Kimi Räikkönen eroberte in Monza die Pole Position, Michael Schumacher einen für den WM-Kampf wichtigen Vorsprung zu Fernando Alonso. Und dennoch war der Spanier der große Held des Tages. Denn er fuhr mit einem ziemlich beschädigten Auto immer noch auf den fünften Startplatz.
Der Krimi auf der Strecke begann, als Alonsos linker Hinterriefen gegen Ende des entscheidenden Qualifyings bei 340 Stundenkilometern mitten auf der Startgeraden platzte. "Ich habe sofort bemerkt, dass das Auto etwas gezuckt hat, wusste aber noch nicht, was passiert war", erzählte Alonso. "Erst als ich in die Schikane bremste, war dann der eine Vorderreifen plötzlich in der Luft und ich konnte nur mit Mühe eine Kollision mit Michael Schumacher vermeiden. Da wusste ich, dass der Reifen geplatzt war."
Als er dann mit drei Reifen in die Box hinkte, beschädigte er dabei auch noch große Teile seiner Aerodynamik. "Als ich dann mit neuen Reifen eine Runde drehte, war das Auto unfahrbar, weil hinten der ganze Downforce fehlte. Ich hatte brutales Übersteuern", erzählte Alonso. "Dann haben wir den Frontflügel um einen Grad geändert, was eine sehr große Änderung ist. Und das war ein Glücksfall, denn plötzlich war die Balance des Autos wieder gut und ich konnte den fünften Platz herausfahren."
Was mit einem heilen Auto möglich gewesen wäre, daran wollte Alonso gar nicht denken. "Wir haben laut unserer Datenanalyse 15 Prozent Downforce verloren, und das ist ein großer Verlust. Und schließlich war ich nur vier Zehntel von der Pole weg", sagte Alonso. "Aber ich muss glücklich sein, dass es überhaupt so glimpflich ausging. Ich hatte Pech, dass ich den Reifenschaden hatte, aber auch Glück, dass wir alles so schnell so gut lösen konnten."
Der Grund für den Reifenschaden war eine Fremdeinwirkung. "Michelin hat den Reifen analysiert und er hatte ein großes Loch", erzählte Alonso. "Wahrscheinlich haben Teile von Yamamotos Reifen, die auf der Strecke lagen, meinen Reifen aufgeschlitzt. Das ist gut, denn so gibt es keine Sorgen für das Rennen, da es sich nicht um einen Fehler in der Konstruktion handelt."
Und dann war da noch der Protest von Ferrari, Alonso hätte Massa behindert auf seiner letzten Aufwärmrunde. "Für mich ist die Sache ziemlich klar", sagte Alonso. "Ich musste sowieso Vollgas fahren, um überhaupt noch meine Runde fahren zu können, meine Sektorzeiten waren schneller als davor. Außerdem hat er sogar von meinem Windschatten profitiert, weil ich 300-400 Meter vor ihm fuhr."
Dann kam die folgenschwere Entscheidung: Alonso wurden die besten drei Rundenzeiten im letzten Teil des Qualifyings gestrichen. Er startet vom zehnten Startplatz ins Rennen.

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