Formel E

Formel E Testfahrten: Schikane sorgt für Unfälle und Ärger

Die Formel E startet mit einer Kontroverse in ihre vierte Saison. Beim Auftakt der Tests in Valencia liegen die Stars von Renault und Audi eng zusammen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Formel E ist an diesem Montag offiziell in die neue Saison gestartet. Bei den Testfahrten in Valencia trafen die zehn Teams mit zahlreichen Neuzugängen erstmals im direkten Wettbewerb aufeinander. Und gleich gab es einen großen Aufreger auf dem Circuit Ricardo Tormo. Die temporär errichtete Schikane mitten auf der Start/Ziel-Geraden sorgte für Ärger, Unfälle und zwei rote Flaggen. Sam Bird (Virgin) und James Rossiter, der für Venturi testet, beschädigten bei der Durchfahrt ihre Boliden.

Statt die Autos künstlich mit Randsteinen einzubremsen wie auf den Stadtkursen der Fall ist, wurden in Valencia Mauern gestützt von Reifenstapeln errichtet. Der Sinn dahinter: Mittels der Schikane soll eine Stadtstrecke simuliert werden. Außerdem sollte vermieden werden, dass die auf rund 225 km/h Topspeed ausgelegten Formel-Autos auf Start/Ziel in den Begrenzer rasseln. Einige Fahrer äußerten am Montagvormittag Bedenken gegenüber der Schikane, Änderungen gab es allerdings nicht.

Top-4 innerhalb Hundertstelsekunden

Einen Vorgeschmack auf eine weitere spannende Saison in der jungen E-Serie lieferten die Rundenzeiten am ersten von insgesamt drei Testtagen in Spanien. Die Top-4 lagen innerhalb von 0,078 Sekunden auseinander auf dem nationalen Layout des Kurses mit einer Streckenlänge von rund drei Kilometern. Oliver Turvey sicherte sich die Bestzeit im NIO-Rennwagen mit einer 1:18.565. Das ehemalige NextEV-Team hatte seinen neuen Boliden am Morgen in der Boxengasse präsentiert.

Dicht hinter dem Briten lagen die beiden Stars der Formel E auf den Plätzen zwei und drei. Renault e.dams-Pilot Sebastien Buemi fuhr eine persönliche Bestzeit von 1:18.577 Minuten. Wenige Hundertstel dahinter reihte sich der amtierende Champion Lucas di Grassi auf der dritten Position ein. Ein guter Auftakt für das neue Audi-Werksteam: di Grassis Teamkollege Daniel Abt wurde Fünfter. Dem frisch gebackenen Audi-Werkspiloten fehlten nur 0,32 Sekunden zu Turveys Bestzeit.

Weitere Deutsche in den Top-10

Nick Heidfeld fuhr zum Auftakt auf den neunten Platz. Der Deutsche startet auch in dieser Saison an der Seite von Felix Rosenqvist für den indischen Rennstall Mahindra. Da Heidfeld am Donnerstag zum Petit Le Mans-Rennen in die USA reist, wird ihn zum Abschluss der Testfahrten der Mercedes-DTM-Ersatzfahrer Daniel Juncadella ersetzen. Andre Lotterer erzielte bei seinem ersten offiziellen Einsatz in der Formel E den zehnten Platz. Der Porsche-Werksfahrer geht bei seinem Debüt für Techeetah an den Start.

Ebenfalls neu in der Formel E: der Schweizer Neel Jani, ebenfalls bei Porsche angestellt. Jani greift für Dragon Racing ins Lenkrad. Bei seinem ersten Testeinsatz belegte er den 19. von 20 Plätzen vor NIO-Rookie Luca Filippi. Zum Auftakt der Test-Sessions nutzten noch nicht alle Fahrer die volle Leistung von 200 kW in ihren Formel-E-Boliden, die sie sonst im Qualifying freilassen dürfen.

Venturi testet Mortara

Ein weiterer spannender Name im Feld war Edoardo Mortara, normalerweise für Mercedes in der DTM unterwegs. Der amtierende Vize-Meister testete für Venturi und drehte am Montag 15 Runden. Mortara belegte den 16. Platz im Klassement. Venturi, für das zuletzt Maro Engel fuhr, hat sich wie Andretti noch nicht auf eine endgültige Fahrerpaarung für die vierte Saison festgelegt.

Am Dienstag steht der zweite Testtag für die Formel E auf dem Programm, bevor am Mittwoch eine Test-Session ausschließlich für das neue Roborace eingeplant ist, die künftig im Rahmenprogramm der Serie gastieren soll.

Das Test-Lineup in Valencia

Team MontagDienstagDonnerstag
Renault e.damsBuemi/ProstBuemi/ProstBuemi/Prost
Audi Sport ABT Schaefflerdi Grassi/Abtdi Grassi/Abt di Grassi/Abt
Mahindra RacingHeidfeld/RosenqvistHeidfeld/Rosenqvist Juncadella/Rosenqvist
DS Virgin RacingBird/LynnBird/Lynn Bird/Lynn
TecheetahLotterer/VergneLotterer/Vergne Lotterer/Vergne
NIO Formula E TeamTurvey/FilippiTurvey/Filippi Turvey/Filippi
Andretti Formula ESims/Blomqvist/Felix da CostaSims/Blomqvist Blomqvist/Felix da Costa
Dragon RacingJani/d'AmbrosioJani/d'Ambrosio Jani/d'Ambrosio
Venturi Formula E TeamMortara/RossiterMortara/Rossiter/Benyahia Mortara/Engel
Panasonic Jaguar RacingPiquet/EvansPiquet/Evans Piquet/Evans

Der Zeitplan für die Testfahrten

Montag, 02. Oktober
Vormittag - 09:00 bis 14:00
Nachmittag - 14:00 bis 17:00

Dienstag, 03. Oktober
Vormittag - 09:00 bis 14:00
Nachmittag - 14:00 bis 17:00

Mittwoch, 03. Oktober
Roborace Testsession

Donnerstag, 04. Oktober
Vormittag - 09:00 bis 14:00
Nachmittag - 14:00 bis 17:00


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