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Formel 1

Räikkönen & de la Rosa legten Hand an ihre Motoren

Vor dem Heimrennen von McLaren Mercedes gingen die beiden Stammpiloten auf Nummer sicher: Sie legten im Werk selbst Hand an ihre neuen Motoren.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Sternstunde für die Mercedes-Benz Mitarbeiter in Stuttgart-Untertürkheim: Die McLaren Mercedes Fahrer Kimi Räikkönen und Pedro de la Rosa besuchten am Mittwoch vor dem Grand Prix von Deutschland in Hockenheim die Kollegen im Werk. Kimi und Pedro machten einen Abstecher in die Gießerei in Mettingen, wo alle Motorblöcke und Zylinderköpfe für den Mercedes-Benz Formel-1-Motor gegossen werden. Anschließend stand der Besuch der Formel-1-Motorenprüfstände auf dem Programm.

Seit 1995 kommen die Team McLaren Mercedes Fahrer vor dem Rennen in Hockenheim nach Stuttgart. Wie in jedem Jahr wurden sie auch heute begeistert empfangen. Kimi und Pedro besichtigten zunächst die Gießerei in Mettingen bei Esslingen. Sie ist Teil einer hochmodernen Fertigungsanlage vom Druckguss über die Nachbearbeitung bis hin zur Qualitätskontrolle und mit automatisierter Formherstellung. Hier entstehen auch die Motorblöcke und Zylinderköpfe für den aktuellen Formel-1-Achtzylinder. Kimi und Pedro beobachteten interessiert den Gießvorgang eines Motorblocks, beide ließen sich die Nachbearbeitung erklären und legten dabei selbst Hand an.

Danach stand der Besuch des Motorenprüfstands 907 im Werk Untertürkheim an. Auf den insgesamt sieben Prüfständen werden in Untertürkheim neben den Motoren auch Formel-1-Getriebe getestet und entwickelt. Auf den instationären Prüfständen simulieren die Ingenieure die einzelnen Rennen. Daneben wird diese Art von Prüfstand genutzt, um Fahrbarkeit und Kraftstoffverbrauch zu optimieren.

Pedro war begeistert bei der Sache... - Foto: Mercedes

Zusätzlich gibt es Experimental-Prüfstände, auf denen Einzylinder-Motoren vor der Entwicklung neuer Aggregate getestet werden. Rund 90 Mitarbeiter sind in der Stuttgarter Formel-1-Motoren- und -Getriebeentwicklung beschäftigt.

Am Nachmittag besuchten Kimi und Pedro gemeinsam mit Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug das neue Museum. Sie besichtigten die motorsportlichen Highlights der Ausstellung, die 160 Fahrzeuge und insgesamt 1450 Exponate umfasst. Die Mercedes-Benz Motorsport-Geschichte begann 1894 mit dem Erfolg eines Daimler-Motors im ersten Autorennen der Welt und reicht damit fast so lange zurück wie die Geschichte des Automobils.

Kimi Räikkönen:
Das war wirklich interessant. In der Gießerei wird die Basis für den Formel-1-Motor geschaffen. Die Präzision, mit der hier gearbeitet wird, ist beeindruckend. Unglaublich, was hier bei dieser Hitze geleistet wird. Schön, dass wir die Gelegenheit hatten, uns einmal persönlich bei den Kollegen für ihren großen Einsatz zu bedanken.

Pedro de la Rosa:
Das war wirklich beeindruckend. Die Jungs hier arbeiten Tag und Nacht für uns und leisten einen wichtigen Beitrag zum Formel-1-Motorenprogramm. Es macht Spaß zu sehen, wie enthusiastisch die Mitarbeiter uns unterstützen. Das ist eine tolle Motivation für den Mercedes-Heim-Grand-Prix in Hockenheim.

Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef:
Mit dem Besuch unserer Fahrer in verschiedenen Werksteilen verfolgen wir seit der ersten Visite 1995 ein und dasselbe Ziel: Die Fahrer lernen die Kollegen von der Serienproduktion kennen und natürlich auch jene Spezialisten, die hier engagiert für die Formel 1 arbeiten. Diese Begegnungen sind ausgesprochen wertvoll und steigern das Verständnis füreinander und bilden so die Basis für echtes Teamplay. Die Fahrer sind jedes Mal beeindruckt von der Präzision der Arbeit ihrer Kollegen hier und diese freuen sich, dass unsere Formel-1-Fahrer so ehrlich interessiert an ihrer Arbeit sind.



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