Egal welch schlechtes Bild in der Medienlandschaft über die Aussichten in Donington auch gezeichnet wurde, Streckenchef Simon Gillett blieb immer Optimist. Und auch nun, nachdem bekannt wurde, dass eine Klage wegen fehlender Mietzahlungen ins Haus steht und Bankgarantien zurückgezogen wurden, blickt er weiter positiv nach vorne. "Ich setze jetzt einen Zehnter, dass der britische Grand Prix nächstes Jahr hier sein wird", erklärte Gillett gegenüber der britischen Zeitung Express.

Er verneinte, dass die angekündigte Unterstützung des britischen Wirtschaftsministers Lord Mandelson seine letzte Hoffnung sei und meinte, dass sein Finanzierungssystem, das auf Anleihen basieren soll, bald vorgestellt wird - eigentlich hätte das bereits im März passieren sollen. "Wir sind das hier nicht angegangen und haben gedacht, dass wir Regierungs-Hilfe, zinsfreie Kredite oder spezielle Vergünstigungen bekommen", sagte Gillett. Es sei viel mehr so, dass Mandelson Banken darum gebeten habe, für die fehlende Garantie einzuspringen. Bernie Ecclestone hilft ebenfalls, so hat er den Grand-Prix-Vertrag von zehn auf 17 Jahre ausgedehnt, damit es für Financiers attraktiver wird.

Die zweifelnden Briten

"Egal was einige sagen, es sieht positiv aus. Lord Mandelson versteht, dass wir kein Geld umsonst haben wollen. Wir haben einen funktionsfähigen Business-Plan, der die Menge an Investment tragen kann, die wir brauchen. Das hat sich nie geändert", erklärte der Donington-Chef. Gleichzeitig gestand er zu, dass die Öffentlichkeit ein eher schlechtes Bild von den Vorgängen in Donington Park hat. "Ich habe gemerkt, dass der beste Finanzierungsweg wohl wäre, wenn ich einen Pfund von jedem bekomme, der denkt, wir werden keinen Grand Prix haben. Ich könnte den Donington-Umbau so tausend Mal finanzieren. Die Briten sind natürliche Zweifler. Es gibt da draußen auch verschiedene Interessen. Die Leute, die in meiner Welt von Bedeutung sind, die Banken, Forschungs-Unternehmen, Bernie, glauben alle, es kann funktionieren", meinte Gillett.

Als erstes will er nun dafür sorgen, dass Donington wieder eine Lizenz für die im Mai anstehenden Rennen erhält. Sie war zurückgezogen worden, nachdem aufgrund der Bauarbeiten eine Auslaufzone zu klein geworden war. Die Treffen der Masters Historic Racing und der britischen Tourenwagen Meisterschaft Mitte Mai sollen aber wie geplant über die Bühne gehen. Es wurden der Motorsport Association, die die Lizenzen vergibt, neue Pläne für die Auslaufzone übermittelt und Technikdirektor John Symes soll am Donnerstag die Strecke inspizieren. Sollte dabei alles passen, gibt es eine Erlaubnis für die beiden Veranstaltungen. "Wir reißen uns ein Bein aus, damit es in Donington Park so bald wie möglich wieder Rennen gibt", versicherte Gillett.

Silverstone hofft weiter

Derweil hofft Silverstone weiter auf seine Chance, 2010 doch noch im Kalender aufzutauchen. Denn obwohl Bernie Ecclestone angedeutet hat, dass es ohne Donington 2010 gar kein Rennen in Großbritannien geben könnte, sagte eine namenlose Quelle gegenüber dem Guardian, dass im neuen, noch nicht unterschriebenen Concorde Agreement fünf Rennen besonderen Schutz haben: Großbritannien, Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland. Da Ecclestone gerne das Concorde Agreement unterschrieben sehen möchte, müsste er also im Fall der Fälle ausweichen. Gleichzeitig ist Frankreich vorerst auch nicht im Kalender, allerdings wird fieberhaft an Nachfolge-Strecken für Magny Cours gearbeitet.