Fernando Alonso ist in Monza in der Höhle des Löwen, mitten im feindlichen Ferrari-Land, aber er fühlt sich sichtbar wohl. Zwar war er am Freitag nicht sonderlich schnell unterwegs, aber er glaubt, dass sich das noch im Laufe des Wochenendes ändern wird.

"Das war schon immer am Freiatg so", sagte er. "In der Türkei war ich am Freitag Zwölfter, konnte aber trotzdem im Rennen vor Michael Schumacher bleiben. Mit etwas Glück, aber immerhin."

Ob er Schumacher auch in Monza schlagen kann, weiß er aber noch nicht. "Die schnelle Antwort ist nein", sagt er. "Ferrari kam hier als Favorit, und sie bleiben es auch nach heute. Sie sind 3-4 Zehntel schneller als wir. Aber vielleicht klappt es wieder wie in Istanbul."

Dass er kein Rennen mehr seit Kanada gewonnen hat, zeigt für Alonso, dass der WM-Kampf enger wird. "Wenn man gewinnt, kann man mehr mit den Drehzahlen spielen, aber jetzt haben wir keine solchen Reserven mehr", sagt er. "Wir müssen in jedem Rennen 100 Prozent geben. Aber das Gleiche gilt auch für Ferrari, weil sie in beiden Meisterschaften noch Punkte gut machen müssen."

Fernando denkt noch nicht an die F1-Zukunft., Foto: Sutton
Fernando denkt noch nicht an die F1-Zukunft., Foto: Sutton

Die kommenden Rennen sieht Alonso in zwei Kategorien. "China und Japan werden gut für uns sein, dieses hier und Brasilien eher schlecht", meint er. "Besonders in Japan waren wir immer schnell, und ich liebe die Strecke, weil sie so eine Herausforderung ist."

Die nächsten Tests in Jerez sieht er als Schlüssel für den Ausgang der WM. "In Jerez herrschen mittelhohe Temperaturen, genau so wie in den letzten drei Rennen der Saison", sagt Alonso. "Da die Reifen diese WM entscheiden werden, sind diese zwei Tests für uns eine Chance. Denn im Moment hat Bridgestone einen Vorteil. Aber auch mehr zu verlieren."

Zum schwerwiegendsten Thema des Wochenendes nahm er auch Stellung. Er glaube nicht, dass Schumacher, wenn er denn aufhört, das aufgrund von jüngeren schnelleren Fahrern tut. "Der Kampf mit anderen sollte da kein großer Faktor sein", meint Alonso. "Er ist so lange in der Formel 1 geblieben, weil er es immer noch genießt. Selbst nach letztem Jahr, als er kein so gutes Auto hatte. Jetzt weiß er, dass sein Auto auch im nächsten Jahr schnell sein kann. Aber wenn er aufhört, dann deswegen, weil er den richtigen Moment sieht."

Dass er selber so lange wie Schumacher in der Formel 1 bleibt, kann er sich nicht vorstellen. "Ich fing sehr früh an, mit drei Jahren. Ich bin in der Formel 1 seit ich 19 bin. Bis 37 hier zu bleiben, ist für mich unmöglich."

Der härteste Alonso-Gegner für das nächste Jahr könnte nun statt Schumacher Kimi Räikkönen sein. "Wenn er zu Ferrari geht, dann sicher", sagt er und grinst. "Er ist sehr schnell, und will alles gewinnen. Wir haben die ganze Saison 2005 hart gekämpft. Manchmal hat er einfach Pech gehabt, manchmal auch Fehler gemacht."