Jenson Button kann sich gut in die Situation von Red Bull hineinversetzen. Im letzten Jahr gewann er sechs der ersten sieben Rennen, hatte das überlegene Auto. Jetzt nimmt Red Bull diese Rolle ein. Mit einem entscheidenden Unterschied: "Sie hatten in jedem Rennen die Pole, aber sie haben nur drei Siege", betont Button. Red Bull habe Fehler gemacht, wie alle Teams.

"Bei den letzten Rennen haben wir gesehen, dass es sehr schwierig ist, sie zu schlagen, wenn sie keine Fehler begehen und keine Zuverlässigkeitsprobleme haben." Die einzige Herausforderung für Red Bull war in Monaco, die Strategie richtig hinzubekommen. "Das ist in Führung einfach", sagt Button. "So konnte ihnen keiner nahe kommen."

Hoffnung auf den F-Kanal

So überlegen wie Red Bull derzeit ist, sei Brawn GP im letzten Jahr nie gewesen. "Wir hatten nicht den Vorteil, den sie jetzt haben. Wir waren im ersten Rennen schnell, aber danach war immer ein Auto so schnell wie wir." Die Konkurrenz habe nur mehr Fehler gemacht und ihre Chancen nicht immer genutzt.

Nun liegt es an Button und McLaren, alle Möglichkeiten auszureizen. Dazu sieht er in der Türkei mehr Gelegenheit als in Monaco. "Unser Auto funktioniert mit diesem Aero-Level gut", sagt Button. Die Charakteristik des Autos und des Aero-Pakets funktioniere in Istanbul besser, auch besser als in Barcelona. "Es gibt eine lange Gerade, weshalb unser F-Kanal hier gut funktionieren sollte."

Wissensvorsprung nutzen

Button setzt auf die gute Rennpace des Teams, Foto: Sutton
Button setzt auf die gute Rennpace des Teams, Foto: Sutton

Zwar rüstet auch die Konkurrenz in Form von Red Bull, Mercedes und Force India nach. "Aber das wird sie Zeit kosten", glaubt Button. Die Teams müssen ihre neuen F-Kanäle und System erst im Training ausprobieren, lernen, wie sie funktionieren. "Wir kennen unser System und können uns auf das Setup konzentrieren", sieht Button einen Vorteil für McLaren. "Die anderen müssen es zum Arbeiten bekommen."

Grundsätzlich konzentriert sich Button auf seine eigene Arbeit. "Wir müssen mit unserem Aero-Paket vorwärts kommen", betont er. Red Bull habe zuletzt im Qualifying eine Sekunde Vorsprung gehabt. "Die findet man nicht in zwei Wochen", weiß Button, der auf die bessere Rennpace des McLaren setzt. "Im Rennen in Barcelona war Lewis Hamilton näher an Mark Webber dran." Darauf baut Button auch in der Türkei. "Wenn wir im Qualifying dran sind, können wir im Rennen vielleicht gegen sie kämpfen."