Red Bull ist noch immer das Maß der Dinge in der Formel 1. Im Gegensatz zum Spanien GP in Barcelona kommen sich die Verfolger in der Türkei aber nicht mehr wie Zweitligisten vor. McLaren sieht sich in Reichweite, um Red Bull im Rennen anzugreifen und auch Mercedes GP glaubt, der Spitze etwas näher gekommen zu sein.

"Wir haben Fortschritte gemacht, die anderen Teams genauso", sagt Ross Brawn, der Mercedes an diesem Wochenende hinter Red Bull und McLaren als drittbestes Team einstuft. Auch Michael Schumacher bestätigt diese Sichtweise. "Es ist eine klare Vorbesserung zu sehen", sagt er. "Die Türkei hat eine ähnliche Charakteristik wie Barcelona und wir sind näher dran. Also hat sich die harte Arbeit der Jungs in der Fabrik ausgezahlt."

Trotzdem ist Mercedes noch nicht dort, wo das Team sein möchte. Die eigenen Ansprüche liegen bei Pole Positions und Siegen - nicht bei den Startplätzen 5 und 6. "Wir müssen hart arbeiten, um noch mehr Performance zu finden", sagt Brawn. An diesem Wochenende haben die Ingenieuren aber eine weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Podestplatz wird schwierig

Michael Schumacher sieht klare Fortschritte, Foto: Sutton
Michael Schumacher sieht klare Fortschritte, Foto: Sutton

Das Auto sei gut ausbalanciert, der neue Unterboden funktioniere. Um die Fahrhöhen auszuprobieren, testeten die Fahrer verschiedene Setups, tauschten diese auch untereinander aus. Am Ende landeten Schumacher und Nico Rosberg jedoch bei ziemlich ähnlichen Abstimmungen.

Die Probleme von Barcelona hat Rosberg hinter sich gelassen. Auch der längere Radstand macht ihm nicht zu schaffen. "Ich wusste, dass es das schnellere Auto ist", betont er. Schon in Monaco habe man die Fortschritte gesehen. "Dort konnten wir definitiv um ein Podium kämpfen. Hier sieht es nicht danach aus, aber wenn wir einen guten Start haben, könnte es einer von uns mit etwas Glück schaffen." Unmöglich sei es nicht. In Kanada erwartet Rosberg eine noch bessere Performance. "Vielleicht haben wir dort wieder eine bessere Chance."

Definitiv von Vorteil ist in Montreal der F-Kanal, dessen Wirkung Mercedes noch nicht voll ausreizt. "Wenn er richtig funktioniert, ist er ein sehr starkes Werkzeug", sagt Brawn. "Wir nutzen aber noch nicht den vollen Vorteil." Noch sei es ein Kompromiss für die beste Rundenzeit und die Konstanz der Reifen. Auf der Geraden verliert das Team damit aber noch nicht genug Luftwiderstand.