Es gibt eine Internetseite, die Michael Schumacher zum Bleiben bewegen soll - www.michael-please-stay-in-F1.com. Fans können dort Schumacher ihre Grüße schicken. Am Freitag hatte sich jemand auf dieser Webseite einen Scherz erlaubt und folgenden Text geschrieben: "We received the money. The 2006 Championship is yours. Max Mosley, Monza."
Das war schwarzer Humor. Zumindest noch am Freitag. Die Entscheidung der FIA-Kommissare, Fernando Alonso die drei besten Rundenzeiten im letzten Qualifying zu streichen, weil er angeblich auf seiner Aufwärmrunde Felipe Massa behindert hat, rief heute die Verschwörungstheoretiker wieder voll auf den Plan. Viele sprechen von der Manipulation zugunsten von Ferrari im entscheidenden Moment der Meisterschaft. Und wundern dürfte das keinen.
Ohne der FIA jegliche Absicht unterstellen zu wollen, war die Entscheidung von heute zumindest fraglich. Alonso fuhr die ganze Runde lang mit relativ großem Abstand zu Massa. Damit ist es sehr schwer nachzuvollziehen, wie er überhaupt den Brasilianer hätte behindern können. "Er hat sogar von meinem Windschatten profitiert, weil ich 300-400 Meter vor ihm fuhr", sagte Alonso.
Eine ganz andere Geschichte ist die, dass Alonso sportlich gesehen der Held des Tages war. Er fuhr mit einem beschädigten Auto auf den fünften Startplatz. Gerade solch eine Show braucht die Formel 1, um die Menschen zu begeistern. Natürlich nur mit gerechten Mitteln. Aber Alonso Absicht zu unterstellen, in einer Situation, wo er darum bangen musste, ob er überhaupt noch eine schnelle Runde fahren darf, wäre wohl übertrieben.
Das haben auch die Rennkommissare so gesehen. Sie waren aber trotzdem der Meinung, dass Alonso Massa behindert hat. Und haben damit dieser WM wieder einen bitteren Beigeschmack gegeben.

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