Formel E

Formel E: Achten die Rennfahrer eigentlich auch auf die Umwelt?

Die Formel E steht wie keine andere Rennserie für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Halten sich auch die Fahrer daran? Wir haben in Berlin nachgefragt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Dass die Formel E viel mehr ist als Motorsport, dürfte inzwischen auch dem Letzten bekannt sein. Statt reiner Performance stehen Nachhaltigkeit, Innovation, Umwelt und nicht zuletzt Digitalisierung im Vordergrund. Das zeigt sich im Großen bei Dingen wie der Elektromobilität oder den Allwetter-Reifen - aber auch bei vergleichsweise kleinen Angelegenheiten. An Rennwochenenden werden etwa keine Ergebnisse auf Papier ausgedruckt, sind stattdessen ausschließlich digital erhältlich.

Die Formel E pusht den Gedanken der Nachhaltigkeit in so ziemlich jeder Faser. Aber was ist eigentlich mit den Rennfahrern? Legen sie genauso Wert auf die Umwelt? Motorsport-Magazin.com hat sich am Rande des Berlin ePrix im Fahrerlager umgehört und auch Tipps für ein nachhaltigeres Leben eingeholt.

Der Poster-Boy in dieser Hinsicht ist wohl Lucas di Grassi. Der amtierende Champion ist ein großer Verfechter der Elektromobilität und seit Kurzem sogar UN-Botschafter und hilft dabei mit, die Luftverschmutzung zu bekämpfen. "Jeder spricht über globale Erderwärmung", sagt di Grassi zu Motorsport-Magazin.com. "Aber kurzfristig geht es auch darum, in den Städten für bessere Luftqualität zu sorgen."

Di Grassi weiter: "In Brasilien habe ich ein Unternehmen für E-Bikes gegründet und in meiner Heimat Monaco fahre ich auch privat E-Bikes. Ich habe sogar ein E-Skateboard! Ich mag einfach die Elektromobilität. Und ich versuche auch, zu vermeiden, unnötig Müll zu produzieren. Das mein Weg, um zu versuchen, ein nachhaltiges Leben zu führen."

Di Grassi ist ein Paradebeispiel für die Werte der Formel E, aber auch viele weitere Fahrer sind längst auf den Zug aufgesprungen. Dabei müssen es auch nicht immer die besonderen Dinge sein - jeder trägt seinen persönlichen Teil dazu bei - ob Profi-Rennfahrer oder Privatmensch.

Heidfeld: Es sind die ganz normalen Dinge

Der frühere Formel-1-Pilot Nick Heidfeld zu Motorsport-Magazin.com: "Es sind ganz normale Dinge, die ich versuche, meiner Familie mitzugeben. Wasser sparen, Licht ausmachen zum Beispiel. Wir haben auch auf dem Schirm, dass man nicht zu viel und unnötig heizen sollte."

Heidfeld gehört ebenso wie Nelson Piquet Junior zu den Pionieren der ersten rein-elektrischen Rennserie der Welt. Der heutige Jaguar-Fahrer gewann in Saison 1 sogar die Meisterschaft. Piquet Junior zu Motorsport-Magazin.com: "Ich bin seit vier Jahren in der Formel E und da ist es normal, dass man auch die Werte versteht. Wir sind hier, um Spaß zu haben und Geld zu verdienen - aber wir wollen auch unseren Teil zur Sache beitragen."

The Next Generation of Motorsport - presented by Viessmann: (02:07 Min.)

Piquet: Wasser sparen, Heizung runterdrehen

Piquet über seinen eigenen Lebensstil: "Wasser sparen, Licht ausmachen und die Heizung runterdrehen. Es kommt auch auf die kleinen Dinge an. Überleg doch mal: Manche Menschen duschen zwei Stunden, während andere nicht mal genügend Wasser zum Trinken haben. Es geht also auch darum, ein korrekter Mensch zu sein und entsprechend zu leben."

Piquets Teamkollege bei Jaguar, Mitch Evans, ist noch relativ neu in der Formel E, bekommt den Vibe der Serie aber schon hautnah mit. Der 23-Jährige aus Neuseeland zu Motorsport-Magazin.com: "Ich lerne gerade sehr viel in der Formel E. Und ich muss zugeben: Vor meiner Zeit in der Serie war mir vieles mit Bezug auf Nachhaltigkeit gar nicht so bewusst. Aber für meine und die nächste Generation wird das immer mehr zum großen Thema. Da versuchen wir alle, unseren Teil dazu beizutragen."

Engel: Es geht auch ohne große Einschränkungen

Der Tenor der Formel-E-Stars: Es müssen gar nicht die weltbewegenden Dinge sein, um den Alltag für alle etwas besser und nachhaltiger zu gestalten. Schon kleine Dinge helfen und sorgen für ein neues Bewusstsein. Der in Monaco lebende Venturi-Pilot Maro Engel zu Motorsport-Magazin.com: "Wenn man ein bisschen bewusst durchs Leben geht, kann man relativ schnell Wasser und Wärme sparen. Man kann auch auf die Umwelt achten, ohne zu viele Einschränkungen im Alltag zu haben."

Nicht nur die Serie selbst und die Fahrer haben sich der Nachhaltigkeit angenommen. Vor allem die Partner und Sponsoren innerhalb der Formel E haben sich die sogenannte Sustainability auf die Fahne geschrieben. Etwa Jaguar-Partner Viessmann, das sich als Familienunternehmen zur gesellschaftlichen Verantwortung und zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen bekennt.

Industrie hilft mit

Ressourcen- und umweltschonende Maßnahmen im Sinne nachhaltigen Handelns sind ebenso Bestandteil beim Heizungsbauer Viessmann wie die stetige Erhöhung der Effizienz entlang der gesamten Prozesskette vom Zulieferer bis zum Endkunden.

Der inhaltliche Schwerpunkt bei Viessmann liegt auf den Prozessen, die unmittelbar mit dem Lebenszyklus der Produkte zusammenhängen. Aber auch ökologische Aspekte wie Energie- und Materialeffizienz, Schadstoffemissionen und biologische Vielfalt sowie soziale Themen wie Personalstruktur, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Qualifikation und Mitarbeiterzufriedenheit werden einbezogen. Und so trägt jeder seinen Teil für eine bessere Umwelt bei - und bekommt mit dem Racing in der Formel E auch noch beste Unterhaltung.


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