Für die beiden McLaren-Fahrer ist das Rennen in Hockenheim kein gutes Pflaster. Kimi Räikkönen ist in seinen bisher sechs Rennen dort noch nie ins Ziel gekommen. Und für Pedro de la Rosa steht auch nur der sechste Platz aus dem Jahr 2000 in den Statistiken da.
Doch beide wollen nicht an die Vergangenheit denken, sondern an das Rennen am Sonntag. "Wir kommen hierher um zu gewinnen", sagt Kimi Räikkönen. "Und wenn das nicht klapp, wollen wir so weit oben landen wie nur irgendwie möglich. Wir haben ein paar neue Teile am Auto, einen neuen Frontflügel und ein paar kleinere Änderungen. Hoffentlich werden sie uns diesmal helfen."
Für Pedro de la Rosa ist es erst das zweite Rennen als Ersatz für den suspendierten Juan Pablo Montoya. "Ich bin völlig locker, fühle mich ähnlich wie vor Magny-Cours", sagt der 25-jährige Spanier. "Aber ich hoffe, dass alles beim zweiten Rennen etwas flüssiger läuft.
Seit Montoya weg ist, erlebt das Team eine völlig neue Harmonie. Das liegt sicher auch daran, dass de la Rosa ein viel pflegeleichterer Pilot ist als der launische Kolumbianer Montoya. Aber auch daran, dass Räikkönen und de la Rosa ein Fahrerpaar sind, das gut miteinander harmoniert.
Außerdem haben beide einen sehr ähnlichen Fahrstil. "Ich bin sicher, dass das uns das Leben leichter macht", sagt de la Rosa. "Denn es ist viel besser, wenn man zwei Autos mit ähnlicher Abstimmung hat. Da kann man viel mehr Informationen über das Auto sammeln."

So ähnlich Räikkönen und de la Rosa auch über das Auto denken, so unterschiedlich ist ihre Perspektive für den Rest des Jahres. Räikkönen hat den Luxus, seinen zukünftigen Arbeitgeber unter den besten der Branche auszusuchen. De la Rosa dagegen kämpft darum, überhaupt ein Cockpit fürs kommende Jahr zu finden.
"Ich habe das Glück, dass ich in einer sehr guten Position bin", sagt Räikkönen. "Für mich ist es total lustig, immer neue Geschichten zu lesen, wo ich gerade hin will. Aber mit selber geht es darum, fürs nächste Jahr ein Siegerauto zu haben. Viele Leute denken, dass es ums Geld geht. Geld ist wichtig, aber da gebe sich alle Teams, die mich interessieren, nicht viel."
Räikkönen sagt auch, dass es ihm völlig egal ist, wer sein Teamkollege ist. "Ich bin nicht in der Position, den Teamkollegen auszusuchen, werde diese Möglichkeit wohl auch nie haben", sagt er. "Das ist eben etwas, was ich nicht beeinflussen kann. Ich muss dann nur schnell genug sein, um den Teamkollegen zu schlagen. Aber solange beide gleich behandelt werden, ist das nicht wichtig, wer das ist."
Auf die Frage, ob nicht gerade das erste Jahr schwer wäre bei Ferrari, wo Schumacher seine feste Position hat, antwortet Räikkönen: "Das ist schwer zu sagen, denn ich habe nur einmal das Team gewechselt. Als ich zu McLaren-Mercedes kam, ging alles sehr leicht. Ich glaube, man muss nur einen guten Draht zu den Leuten haben, mit denen man arbeitet."
Pedro de la Rosa hat natürlich ganz andere Präferenzen. "Wenn ich nächstes Jahr Rennen fahren kann, ist das natürlich fantastisch. Wenn nicht, werde ich das auch akzeptieren. Ich kann jetzt nur hier einen möglichst guten Job machen", sagt der Spanier. "Aber ich denke noch gar nicht ans nächste Jahr, sondern ans nächste Wochenende."
Die Gerüchte aus England, das Team könnte ihn durch Gary Paffet ersetzen, lassen de la Rosa völlig kalt. "McLaren ist ein britisches Team, und die britische Presse wird immer einen britischen Fahrer pushen", sagte er. "Ich kann, wenn ich meinen Job gut erledige, dem Team eine Entscheidung in diese Richtung nur möglichst schwer machen."
Ebenso grundlos sieht de la Rosa die Gerüchte, nach denen Alonso nicht mehr zu McLaren-Mercedes kommen wolle. "Warum sollte er sich nur anhand ein paar schlechter Resultate in diesem Jahr umentscheiden?", fragt er. "In seiner Position würde ich das nicht tun. Außerdem hat er gerade andere Sorgen, zum Beispiel den aktuellen Titelkampf."

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