Fernando, in Deutschland habt ihr ein schwieriges Wochenende erlebt ....

Fernando Alonso: Ja, der Große Preis von Deutschland zählte für uns sicherlich zu den härtesten Rennen, weil wir mit diesen Schwierigkeiten nicht gerechnet haben. Wir waren das ganze Wochenende über nicht ganz konkurrenzfähig, dennoch hätten wir ohne die Blasenbildung an den Reifen aufs Podium fahren können. Jetzt kommt es aber darauf an, dass wir konzentriert weiterarbeiten und bei jedem Rennen das maximal Mögliche herausholen – genau wie wir das am Sonntag auch erreicht haben. Wir müssen jetzt selbstbewusst sein und unsere Situation bis zum Ungarn-Grand Prix verbessern.

Ist es denn möglich, das Kräfteverhältnis innerhalb von nur einer Woche herumzudrehen?

Fernando Alonso: Ich denke, die Ereignisse von Deutschland werden sich nicht wiederholen. Ich persönlich bleibe sehr ruhig, weil ich weiß, dass das Team sehr hart gearbeitet hat, um die Situation zu verstehen. Außerdem werden wir in Ungarn wegen der Streckencharakteristik ganz andere Reifen nutzen als am Hockenheimring, und auch Michelin hat auf seine Schwierigkeiten reagiert. Jetzt reden die Leute darüber, dass Michael mir immer näher rückt. Ich sehe das nicht so dramatisch, weil ich mir nie sicher war, den Titel zu holen. Deswegen verfalle ich jetzt auch nicht in Panik. Ich bin zuversichtlich, dass wir am kommenden Wochenende eine starke Vorstellung bieten können.

Nach Deinem ersten Formel 1-Sieg vor drei Jahren ist der Große Preis von Ungarn für Dich sicherlich immer ein ganz besonderes Rennen ...

Fernando Alonso: Bei meinem ersten Sieg in Ungarn habe ich schon fantastische Momente erlebt. Ich mag die Strecke sehr gerne, sie ist physisch und mental wegen der Hitze und der Charakteristik sehr anspruchsvoll. Die vielen Kurven lassen uns praktisch keine Ruhe. Wir müssen ständig am Lenkrad drehen, es fühlt sich fast wie eine Go-Kart-Strecke an. Am Hungaroring genieße ich jede einzelne Runde.

Im vergangenen Jahr hast Du lediglich in Ungarn sowie in einem weiteren Rennen keine Punkte eingefahren ...

Fernando Alonso: Das Rennen verlief sehr interessant. In der ersten Runde hatte ich einen Unfall und danach fuhr ich im Verfolgerfeld und wurde durch Probleme an der Kühlung zurückgeworfen. Aber das vergangene Jahr zeigt auch, wie schnell sich die Dinge in der Formel 1 ändern. Eine Woche vorher konnte ich in Deutschland noch den Sieg einfahren. Dieses Jahr erwarte ich ein anderes Bild als 2005, alleine weil wir wegen der V8-Motoren und der weicheren Reifen deutliche höhere Kurvengeschwindigkeiten erreichen. Ich gehe davon aus, dass wir ein gutes Rennen erleben und sehe keinen Grund, warum Renault am Ende nicht oben stehen sollte.