Eine Einigung zwischen der FIA und der GPMA? Das klang zu schön um wahr zu sein. Entsprechend scherzten wir schon nach der Bekanntgabe seitens des Weltverbandes: Hoffentlich ist das keine solche Einigung, die nur Minuten nach dem Versenden des Press Releases von einem der angeblichen Unterzeichner dementiert wird. So geschehen am Frankreich-Wochenende, als Renault sich sogar während des Rennens von einem GPMA-Schreiben distanzierte...

Leider sollten wir mit diesem Scherz Recht behalten: Die FIA war mit der Veröffentlichung ihres Schreibens etwas "verfrüht". Eigentlich wollten die Hersteller und die FIA ein gemeinsames Statement herausgeben, doch hätte dies noch einige Zeit in Anspruch genommen.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Nachdem sich Max Mosley und GPMA-Chef Burkhard Göschel heute in Nizza getroffen hatten, muss Göschel die abgesprochenen Punkte erst noch mit den anderen GPMA-Mitgliedern abklären. Es ist zwar davon auszugehen, dass Mercedes, Honda, Toyota und Renault dem von BMW-Mann Göschel ausgehandelten Reglement zustimmen werden, aber eine offizielle Bestätigung wird es dafür frühestens im Laufe des morgigen Tages geben. Schließlich muss beispielsweise Toyota seine Entscheidung erst noch mit der Konzernführung in Japan abklären.

Dennoch scheint man auf dem richtigen Weg zu sein: Die von der FIA veröffentlichten Inhalte sind genau jene, die Göschel heute Nachmittag mit Max Mosley besprochen hat - das bestätigte uns ein GPMA-Sprecher. "Die Gespräche verlaufen auf dem richtigen Weg, aber es haben noch nicht alle Hersteller ihren Segen geben können", verriet er im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Wir diskutieren diese Punkte derzeit intern und werden dann bald eine Entscheidung treffen." Natürlich hofft die GPMA, dass man auf Basis dieser Regelung zu einer baldigen Einigung kommt, denn es gibt noch weitaus wichtigere Dinge zu besprechen, als nur das Motorenreglement für die kommenden Jahre.

Unter diesem Aspekt erscheint Mosleys Schlusssatz im FIA-Presseschreiben in einem ganz anderen Licht: "In Folge dieser Regelungen sind die FIA und die GPMA sich bezüglich der Zukunft der Formel 1 Weltmeisterschaft absolut einig." Wer die Ziele der GPMA kennt und die Diskussionen um eine Konkurrenzrennserie respektive die F1-Zukunft in den letzten Jahren verfolgt hat weiß: Von Einigkeit im Bezug auf die Zukunft der Formel 1 kann noch lange keine Rede sein. Dafür würde es erst einer transparenten, unabhängigen und verbesserten Führung, Organisation und Vermarktung bedürfen...