Kennen Sie Jacques Villeneuve? Kleine Hilfe gefällig? Na gut: Er war einmal Formel 1-Weltmeister und ist bis vor drei Rennen für BMW Sauber gefahren. Drei Rennen? Ja, erst seit drei Rennen hat die polnische Welle die Formel 1 erfasst. In Ungarn debütierte der bis dahin Freitagstestfahrer Robert Kubica als zweiter Einsatzpilot neben Nick Heidfeld. Seitdem sind einige Wochen und besagte drei Rennen ins Land gezogen. Die weiß-rote Erfolgswelle hält aber noch immer an: Punkte beim Debüt, wenn diese auch später aberkannt wurden, und schon im dritten F1-Rennen auf dem Podest! Kubica hat dem Team einen Schub gegeben - das gibt auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen zu.

"Sein Einstand hat dem gesamten Team geholfen, sich zu verbessern, auch Nick, er nutzt sein Potenzial jetzt wieder voll aus", lobte Theissen in der Freitags-Presekonferenz in Shanghai. "Es ist schön, das zu hören", freute sich der Pole über das Lob seines Chefs. "Vielleicht stimmt es. Ich bin neu als Stammfahrer, aber Nick hat seitdem viel bessere Arbeit geleistet, das gibt er möglicherweise nicht zu, aber es ist ein großer Schub für alle. Wenn Mario das glaubt, dann liegt er richtig."

"Nick ist ein sehr guter, erfahrener Fahrer, der sein Potenzial zeigt. Das braucht das Team", erzählte Kubica im Gespräch mit motorsport-magazin.com weiter. "Unsere Aufgabe ist es uns gegenseitig zu pushen. Unsere Leistungen sind so viel besser."

Allerdings gilt dies laut Theissen nicht nur für Nick. "Es ist ein Ruck durch das gesamte Team gegangen. Das ist der gleiche Effekt, wie wenn wir ein gutes Ergebnis, einen Podestplatz haben. Das gibt allen ein gutes Gefühl und sie wissen: Da geht noch mehr." Aber nicht jede positive Wendung bei BMW Sauber ist auf diesen Ruck, auf diese polnische Erfolgswelle zurückzuführen. "Es kommen immer mehrere Faktoren zusammen", betont Theissen. "In Monza war zum Beispiel das Aero-Paket der entscheidende Punkt."

Die Welle schwappt dennoch weiter durch das Fahrerlager. "Es ist schön so etwas zu hören, besonders von jemandem wie Mario", gesteht Robert, "aber ich bleibe auf dem Boden." Die polnische Welle geht trotzdem weiter...