Formel E

Formel-E-Auftakt Riad: Zeitplan-Chaos - Bestzeit für Vandoorne

Der Start in die neue Saison der Formel E in Saudi-Arabien ist ins Wasser gefallen: Starker Regen sorgt für große Verzögerung beim Diriyah ePrix in Riad.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Der Auftakt in die neue Saison der Formel E ist wortwörtlich ins Wasser gefallen. Starker Regen in der Nacht und am frühen Morgen in Riad, Saudi-Arabien sorgte für eine massive Verzögerung des Zeitplans. Das für 07:00 Uhr Ortszeit (05:00 Uhr MEZ) angesetzte 1. Training musste wegen der schlechten Witterungs- und Streckenbedingungen komplett abgesagt werden.

Auch das 2. Training, geplant als kombinierte Session mit einer Gesamtdauer von 60 Minuten, musste wegen stehenden Wassers auf der Strecke an mehreren Stellen abgesagt werden. Das konkrete Problem: In den Kurven 7, 11 und 17 bildeten sich Pfützen, weil nicht nur Wasser von der Strecke sich in den Senken sammelte, sondern auch noch Wasser - vermischt mit Sand - von der Außenseite der Rennstrecke hinzukam.

Laut ursprünglichem Zeitplan wären es insgesamt 75 Minuten Trainingszeit gewesen, um sich auf das erste Rennen der Saison (ab 13:00 Uhr auf Eurosport 1) vorzubereiten.

Update: Mit einer Verzögerung von 03:15 Stunden bekamen die Fahrer doch noch die Chance, sich in einer Trainings-Session auf das nachfolgende Qualifying einzuschießen. Wie die Rennleitung mitteilte, können die 22 Fahrer 30 Minuten lang einige Runden drehen. Das Freie Training wurde von 10:15 bis 10:50 Uhr Ortszeit angesetzt. So standen den Piloten 35 statt der eigentlich geplanten 75 Minuten Zeit zur Verfügung, um sich aufs Zeittraining vorzubereiten.

Mortara crasht - Bestzeit für Vandoorne

Tatsächlich waren es nur 18 Minuten Fahrzeit. 8 Minuten nach Beginn der Session verunfallte der frühere DTM-Pilot Edoardo Mortara in der ersten Kurve. Die 'Bergung' seines Venturi-Autos dauerte geschlagene 17 (!) Minuten. Bei noch 10 Minuten auf der Uhr wurde das Training erneut freigegeben. Auf nasser Strecke sicherte sich der ehemalige Formel-1-Fahrer Stoffel Vandoorne (HWA) die erste offizielle Bestzeit der neuen Saison.

Neues Auto, Strecken & Teams - Alles zur Formel E Saison 2019: (15:34 Min.)

Das Besondere an der Formel E: Trainings, Qualifying und Rennen werden innerhalb eines Tages und weniger Stunden ausgetragen. In Riad hätte das 1. Training um 07:00 Uhr Ortszeit (05:00 MEZ) beginnen sollen. Zwischen dieser ersten Session und dem Start des Rennens um 15:05 Uhr Ortszeit liegen nur acht Stunden.

Jaguar-Markenpokal: Startaufstellung durch Training

Nicht nur die Formel E hatte ihre lieben Probleme mit den unerwarteten Bedingungen in der Wüste. So musste auch das Qualifying des neuen Markenpokals Jaguar I-Pace eTrophy komplett abgesagt werden. Die Startaufstellung erfolgt nach den Ergebnissen des Trainings vom Freitag, mit Simon Evans - dem Bruder von Formel-E-Pilot Mitch Evans - auf der Pole Position.

Eigntlicher Zeitplan (MEZ)

Samstag, 15. Dezember 2018
05:00 - 05:45: 1. Freies Training
07:05 - 07:35: 2. Freies Training
08:50 - 09:50: Qualifying inkl. Gruppen und Superpole
13:05 - 13:50: Rennen (45 Minuten + 1 Runde)

Neue Strecke - keine Erfahrung

Den Formel-E-Teams wären die Trainings auf der äußerst anspruchsvollen Rennstrecke im historischen Teil von Riad namens Ad Diriyah entgegengekommen: An diesem Samstag geben die brandneuen Gen2-Autos ihr Renndebüt. "Eigentlich wollten wir im 1. Training eine gute Basis für das Setup erarbeiten", sagte Venturi-Teamchefin Susie Wolff. "Vor allem wäre es aber auch gut für die Fahrer gewesen, sich auf diese knifflige Strecke einzuschießen."

Kaum jemand hatte mit Regen am Renn-Samstag geregnet, nachdem es am Donnerstag und bis Freitagabend komplett trocken gewesen war bei Temperaturen um die 23 Grad. "Regen in der Wüste hatten wir nicht erwartet", sagte HWA-Neuling Stoffel Vandoorne. "Schade, es wäre schön gewesen, ein paar Runden zu fahren. Uns hilft derzeit jede einzelne Runde."

Audi-Pilot Daniel Abt war ebenfalls verblüfft: "Wir reisen in die Wüste und dann regnet es?! Das hätten wir nicht erwartet. Die Strecke ist beeindruckend - und keine, die anderen Formel-E-Rennstrecken gleicht. Im Shakedown am Freitag sind wir nicht einmal mit halber Power gefahren und es fühlte sich trotzdem sehr schnell an. Wenn wir die volle Leistung nutzen, wird es richtig schwierig."

Zweites Autorennen in der Geschichte Saudi-Arabiens

Der Start zum ersten Rennen der Saison 2018/19 erfolgt um 15:05 Uhr Ortszeit (13:05 Uhr MEZ). Der Rennkalender der ersten rein-elektrischen Rennserie der Welt enthält insgesamt 13 Rennen in 12 unterschiedlichen Städten auf allen Kontinenten. In Saudi-Arabien findet zum ersten Mal seit dem Race of Champions im Februar 2018 ein Autorennen statt.

In der Formel E gibt es keine Regenreifen. Stattdessen kommen Allwetterreifen von Exklusivausstatter Michelin zum Einsatz. Hintergrund: Um die Nachhaltigkeit der Formel E zu bewerben, verzichtet die Rennserie auf unterschiedliche Reifenmischungen für jegliche Bedingungen. In den bisherigen 45 Rennen in der Geschichte der Formel E gab es noch kein einziges Regenrennen.


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