes 1:15.916 0.829
22 Neel Jani Porsche 1:16.053 0.966
23 Oliver Turvey NIO 1:16.568 1.481
24 Ma Qing Hua NIO 1:17.047 1.960
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Analyse: Die Rundenanzahlen

BMW gab sowohl bei Rundenzeiten als auch bei Rundenanzahlen den Ton in Valencia an. Zeiten-Spitzenreiter Günther und Teamkollege Alexander Sims spulten an den drei Tagen zusammen 401 Runden ab ('Test-Rennen' nicht eingerechnet).

Der 22-jährige Günther, der in der vergangenen Saison seine ersten Rennen für Dragon bestritt und dann von BMW verpflichtet wurde, umrundete den spanischen Kurs als fleißigster aller Fahrer 203 Mal. Mit 198 Runden belegte Sims vor seiner zweiten Saison bei den Münchnern den zweiten Platz in der Fahrer-Rundentabelle.

Angeführt vom amtierenden Champion Jean-Eric Vergne (182 Runden), ordnete sich das Meister-Team DS Techeetah hinter BMW auf Rang zwei ein. Der Franzose und sein neuer Teamkollege Antonio Felix Da Costa legten zusammen 346 Runden zurück. Nur eine Runde weniger absolvierte das Dragon-Duo Nico Müller/Brendon Hartley. Die beiden Formel-E-Newcomer legten mit dem vergleichsweise kleinen US-Team bemerkenswert los.

Porsche blickt auf insgesamt 302 Runden bei seinen ersten offiziellen Testfahrten in der Formel E zurück. Damit lagen die Zuffenhausener auf einem ähnlichen Niveau wie die arrivierten Teams Audi und Mahindra (jeweils 303 Runden).

Etwas schwerer tat sich Mercedes. Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries belegten mit 259 Runden den vorletzten Platz in der Rundentabelle, dahinter nur Schlusslicht NIO (239 Runden). Vor allem der frischgebackene Formel-2-Champion de Vries hatte es nicht einfach. Technische Probleme und ein Unfall samt Reparaturpause warfen den jungen Niederländer zurück.

Zu Spitzenreiter BMW fehlten Mercedes knapp 150 Runden in Valencia - eine echte Hausnummer. Allerdings stehen den Silberpfeilen bis zum Saisonauftakt in Saudi-Arabien (22./23. November) noch einige private Testtage zu.

Als Hersteller, der ein Team mit Kundenautos beliefert, dürfen Mercedes und Audi (Virgin als Kundenteam) jeweils 22 private Testtage absolvieren. Kundenteams selbst dürfen neben den offiziellen Sessions gar nicht testen, allen anderen Teilnehmern stehen 15 private Tage zur Verfügung.

Formel-E-Tests Valencia: Rundenanzahl gesamt (ohne 'Testrennen')

Position Team Runden Fahrer
1 BMW 401 Max Günther/Alex Sims
2 Techeetah 346 Jean-Eric Vergne/Antonio Felix Da Costa
3 Dragon 345 Nico Müller/Brendon Hartley
4 Jaguar 334 Mitch Evans/James Calado
5 Virgin 319 Robin Frijns/Sam Bird
6 Mahindra 303 Pascal Wehrlein/Jerome D'Ambrosio
7 Audi 303 Daniel Abt/Lucas di Grassi
8 Porsche 302 Andre Lotterer/Neel Jani
9 Nissan 298 Sebastien Buemi/Oliver Rowland
10 Venturi 297 Felipe Massa/Edo Mortara
11 Mercedes 259 Stoffel Vandoorne/Nyck de Vries
12 NIO 239 Oliver Turvey/Ma Qing Hua
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Formel-E-Test Valencia: Rundenanzahl Fahrer (Ohne 'Test-Rennen')

Position Fahrer Team Runden gesamt
1 Maximilian Günther BMW 203
2 Alexander Sims BMW 198
3 Jean-Eric Vergne Techeetah 182
4 Pascal Wehrlein Mahindra 175
5 Nico Müller Dragon 175
6 James Calado Jaguar 171
7 Brendon Hartley Dragon 170
8 Sam Bird Virgin 168
9 Antonio Felix Da Costa Techeetah 164
10 Daniel Abt Audi 163
11 Mitch Evans Jaguar 163
12 Edoardo Mortara Venturi 158
13 Stoffel Vandoorne Mercedes 155
14 Andre Lotterer Porsche 154
15 Robin Frijns Virgin 151
16 Sebastien Buemi Nissan 150
17 Oliver Rowland Nissan 148
18 Neel Jani Porsche 148
19 Lucas di Grassi Audi 140
20 Felipe Massa Venturi 139
21 Jerome D'Ambrosio Mahindra 128
22 Ma Qing Hua NIO 123
23 Oliver Turvey NIO 116
24 Nyck de Vries Mercedes 104

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