Vor einem Rennwochenende müssen sich die Fahrer den immer gleichen Fragen stellen: Was erwarten sie vom bevorstehenden Grand Prix? Was können sie erreichen? Wo ordnet man sich im Kräfteverhältnis ein? Wie verliefen die Tests seit dem letzten Rennen? Welche neuen Teile gibt es am Auto?

Gerade diese letzte Frage war für Nick Heidfeld in Magny Cours einfach zu beantworten. "Wir haben einige aerodynamische Neuerungen, die man ziemlich einfach erkennen kann", schmunzelte er. Gemeint sind natürlich "die Hörner vorne und an der Seite der Airbox".

Nicht mehr mit von der Partie ist der umstrittene Heckflügel des BMW Sauber F1.06. "Den Heckflügel mussten wir ändern", gestand Nick. "Er war zwar nach wie vor reglementkonform, aber nicht im Sinne des Erfinders. Deshalb hat die FIA darum gebeten ihn zu ändern und dem sind wir nachgekommen."

Negative Auswirkungen erwartet er dadurch nicht. "Ich hoffe jedenfalls nicht, dass dies einen negativen Einfluss haben wird, aber wir müssen das erst einmal abwarten." Allgemein erhofft sich Nick eine ähnliche Leistung wie in Silverstone. "Das Ziel ist es wie immer in die Punkte zu kommen."

"Bei den letzten Rennen waren wir von den Platzierungen her die vierte Kraft, aber wenn man sich die Punkte ansieht, sind wir es noch nicht." In der WM-Tabelle droht nach dem US Grand Prix sogar Toyota aufzuschließen. "Toyota ist leider auf drei Punkte herangekommen, deshalb ist es schade, dass wir in Indy nicht ins Ziel gekommen sind", trauerte Nick der verpassten Gelegenheit nach.

Die Folgen seines Indy-Überschlags sind mittlerweile überstanden. "Ich musste den Test in Jerez auslassen, weil ich nach dem Überschlag doch noch etwas Kopfschmerzen hatte. Außerdem mussten wir einen Nackenwirbel wieder einrenken, aber jetzt ist alles wieder in Ordnung."

Kurz nach dem Unfall hatte er sogar auf einen Startabbruch gehofft, um noch am Rennen teilnehmen zu können. "Leider standen dafür zu wenige Autos auf der Strecke." Mit Juan Pablo Montoya hat er nach dem Unfall nicht gesprochen. "Das haben ja alle anderen für mich erledigt", scherzte er. "Juan Pablo war der Auslöser, aber man muss die Situation einfach als Rennunfall werten. Es lagen viele Autos eng beieinander und da kann so etwas schon einmal vorkommen."