Eigentlich schrieb man Michael Schumacher die Königsposition im Transferschach zu, so gehört es sich ja auch für einen siebenfachen Weltmeister. Doch jetzt sind schon vor der offiziellen Bekanntgabe seiner Entscheidung einige Würfel gefallen. Den Reigen eröffnete Williams, die in der letzten Woche überraschend Nico Rosberg und Alex Wurz als ihre Fahrerpaarung für 2007 bekannt gaben. Damit war klar: Mark Webber musste sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Seine Zuversicht spiegelte sich in einer weiteren Verlautbarung am Montag wider: Webber wird zusammen mit David Coulthard für Red Bull Racing an den Start gehen. Für Christian Klien bedeutet dies, dass er spätestens jetzt aktiv mit der Cockpitsuche für 2007 beginnen muss. Nach den schwierigen letzten Wochen und Monaten, in denen Teamoffizielle oft an seinen Leistungen mäkelten und er selbst in der "unabhängigen", aber hauseigenen Fahrerlagerzeitung aus dem Auto geschrieben wurde, bleibt jedoch ein übler Beigeschmack für seinen Abschied von den roten Bullen...

Was aber bedeutet all das für das Transferkarussell? Zunächst einmal, dass Klien kaum noch eine Chance auf ein gutes Cockpit hat. Selbst die Hoffnung ins Red Bull Zweitteam zu wechseln wurde zerschlagen, dort möchte Teambesitzer Gerhard Berger mit Speed und Liuzzi weitermachen. Klien hätte genügend Zeit gehabt sich zu beweisen, was er aber nicht geschafft habe.

Abgesehen von den offenen Cockpits am Ende der Startaufstellung, gibt es nun also nur noch drei freie Top-Autos, und zwar ausgerechnet bei den drei Top-Teams Ferrari, McLaren und Renault. Eines davon geht garantiert an Kimi Räikkönen, welche Farbe es haben wird, steht jedoch noch nicht fest, aber die Tendenz geht wohl eher in Richtung Rot als in Richtung Gelb-Blau. Allerdings rechnen sich die Silbernen noch immer Chancen aus ihn zu halten - jedenfalls offiziell.

Der einzige Hinderungsgrund für einen Wechsel zu Ferrari könnte am Ende des Jahres seinen achten WM-Titel einfahren. Denn ein Duo Schumacher/Räikkönen wird es wohl kaum geben - oder etwa doch? Wenn Räikkönen also nicht zu Renault geht, wer bekommt dann das zweite Cockpit? Der Favorit kommt ebenfalls aus Finnland, hat allerdings noch kein einziges F1-Rennen bestritten: Dafür ist Heikki Kovalainen Vizemeister der GP2 und aktueller Renault-Testfahrer.

Bleibt also nur noch McLaren. Auch hier wird am Ende wohl ein Testfahrer das Erbe von Kimi Räikkönen antreten - egal ob de la Rosa, Paffett oder Hamilton. Für de la Rosa sprechen seine starken Auftritte in dieser Saison, für Hamilton die Zukunft und die Gunst von Ron Dennis. Es bleibt nur die Frage, ob die Silbernen den jungen Briten nicht erst ein Jahr in ein Testcockpit setzen wollen, bevor er sein erstes Rennen an der Seite eines Weltmeisters bestreitet.

Die Namen stehen also fest: Räikkönen, Kovalainen, Hamilton oder de la Rosa - nur die Cockpitvergabe hängt noch von einem letzten Fahrer ab. Und da scheint sich der Kreis dann doch wieder standesgemäß bei Michael Schumacher zu schließen...

Die Teams 2007

Renault:
Fahrer 1: Giancarlo Fisichella
Fahrer 2: Heikki Kovalainen, Kimi Räikkönen

Ferrari:
Fahrer 1: Michael Schumacher, Kimi Räikkönen
Fahrer 2: Felipe Massa

McLaren:
Fahrer 1: Fernando Alonso
Fahrer 2: Lewis Hamilton, Gary Paffett, Pedro de la Rosa, Kimi Räikkönen

Honda:
Fahrer 1: Jenson Button
Fahrer 2: Rubens Barrichello

Toyota:
Fahrer 1: Ralf Schumacher
Fahrer 2: Jarno Trulli

BMW Sauber:
Fahrer 1: Nick Heidfeld
Fahrer 2: Robert Kubica

Red Bull:
Fahrer 1: David Coulthard
Fahrer 2: Mark Webber

Williams:
Fahrer 1: Nico Rosberg
Fahrer 2: Alexander Wurz

Toro Rosso:
Fahrer 1: Tonio Liuzzi
Fahrer 2: Scott Speed

Midland:
Fahrer 1: Christijan Albers
Fahrer 2: Tiago Monteiro, Markus Winkelhock, Adrian Sutil

Super Aguri:
Fahrer 1: Takuma Sato
Fahrer 2: Sakon Yamamoto, Anthony Davidson, Franck Montagny

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