Der brachiale Sound eines Formel 1-Zehnzylinders hallt durch den Tunnel von Monaco. Kaum ist er verstummt, folgt bereits der nächste Ohrenschmaus für echte Motorsportfans. Die Symphonie der V10 scheint kein Ende zu nehmen - und plötzlich erwacht ein junger Nico Rosberg aus seinen Träumen.

"Das letzte Wochenende hat mich sehr an meine Kindheit erinnert", berichtet der Williams-Pilot über seine Erlebnisse vom historischen Grand Prix eine Woche vor dem Formel 1-Rennen. "Beim historischen Grand Prix sind alte F1-Autos mitgefahren und die hatten natürlich noch den richtigen V10-Sound."

"Ich habe früher noch geschlafen, wenn die Autos gefahren sind und ich weiß es noch als ob es gestern gewesen wäre: Wir wohnen ganz am Ende von Monaco. Mein Bett stand in Richtung Meer und ich konnte hören, wie die Autos in den Tunnel gefahren sind. Dieser Sound hat mich jedes Jahr geweckt."

In diesem Jahr verursacht Nico selbst zum ersten Mal einen ähnlichen Sound mit seinem Cosworth-V8. "Das ist super: Ich habe drei Heimrennen im Jahr", freut er sich auf den zweiten Heim-GP seiner noch jungen Karriere. "Gerade hier ist es besonders toll, da ich in diesen Straßen aufgewachsen bin. Meine Familie und alle meine Freunde sind hier und drücken mir die Daumen. Das ist ein schönes Gefühl."

Ganz besonders freut er sich natürlich darauf den V8-Sound im Tunnel widerhallen zu lasen. "Es wird sicher ganz toll mit einem Formel 1-Auto durch den Tunnel zu krachen, durch den ich schon mein ganzes Leben mit einem normalen Straßenwagen gefahren bin", verriet er gegenüber motorsport-magazin.com.

Aufwachen wird er diesmal davon nicht - erstens, weil er selbst im Auto sitzt und schon allein deshalb besser nicht schlafen sollte, und zweitens, weil er mittlerweile ans andere Ende der Stadt umgezogen ist. Jedenfalls hat er dort eine "schöne" und je nach Auslegung und Sichtweise auch "preisgünstige" Wohnung gefunden. Die Suche nach passenden Möbeln und Einrichtungsgegenständen bremst seinen Umzug derzeit aber noch etwas ein.

"Dennoch ist es schön auf eigenen Beinen zu stehen", sagt Nico, der es sich nicht vorstellen kann Monaco zu verlassen. "Mein gesamter Bekanntenkreis und alle meine Freunde sind hier. Warum sollte ich weggehen und wo sollte ich hingehen?"

Monaco beschreibt er dabei als eine ganz normale Stadt - nicht als das Epizentrum der Schönen, Reichen und sonst irgendwie Halbberühmten. "Die meisten Menschen kennen Monaco nur vom F1-Wochenende oder aus dem Fernsehen - wenn irgendwelche Promis gezeigt werden", sagt er. "Aber das ist ein anderes Monaco, als ich es kenne. Ich bin hier zur Schule gegangen und ganz normal mit dem Bus gefahren. Es gibt hier Strandbuden und Bars - alles ist ganz normal. Und wenn man an die richtigen Orte geht, ist es hier auch gar nicht so teuer; selbst am GP-Wochenende."