Kaum war Fernando Alonso von seinem bislang schlechtesten Rennwochenende des Jahres aus Indianapolis nach Europa heimgekehrt, ging es für ihn schon wieder auf die Reise: Zunächst zu den Tests nach Jerez, danach zu zwei PR-Events nach Barcelona und Malaga und schlussendlich weiter zum Frankreich GP nach Magny Cours. "Ich hatte also wenig Zeit zum Relaxen."

Die Enttäuschung von Indy hat er "schnell" abgehakt. "Ich konzentriere mich auf Magny Cours und hoffentlich bleibt der 5. Rang von Indy mein schlechtestes Ergebnis für den Rest der Saison", sagte der Weltmeister am Donnerstag. "Wir waren in den USA noch nie besonders gut und ab sofort sollten wir wieder konstant auf dem Podium stehen." Über den Grund für die geringe Konkurrenzfähigkeit in Indy schwieg sich Alonso aus. Bis auf die unpassende "Streckencharakteristik" nannte er keine Ursachen dafür, dass er "nicht so konkurrenzfähig" gewesen ist.

Für Magny Cours baut er nun auf einige Neuerungen. "Wir bekommen mit der neuen Motorenausbaustufe etwas mehr PS und Drehzahl und können hoffentlich ein paar Zehntel herausholen", sagte er. "Solche Weiterentwicklungen sind wichtig, wenn wir mit Ferrari im Titelkampf Schritt halten wollen."

Denn Ferrari hat in Indianapolis Blut geleckt. "Es ist normal, dass Michael glaubt mich einholen zu können. Kimi glaubte das im letzten Jahr ja auch." Im Umkehrschluss sei es aber genauso: "Es ist aber auch normal, dass ich als Führender meinen Vorsprung verteidigen möchte. Hoffentlich können wir unseren Vorteil bis zum Ende behalten." Da Ferrari "schnell" sei und "keine Fehler" mache, sei es schwierig den Vorsprung noch weiter auszubauen.

"Wir müssen die Rennen beenden, das Auto darf keine mechanischen Probleme haben und wir dürfen keine Fehler machen. Dadurch wird es für sie schwieriger mich einzuholen, aber nicht unmöglich", weiß Alonso, der weiterhin aggressiv zur Sache gehen möchte. "Wir müssen attackieren und Rennen gewinnen. Umso mehr Rennen wir gewinnen, desto besser ist es für die WM. Magny Cours sollte uns eine gute Chance auf den Sieg bieten."

Die Gefahr einer Titelentscheidung aufgrund einer Verschiebung des Kräfteverhältnisses auf dem Reifensektor sieht er nur bedingt. "Ja, es kann eine Reifenweltmeisterschaft werden", gestand er. "Momentan sind Bridgestone und Michelin jedoch relativ ausgeglichen. Aber wenn ein Reifenhersteller einmal besser ist als der andere, dann könnte sich das ändern. Wenn es so bleibt wie im Moment, ist das aber nicht zu befürchten."