Die erste Halbzeit der Formel 1-Saison hat zwar länger gedauert als 45 Minuten, aber auch für sie ertönt an diesem Wochenende der Pausenpfiff. Fußballfreund Michael Schumacher kann mit der ersten Hälfte nicht hundertprozentig zufrieden sein. "Wir sind im Rückstand", zieht er den Vergleich zum Ballsport, "haben aber noch eine 2. Halbzeit. Hoffentlich holen wir genügend Punkte, um am Ende vorne zu stehen."
Aufgegeben hat er seine Titelhoffnungen wegen des 23-Punkte-Rückstands jedenfalls noch lange nicht. "So lange es mathematisch möglich ist, ist die WM auch noch nicht entschieden", sagt er. Dabei habe Ferrari die Erwartungen trotz des Rückstands auf Renault erfüllt. "Nach dem letzten Jahr haben sicherlich viele gar nicht damit gerechnet, dass wir in dieser Saison um die WM mitfahren können", erinnert Schumacher an das Vorjahr. "Aber wir sind stark genug und haben zwei Rennen gewonnen - ich gehe davon aus, dass es nicht die letzten gewesen sind. Das spricht also für sich."
Damit schon in Nordamerika zwei weitere Siege hinzukommen, gibt es einige Neuerungen am 248 F1 mit der Startnummer 5. "Wir haben angepasste Aerodynamikteile, eine Motorenausbaustufe und ein neues Getriebeöl - die Entwicklung wird an allen Ecken und Kanten vorangetrieben." Deshalb rechnet er sich eine "gute Chance" auf den Sieg aus. "Es hängt allerdings nicht nur von uns ab, sondern auch von den anderen Teams und deren Weiterentwicklung."
Der Circuit Gilles Villeneuve mischt die Karten neu. "Wir hoffen, dass uns die Strecke liegt. Es kommt vor allem auf die Bremsen, die Traktion und das Verhalten auf den Kerbs an. Wir fahren ein komplett anderes Aero-Paket und benötigen eine andere Fahrzeugcharakteristik, deshalb sollten wir hier gute Chancen haben."
Rückblickend gesteht Schumacher jedoch ein: "Wir waren in Silverstone zu langsam, aber andere Strecken dürften uns besser liegen und dann kann es schon wieder anders aussehen. Dann kommt es darauf an, dass nicht nur Fernando und ich gegeneinander kämpfen; hoffentlich kann auch Felipe mitmischen und Fernando einige Punkte stehlen. Das wird im restlichen Verlauf der Saison sehr wichtig sein."
Aber wie gut ist Felipe Massa wirklich? "Ich war von vorne herein von ihm sehr angetan", zollt er seinem Teampartner Respekt. "Er ist ein schneller, absolut konkurrenzfähiger Fahrer, der einen tollen Teamspirit hat. Das ist innerhalb des Teams unheimlich wichtig - wir können uns auf die Sache konzentrieren und müssen keine internen Duelle ausfechten. Es ist auch nicht einfach mit dem Druck fertig zu werden für Ferrari zu fahren. Aus meiner Sicht meistert er die Sache sehr gut."
Könnte Massa seine Sache vielleicht sogar zu gut machen und Schumacher entscheidende Punkte stehlen? "In manchen Momenten war er in Malaysia schneller", weiß Schumacher, "aber normalerweise sollte mein Speed ausreichen um ihn hinter mir zu halten."



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